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Schlüsselblume
Botanisch: Primula veris • Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Schlüsselblume

Beschreibung Die Schlüsselblume mit ihren kleinen, gelben Blüten ist einer der ersten Frühlingsboten. Sie gehört zur riesigen Familie der Primelgewächse, die so vielfältig ist wie die Natur selbst.

Die Schlüsselblume oder Primula veris wächst wild in allen gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel. Sie gehört zu der außergewöhnlich mannigfaltigen Familie der Primelgewächse. Sie hat "aufgeblasene" bleichgrüne Kelche und eine gelbe Blütenkrone mit fünf rötlichen Flecken.

Sowohl der schon im Althochdeutschen gebräuchlichen Name Himmelsschlüssel als auch die erst im 16. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung Schlüsselblume spielen auf die schlüsselbundähnliche Form der Blütenstände an.

Es sind vielerlei Kreuzungen im Handel, besonders Kreuzungen mit der gelbblühenden Uferpflanze Primula elatior und der großblütigen Primel oder Kissenprimel, Primula vulgaris. In England hat man durch Kreuzungen eine besondere Primula anglica-Hybridengruppe hervorgebracht.

Der Schlüsselblume am nächsten verwandt ist die Primula elatior, die ebenfalls gelb blüht, aber flachere Blüten hat. Die großblütige Kissenprimel, Primula vulgaris grandiflora, hat größere Blüten in vielen bunten Farben. Dann gibt es noch Primula farinosa, die Mehlprimel. Sie ist klein, zierlich, hat rotlila Blüten und eiförmige Blätter, die an der Unterseite wie bemehlt aussehen. Sie ist eine Sauerbodenpflanze, die man nur in Mooren und feuchten Wiesen findet. Sie wächst auch als Steingartenpflanze, ist aber etwas empfindlich. Für alle wildwachsenden Primeln besteht Handelsverbot, und alle rotblühenden Arten sind ebenso geschützt wie der Wurzelstock aller Primelarten.

Standort Die Schlüsselblume muss im Zimmer hell stehen, jedoch recht kühl, damit die Blüten lange halten. In der Blütezeit darf die Temperatur möglichst nicht über 15-18 Grad liegen.
Anzucht Die Schlüsselblumen kann man leicht vermehren. Im Garten durch Selbstaussaat oder durch Teilung der Wurzelstöcke.
Pflege Man kauft die Schlüsselblumen im frühen Frühjahr oder gräbt sie aus im Garten. Das dürfen aber keine frei ausgepflanzten Exemplare sein, sondern nur die, die man im Herbst in Töpfen im Garten eingegraben hat. Frei gepflanzte werden im Herbst ausgegraben und in Töpfe gesetzt. Die ausgegrabenen Topfpflanzen werden gegossen, aber nicht gedüngt.

Im April - Juni ist Blütezeit. Die Pflanzen werden gegossen, welke Teile bei nachlassender Blüte entfernt. Nach der Blüte kann man sie durch Teilung der Wurzelstöcke vermehren.

Im Juli - Oktober werden draußen die Töpfe in den Schatten gestellt, am besten bis zum Topfrand in Erde eingegraben. Sie werden gegossen und müssen jetzt auch Dünger bekommen, damit sie saftiggrüne, kräftige Blattrosetten entwickeln.

Im November - Januar werden die Blätter welk, doch oft kommen neue, grüne Triebe in der Mitte der Pflanze sehr früh im Jahr. Pflanzen, die den Winter über draußen bleiben und erst im Februar ausgegraben werden sollen, müssen abgedeckt werden, damit die Erde nicht so stark friert, sonst kommt man mit dem Spaten nicht mehr durch.

Pflanzenschutz Primeln vertragen chemische Sprühmittel nicht so gut. Deshalb muss man sie vor Kälte und Feuchtigkeit schützen und sie nicht zu tief in die Erde eingraben, um Krankheiten vorzubeugen.

Grauschimmel zeigt sich als grauer Belag auf den Blättern. Kommt bei Feuchtigkeit und Kälte vor. Entfernen Sie befallene Blätter. Benutzen Sie notfalls ein Fungizid.

Runde, braungelbe Flecken an den Blättern werden durch einen Pilz verursacht. Entfernen Sie die kranken Blätter und benutzen Sie evtl. ein Stäubemittel.

Gelbe Blätter mit roten Nerven: Chlorose = Gelbsucht. Die häufigste Primelkrankheit, verursacht durch Kälte, Feuchtigkeit oder falschen Boden. Geben Sie Mikromineralien zum Dünger.

Hinweise Früher wurde die Primula veris Primula officinalis genannt: Medizin-Primel. Sie war als Heilpflanze bekannt und wird auch heute noch zu medizinischen Zwecken verwendet und zwar alle Teile: Blüten und Wurzelstock. Früher sammelten Frauen morgens den Tau von den Blättern und benutzten ihn als Schönheitsmittel.
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