Interessant im August
Nützliches, Wichtiges & Interessantes von den Experten!
In jedem Monat gibt es Meldungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die für Garten, Natur, Umwelt und Terrasse wichtig, hilfreich und nützlich sind. Wir fassen sie hier zusammen und ergänzen sie jeweils durch aktuelle Meldungen, die bei uns eintreffen.


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Die Deutschen sind Weltmeister im Honigkonsum
Mehr als ein Kilogramm des süßen Brotaufstriches verzehrt jeder Bundesbürger im Jahr. Ein Fünftel davon wird aus der heimischen Produktion der 90.000 Imker gedeckt; allein in Nordrhein-Westfalen sind es etwa 9.000 Imker mit 61.000 Völkern.

Wer deutschen Honig kauft, hilft dem Imker, sein Auskommen zu finden, unterstützt die regionale Vermarktung der kurzen Wege, fördert die Flora der heimischen Lebensräume, genießt eine einzigartige Geschmacksvielfalt und ernährt sich gesund.

Engelstrompeten selbst vermehren
Engelstrompeten, botanisch Brugmansia syn. Datura, gehören zu den Klassikern des Kübelpflanzensortimentes. Sie selbst zu vermehren macht Spaß und kann zu erstaunlichen Ergebnissen führen.

Erbgleich, also in Aussehen und Blütenfarbe so wie die Mutterpflanze, lassen sie sich am sichersten über Stecklinge vermehren. Für Überraschungen kann aber die Aussaat sorgen, manchmal kommt eine völlig neue Sorte dabei heraus. Dafür entnimmt man jetzt den Samen von der Mutterpflanze, trocknet ihn und sät ihn im Frühjahr aus. Ausgesät wird bei Temperaturen um 20 Grad in ungedüngte Aussaaterde.

Am besten stülpt man einen durchsichtigen Folienbeutel oder ein Glas über den Topf mit dem Samen. Die Keimdauer beträgt etwa zwei bis drei Wochen. Sind die jungen Keimlinge bewurzelt, werden sie einzeln in größere Töpfe verpflanzt. Sind sie angewachsen, werden sie behandelt wie die bereits vorhandene ältere Engelstrompete.

Den ganzen Sommer kann man Stecklinge der Engelstrompete schneiden und daraus neue Pflanzen ziehen. Man kann sowohl krautige Kopfstecklinge aus den Spitzen der Triebe als auch verholzte Teilstecklinge verwenden. Damit die jungen Pflanzen schnell zur Blüte kommen, sollte man die Stecklinge aus der Blühregion entnehmen.

Die Stecklinge werden in Anzuchterde gesteckt und bewurzeln in zwei bis drei Wochen bei 18 bis 20 Grad. Nach der Bewurzelung werden die Jungpflanzen in größere Töpfe mit normaler Blumenerde gepflanzt.

Tropische Blattschneiderameisen in Kölner Garten entdeckt
Tropische Blattschneiderameisen haben Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes in einem Hausgarten in Köln entdeckt. Der Gartenbesitzer hatte die Pflanzenschützer alarmiert, weil er wissen wollte, wer die Blumen in seinem Garten auffrisst. Die etwa 2,5 Centimeter großen Ameisen sind wahrscheinlich vom Nachbargrundstück zugewandert und besiedeln nicht nur den Garten, sondern dringen auch in das Wohnhaus ein.

Die Blattschneiderameisen leben von einem Pilz, den sie züchten und ständig mit großen Mengen frischen Blättern und Blüten oder abgefallenem Laub füttern. Die Kölner Ameisen gehören zur Gattung der Acromyrmex, vermutlich zur Art Acromyrmex octospinosus. Die Tierchen sind ursprünglich in den tropischen Regenwäldern Südamerikas zu Hause und bilden sehr große Kolonien.

Die Nester werden in hohlen Baumstämmen oder unter Steinplatten angelegt. Experten vermuten, dass sie auch im deutschen Winter überleben können, wenn sie sich in der kalten Jahreszeit in Wohnhäuser zurückziehen. Neben den Schäden an den Pflanzen ist daher die mögliche Besiedelung von Wohnhäusern ein ernstzunehmendes Problem.

Die Bekämpfung der tropischen Ameisen im Garten ist sehr schwierig, weil ständig neue Ameisen in großer Zahl zuwandern. Hier und vor allem bei der Bekämpfung der Tiere im Haus sind professionelle Schädlingsbekämpfer gefordert, die den ungebetenen Gästen systematisch zuleibe rücken.

Jetzt ist Kompostzeit
Bei der Gartenarbeit fällt sehr viel organisches Material an, zum Beispiel Stauden- und Gehölzrückschnitte, Reste von Sommerblumen und Gemüse. Wer die Reste aus dem Garten einfach aufeinander packt, wird daraus keinen guten Kompost gewinnen. Besser ist es, im Herbst das gesammelte Grünzeug aus dem Sommer gleichzeitig mit anfallendem Frischmaterial in zerkleinerter Form zu einer offen liegenden großen Kompostmiete aufzusetzen.

Beigemischt werden sollten etwa drei Prozent fertiger Kompost, da hier alle notwendigen Mikroorganismen enthalten sind und so die Rotte in Gang gesetzt wird. Zudem gehören etwa zehn Kilogramm Gesteinsmehl je Kubikmeter und fünf Kilogramm Algenkalk "Algomin" oder Hüttenkalk dazu. Gesteinsmehl verhindert die Geruchsbildung und reichert den Kompost mit Mineralien an. Kalk bindet bei der Umsetzung organische Säuren.

Nach dem Aufsetzen sollte sich der Haufen bis auf 50 bis 60 Grad erwärmen. Dadurch werden Krankheitskeime vernichtet. Diese Erhitzung kommt allerdings nur im Inneren einer Miete, die mindestens drei Kubikmeter groß ist, zustande. Wenn die Temperatur im Mietenkern nachlässt, sollte umgeschaufelt werden, damit das Äußere nach innen kommt. Ist der umgesetzte Komposthaufen abgekühlt, bedeckt man ihn mit Stroh, Lochfolie oder mit Pflanzen, wie Kapuzinerkresse oder Kürbissen, die man direkt in den Kompost pflanzt oder sät.

Je nach Materialzusammensetzung ist der Kompost nach einem halben bis einem Jahr nicht nur als Bodenverbesserungsmittel, sondern auch als Dünger verwendbar. Nach ein bis zwei Jahren und eventuell einmaligem Umsetzen ist der Kompost in Erde umgewandelt und ein wertvoller Humus- und Nährstofflieferant. Jetzt kann er mit ein bis drei Kilogramm pro Quadratmetern im Garten verteilt werden. Reine Komposterde eignet sich nicht als Anzuchterde, weil sie zu nährstoffreich ist.

Ambrosia - eine Gefahr für Gesundheit und Natur?
Das Beifußblättrige Traubenkraut, auch Ambrosia genannt, ist in den letzten Jahren in Südeuropa auf dem Vormarsch. Sein Blütenstaub kann starke Allergien auslösen und die Pflanze kann in landwirtschaftlichen Kulturen, wie Sonnenblumen und Zuckerrüben, zu einem gefürchteten Unkraut werden.

Ambrosia artemisiifolia ist ein einjähriges Ackerunkraut aus der Familie der Korbblütler. Die Pflanze kann eine Höhe von 30 cm bis zu 1,80 m erreichen. Die Stängel sind leicht behaart und färben sich im Laufe des Sommers auf der Oberfläche häufig rötlich. Die feinen Blätter sind gefiedert, im unteren Teil der Pflanze doppelt fiederspaltig oder gezähnt.

Die grüngelblichen männlichen Blütenköpfe sitzen am Ende der Zweige in traubenförmigen Blütenständen, darunter sitzen die weiblichen Blüten. Die ersten Blüten öffnen sich Ende Juli/Anfang August, der Höhepunkt der Blüte ist im August/September. Der in großen Mengen gebildete und weit fliegende Pollen hat stark allergene Eigenschaften, wodurch die Belastung für Pollenallergiker deutlich verlängert werden kann.

Für Deutschland gibt es zwar bisher keine gesicherten Erkenntnisse, dass sich der Pollen verstärkt ausbreitet, doch Vorsicht ist geboten. Durch Verteilung der Samen mit dem Fahrtwind entlang von Hauptverkehrsstraßen oder an Autoreifen wird die Pflanze weiter verbreitet.

Als Verunreinigung im Vogelfutter, in Futtermitteln oder in Saatgut kann sie über weite Entfernungen verschleppt werden. Auch mit Bodentransporten oder Bodenresten an Geräten und Fahrzeugen kann der Samen, der über Jahrzehnte keimfähig bleibt, in neue Gebiete gelangen.

Das Beifußblättrige Traubenkraut stammt ursprünglich aus Nordamerika. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Samen mit den Getreidevorräten der us-amerikanischen Armee in verschiedene Gebiete Westeuropas eingeschleppt. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich die Pflanze im Rhonetal um Lyon, in der Poebene und in Ungarn stark ausgebreitet. Auch in der Schweiz tritt sie in der Region Genf und im Tessin inzwischen häufig auf und wird bekämpft.

Gartenböden jetzt untersuchen lassen
Pflanzen benötigen - genau wie Mensch und Tier - eine ausgewogene Ernährung, damit sie sich optimal entfalten können. Die den Pflanzen über den Boden angebotenen Nährstoffe müssen in ihrer Menge und in ihrem Verhältnis zueinander abgestimmt werden. Dies ist wichtig, damit nicht zuviel gedüngt wird und es in den Wintermonaten nicht zu einer Auswaschung der Nährstoffe ins Grundwasser kommt.

Die LUFA NRW der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bietet einen besonderen Bodenuntersuchungs-Service für Haus- und Kleingartenbesitzer an. Dieser Service ermöglicht jedem Gartenbesitzer, optimal, kostengünstig und umweltgerecht zu düngen. Dabei wird der Boden nicht nur auf seine Nährstoffgehalte untersucht, sondern der Gärtner bekommt eine auf die Gartennutzung abgestimmte Düngeempfehlung.

Die Standarduntersuchung auf pH-Wert, pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium kostet unter 20 Euro. Weitere Untersuchungen, zum Beispiel auf Humusgehalt, Salzgehalt, Schwermetallbelastung oder Rückstände aufgrund eines erhöhten Pflanzenschutzmitteleinsatzes, sind möglich.

Weitergehende Informationen sowie Probenahme-Anleitung und Auftragsformular erhalten interessierte Hobbygärtner gegen Einsendung eines adressierten und mit 55 Cent frankierten Briefumschlages bei der LUFA NRW, Stichwort Hausgarten, Nevinghoff 40, 48147 Münster, Deutschland, Fon: +49 251 2376-595. Schneller und billiger geht's mit einem Auftragsformular und einer Probenahme-Anleitung, die es im Internet unter www.lufa-nrw.de kostenlos zum Downloaden gibt.

Erntemilben - Plagegeister im Garten
Alljährlich häufen sich im August/September Anfragen beim Pflanzenschutzdienst, welche Plagegeister nach einem Aufenthalt im Garten stark juckende Hautstellen verursachen. Erntemilben, die noch vor zehn Jahren auf das Rheintal beschränkt waren, haben sich nach Angaben des Pflanzenschutzdienstes nun auch auf Höhenlagen der Eifel und des Bergischen Landes ausgedehnt. Erntemilben quälen Menschen am liebsten an den Stellen, an denen die Kleidung eng anliegt, wie zum Beispiel an Taille oder Knöchel.

Hitze und anhaltende Trockenheit verursachen eine Massenvermehrung. Die Tiere fallen den Menschen an, um in einem bestimmten Entwicklungsstadium, ähnlich wie Zecken, Blut zu saugen. Man findet die Milben vor allem in Rasen- oder Grasflächen und in niederen Büschen.

Eine direkte Bekämpfung mit chemischen Präparaten ist nicht möglich und sollte auch aus Umweltschutzgründen nicht erfolgen. Werden Erntemilben im Garten festgestellt, muss der Rasen möglichst kurz gemäht werden. Befallene Gärten sollten nie mit nackten Füßen oder Beinen betreten werden.

Jetzt ist Chrysanthemen-Zeit
Sie sind über 1.000 Jahre alt, stammen aus China, schmückten in Japan das Kaiserwappen und wurden dort als Kiku, Abendsonne, zum Kult und damit zur Nationalblume: Die Chrysanthemen. In Europa gibt es die Wucherblumen oder Margeriten, wie sie hier heißen, erst seit 160 Jahren. Doch seitdem sind sie aus den Gärten, Beeten, Kästen und Kübeln nicht mehr wegzudenken.

Auch in Deutschland gehören Chrysanthemen zu den beliebtesten Pflanzen - wen wundert's: Bei über 5.000 Sorten mit unzähligen Farbvarianten tun sich jede Menge Verwendungszwecke auf.

Ursprünglich blühten die Pflanzen nur in der Zeit der kürzer werdenden Tage im Herbst. Heute verkaufen die Gärtnereien Arten und Sorten, die auch im Sommer blühen, solche, die als winterharte Staude im Garten überdauern können, nicht frostharte Kübelpflanzen und viele verschiedene Schnittblumen. Jetzt sind die typischen Herbstfarben, wie Rostbraun, Rot oder Bronzetöne, sehr beliebt.

In Sachen Pflege sind die Wucherblumen, Abendsonnen und Margeriten recht anspruchsvoll: Werden sie eingesät, benötigen die Pflanzen unbedingt einen nährstoffreichen Boden und reichlich Wasser. Winterharte Staudenchrysanthemen haben eine Vorliebe für feuchte, nährstoffreiche und möglichst tiefgründige Böden.

Nach einigen Jahren sollte man die Pflanzen teilen und an einen anderen Platz setzen, da sonst die Blüten immer kleiner werden. Margeritenbäumchen im Kübel müssen einmal wöchentlich gedüngt werden. Hier sollte man Vorsicht beim Gießen walten lassen: Chrysanthemen vertragen keinerlei Staunässe und dürfen nie im Wasser stehen.

Meist bekommt den Pflanzen das Überwintern nicht gut. Man sollte sie zum Überwintern also nicht etwa in den dunklen Keller verfrachten; ideal ist vielmehr ein kalter Wintergarten. Dann blühen die Pflanzen unter Umständen den ganzen Winter hindurch.

Wenn die Walnüsse schwarz sind
Die feuchten Witterungsbedingungen begünstigen die Ausbreitung der zwei wichtigsten Krankheitserreger an Walnussbäumen. Übeltäter sind das Bakterium Pseudomonas juglandis und der Pilz Marssonina juglandis, die an Walnussbäumen sehr ähnliche Symptome hervorrufen.

Anfangs erscheinen auf den Blättern und Früchten kleinere braune Flecken, die sich allmählich ausbreiten und zusammenfließen. Später sind die Flecken meist eckig umgrenzt. Über die Fruchtschale können die Bakterien und der Pilz auch in die Nüsse eindringen und die gesamte Frucht zerstören. Die Fruchthüllen sind braun-schwarz verfärbt, der Kern wird weich, faul und verfärbt sich schwarz. Blätter und Früchte fallen früher.

Um im nächsten Jahr einer Neuansteckung der jungen Blätter und Triebe vorzubeugen, ist es wichtig, die in kranken Trieben und im Falllaub überwinternden Bakterien und Pilzsporen zu beseitigen. Auch die kranken Früchte müssen entsorgt werden, um den Befallsdruck im nächsten Frühjahr zu verringern. Laub und Früchte sollten weder auf den Kompost noch in die Biotonne.

Eine Bekämpfung der Krankheit mit chemischen Pflanzenschutzmitteln ist nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nicht möglich. Wer neue Walnussbäume pflanzt, sollte sehr feuchte Standorte, die den Befall verstärken, meiden.



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Strauchmargerite. Foto: Archiv
Engelstrompeten. Foto: Archiv

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Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen © 1994 - 2011 Dirk Jasper