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Wenn
der Waschbär wüsste, dass er ein Neozon ist - er
würde sich putzen. Neozoen sind Tiere, die wir Menschen in
fremde Gebiete ?importiert? haben. Die Kleinbären
leben seit 1934 in deutschen Wäldern, aber auch in großen
Städten wie Berlin oder Kassel.
Statt sich allerdings auf die bevorzugten Jagdgründe des Reichsjagdmeisters zu beschränken, eroberte der Waschbär die deutschen Wälder. Von wenigen hundert Tieren in den fünfziger Jahren stieg die Population bis 1970 auf etwa 20.000. Heute schätzen Biologen die Zahl der Waschbären in Deutschland auf mehrere Hunderttausend. So sympathisch die pelzigen Invasoren vielen Menschen erscheinen: Sie gehören nicht hierher. Waschbären klettern gut und räumen als Allesfresser auch gelegentlich die Nester von Vögeln aus - oder vergreifen sich an Fröschen und Reptilien. Auch in Siedlungsbereichen werden sie lästig. In der Waschbären- ?Hauptstadt? Kassel singen davon bereits viele Städter ein nicht besonders frohes Lied. Die Klein-Bären räumen Mülleimer aus oder lassen sich sogar häuslich unterm Dach nieder. Dort verursachen sie Schäden, können über ihren Kot aber auch Krankheiten verbreiten. Deshalb wünschen sich nicht allein Naturschützer die Waschbären wieder nach Nordamerika zurück. Insgesamt haben Wissenschaftler in Deutschland etwa 1.150 Tierarten und 1.000 Pflanzenarten erfasst, die Menschen entweder ausgesetzt oder unbewusst per Schiff, Flugzeug oder Auto mitgebracht haben. 260 Neozoen und 452 Neophyten - so heißen die eingeschleppten Pflanzen - haben überlebensfähige Populationen gebildet. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
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