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Hortensie
Botanisch: hydrangea macrophylla
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)

  • Beschreibung: Jahrelang galten die Hortensien als verstaubt und altmodisch, als Konfirmations- und Muttertagsblumen. Jetzt erleben sie eine Renaissance: auf der Fensterbank, im Garten und sogar in der Vase.

    Die Heimat der Hortensien ist Asien. In Europa kann sie Jubiläum feiern: 1789 trafen die ersten Pflanzen aus Japan in England ein. Bis sie aber auf dem Festland heimisch wurden, dauerte es noch einmal hundert Jahre.

    Neben den bekannten Zimmerhortensien gibt es auch winterfeste Strauchhortensien für den Garten: die weiße Schneeballhortensie, die Samthortensie mit den weichen Blättern und die Rispenhortensie, die an Flieder erinnert. Für Hauswände und Pergolen gibt es eine Kletterhortensie, die bis zu 8 Meter hoch wird.

    Bei den Blütenbällen handelt es sich eigentlich nur um Scheinblüten aus Kelchblättern, die Insekten anlocken sollen. Die echten Blüten sitzen wesentlich kleiner und unscheinbarer, in der Mitte der Dolde. Der botanische Name Hydrangea bedeutet "viel Wasser". Poetischer ist die Herkunft des Namens Hortensie. So benannte der französischen Botaniker Philbert Commerson, der als erster die Pflanze beschrieb, die Pflanze nach dem Namen seiner Freundin.

    Die Hortensie ist das Chamäleon unter den Pflanzen. Rosa gekauft blüht sie in saurer Erde plötzlich blau. Bei weißen Hortensien gibt es diesen Farbwechsel nicht.

  • Standort: Die Hortensie soll hell und kühl stehen, an einem Ost- oder Westfenster. Auf der Terrasse braucht sie einen geschützten leicht schattigen Platz. Die Temperatur sollte im Sommer 20 Grad und im Winter etwa 7 Grad betragen.
  • Anzucht: Die Vermehrung der Hortensie erfolgt durch abgeschnittene Triebe, die man als Stecklinge nimmt. Stecklinge können Sie in der ersten Jahreshälfte, von Januar bis Juni, schneiden. Sie bekommen schon in einem Glas mit Wasser Wurzeln. Wenn Sie schon früh im Jahr vermehren, müssen die Stecklinge Wärme von unten bekommen.
  • Pflege: Soll die Hortensie buschig wachsen, müssen Sie mehrmals die Triebspitzen (über zwei Blattpaaren) mit den Fingern abkneifen.

    Während der Blüte reichlich gießen, aber nur mit entkalktem Wasser, bei hohen Temperaturen übersprühen. Von September bis Februar weniger gießen, aber nicht austrocknen lassen. Wenn Ende Oktober die Blätter fallen, sollte die Pflanze an einen kühlen, frostfreien Ort gestellt werden. Im Februar wird sie wieder wärmer gestellt und mehr gegossen. Von der ersten Blüte bis Mitte August einmal wöchentlich düngen mit kalkfreiem Dünger.

    Wenn alle Blätter verwelkt sind, etwa im September, wird umgetopft in sogenannte Moorbeeterde vom Gärtner oder in feuchten Torf.

  • Pflanzenschutz: Spinnmilben erkennt man an den rötlichen Spinnfäden unter den Blättern. Entdeckt man sie zeitig, kann man kranke Blätter abnehmen. Nutzt das nichts mehr, muss man die Pflanze wegwerfen.

    Blattläuse sitzen an den jungen, weichen Trieben. Duschen Sie die Pflanze oder nehmen Sie ein Insektizid.

    Zu wenig Wasser lässt die Blätter schlaff, braun und krumm werden. Während der Blüte viel gießen, an heißen Tagen sogar zweimal täglich. Trockene Pflanzen kann man in einen Topf Wasser setzen, bis die Erde wieder feucht ist.

    Mehltau sitzt als weißer Puder auf den Blättern. Entfernen Sie kranke Blätter und wenden Sie ein Pilzmittel an.

  • Hinweise: Selbst gemachte blaue Blüten: kaufen Sie sich in der Drogerie Ammoniakalaun. Mischen Sie beim Umpflanzen je Liter Erde 10 g der Lösung hinzu und gießen Sie, wenn die Pflanze anfängt zu treiben, zweimal wöchentlich mit einer zweiprozentigen Alaunlösung. Aber nicht alle Hortensien reagieren so auf saure Erde. Am besten funktioniert die Farbänderung bei der hellroten Sorte Buketfrose.
Hortensie hydrangea macrophylla Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Foto: Pixelio / Tanja L.

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