Interessant im Dezember
Nützliches, Wichtiges & Interessantes von den Experten!
In jedem Monat gibt es Meldungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die für Garten, Natur, Umwelt und Terrasse wichtig, hilfreich und nützlich sind. Wir fassen sie hier zusammen und ergänzen sie jeweils durch aktuelle Meldungen, die bei uns eintreffen.


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Nordmanntannen gefragt
Nordmanntannen werden immer beliebter. Der Kunde greift vermehrt zu dieser Tanne als Weihnachtsbaum, weil er weiche Nadeln trägt und länger hält. Die Verbraucher müssen in diesem Jahr aber für die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) etwa einen bis zwei Euro pro laufenden Meter mehr bezahlen. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mitteilt, kostet die Tanne dann zwischen 16 und 20 Euro je laufenden Meter.

Das liegt neben der großen Nachfrage auch an den gestiegenen Energie- und Lohnkosten. Es fehlen jetzt Bäume, weil es vor zehn Jahren eine geringere Saatguternte im Kaukasus gegeben hat. Außerdem importieren die Dänen weniger Bäume nach Deutschland.

Der Verbraucher greift häufiger zur Nordmanntanne, so dass die Nachfrage nach Blaufichten sinkt. Die Blaufichte (Picea pungens 'Glauca') ist für neun bis zwölf Euro je laufenden Meter zu erhalten. Die Rotfichte (Picea abies) kostet zwischen fünf und sieben Euro den laufenden Meter.

Bundesweit werden auf etwa 50 000 Hektar Weihnachtsbäume angebaut. Davon entfallen mehr als 15 000 Hektar auf Nordrhein-Westfalen. Derzeit werden etwa 25 Millionen Bäume jährlich in Deutschland verkauft. Jeder vierte Weihnachtsbaum kommt aus dem Sauerland.

Chinakohl hat Hochsaison
Chinakohl kommt - wie der Name schon sagt - wahrscheinlich aus dem Reich der Mitte, hat sich aber in den letzten zehn Jahren zu einer bedeutenden heimischen Gemüseart entwickelt.

Hauptanbaugebiete in Deutschland sind Nordrhein-Westfalen und Bayern. Chinakohl, auch Pekingkohl, Blätterkohl oder Kochsalat genannt, wird in diesem Jahr auf 214 Hektar in NRW angebaut, wobei der Schwerpunkt im Rheinland liegt, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Chinakohl wird meist in länglichen Kopfformen angeboten. Je nach Sorte ist er hellgrün oder gelblich-weiß. Ähnlich wie Wirsing hat er gewellte Blätter mit breiten Blattrippen, die Blätter liegen dicht übereinander. Er ist knackig, sehr mild im Geschmack, reich an Vitaminen und hat nur 11 Kalorien pro 100 Gramm. Sein Gehalt an Senfölen macht ihn besonders bekömmlich. Erntefrische Köpfe wiegen zwischen 800 und 2 000 Gramm.

Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt er bis zu zehn Tagen frisch. Chinakohl schmeckt als Salat, zum Beispiel mit Obst oder Roten Beten, aber auch gedünstet. Als Gemüse wird Chinakohl nur acht Minuten gegart und kräftig gewürzt.

Glück aus dem Gewächshaus
Zu Silvester ist er sehr gefragt - mit Zylinder und Schornsteinfeger im Schlepptau ist er der Glücksbringer Nummer 1 zum neuen Jahr: Oxalis deppeii - der Glücksklee. Bereits seit Anfang Oktober wird der vierblättrige Glücksklee in Gewächshäusern gehegt und gepflegt, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Aus kleinen Zwiebeln, in Anzuchterde gepflanzt, wachsen bei 10 bis 12 Grad bald viele Kleeblätter. Damit sie nicht zu groß werden, drosselt der Gärtner das Wachstum mit kühlen Temperaturen. Ab Weihnachten wird der Klee über die Großmärkte an Blumengeschäfte verkauft.

Ursprünglich stammt der vierblättrige Klee aus Mexiko, kam aber schon 1920 nach Deutschland. Bereits im Mittelalter galt er als Glücksbringer, da durch die vier Blätter die Kreuzform symbolisiert wird. Das soll alles Böse fernhalten.

Auch Hobbyhalter müssen Tierzahlen melden
Wer in Nordrhein-Westfalen Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen, Gehegewild, Geflügel oder Bienen hält, ist verpflichtet, bis spätestens zum 31. Januar seinen Bestand bei der Tierseuchenkasse zu melden. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass diese gesetzliche Verpflichtung nicht nur für Landwirte, sondern auch für Hobbyhalter und gewerbliche Tierhalter gilt.

Stichtag für die Meldung der Tierzahlen ist der 1. Januar 2008. Eine Ausnahme gilt nur für Rinderhalter, denn hier kann die Tierseuchenkasse NRW auf eine zentrale Datenbank zurückgreifen, in der alle in Deutschland lebenden Rinder gemeldet sind.

Tierhalter, die bereits bei der Tierseuchenkasse bekannt sind, erhalten Ende Dezember automatisch einen Meldebogen. Wer keinen Meldebogen erhalten hat oder erstmals in diesem Jahr Tiere hält, muss seine Meldung formlos schriftlich bei der Tierseuchenkasse abgeben.

Werden die für das Beitragsjahr 2008 maßgeblichen Tierzahlen nicht oder nicht rechtzeitig gemeldet, wird für die Beitragserhebung die Tierzahl des Vorjahres herangezogen. Wer am 15. Februar des kommenden Jahres mehr als 49 Pferde, 49 Rinder, 99 Schweine, 49 Schafe oder Ziegen, 49 Stück Gehegewild, 999 Hühner, Gänse, Enten oder Truthühner oder zehn Bienenvölker hält, muss seinen Tierbestand auch zum 15. Februar melden, wenn sich bei einer dieser Tierarten der Bestand seit 1. Januar um mehr als zehn Prozent erhöht hat.

Die Tierseuchenkasse NRW gehört als Sondervermögen zur Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, Beiträge von den Tierhaltern in Nordrhein-Westfalen zu erheben, um damit beim Auftreten einer Tierseuche Entschädigung zu leisten und Beihilfen für vorbeugende Maßnahmen anzubieten. Weitere Informationen gibt es im Internet oder am Telefon unter +49 251 289820.

Kleinkronige Bäume für kleine Gärten
Nicht jeder Baum passt in einen Hausgarten. Gartenbesitzer müssen deshalb aber nicht auf Bäume verzichten, denn auch für kleine Gärten gibt es passende Bäume.

Im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster-Wolbeck gibt es eine einzigartige Sammlung schwach und mittelstark wachsender Baumarten für den Hausgarten. Diese Bäume sind für die Pflanzung in Hausgärten besser geeignet als die oft stark wachsenden Waldbaumarten. Schon Einfahrten und kleine Flächen reichen als Standort aus, wenn die Grenzabstände entsprechend dem Nachbarrecht eingehalten werden.

Interessenten können diese Sammlung, die detailliert ausgeschildert ist, an Werktagen, außer freitags, von 8 bis 16 Uhr nach telefonischer Anmeldung besichtigen.

Ansprechpartner: Dr. Markus Richter, Gartenbauzentrum Münster-Wolbeck, Münsterstraße 62 - 68, 48167 Münster-Wolbeck, Deutschland (GoogleMaps, Festnetz +49 2506 309-179.

Weihnachtsbäume nicht in den Müll
Nach den Feiertagen fragt sich so mancher: Wohin mit dem Weihnachtsbaum? Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät Gartenbesitzern: Nicht wegwerfen! Christbäume mit Ballen können nach einer Eingewöhnung an niedrigere Temperaturen in den Garten gepflanzt werden. Wurzellose Weihnachtsbäume werden noch ein zweites Mal genutzt.

Die abgeschnittenen Zweige können vielen Gartenbesitzern gerade im Winter von Nutzen sein, auch wenn sie nur spärlich mit Nadeln besetzt sind. In mehreren Lagen übereinander gelegt, schützen die Zweige empfindliche, jetzt schon austreibende Blumenzwiebeln und Stauden vor Frostschäden.

Auch als Verdunstungsschutz helfen Fichtenzweige, Pflanzen zu schützen. Dies trifft zum Beispiel für die immergrünen Gehölze wie Rhododendron, Azalee, Kirschlorbeer und andere zu. Diese Pflanzen erfrieren bei stärkeren Frösten selten. Sie vertrocknen meistens, weil sie aus dem tiefgefrorenen Boden kein Wasser entnehmen können, aber weiterhin Flüssigkeit verdunsten.

Da dieser Wasserverlust bei sonnigem Wetter besonders stark ist, können die Fichtenzweige dann für Beschattung und Verdunstungsschutz sorgen.

Weihnachtsbäume bleiben mit Wasser länger frisch
Normales Leitungswasser ohne Zusatz reicht aus, um den Weihnachtsbaum frisch zu halten, damit er nicht nadelt. Das haben Versuche der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ergeben. Im Gartenbauzentrum Münster-Wolbeck der Landwirtschaftskammer wurden bei Blau- und Stechfichten Versuche zum Einsatz von Frischhaltemitteln für Weihnachtsbäume angelegt. Der Zusatz von Zucker schadet nicht, länger frisch bleibt der Weihnachtsbaum damit aber auch nicht. Das gilt auch für Frischhaltemittel.

Die Landwirtschaftskammer rät davon ab, den Weihnachtsbaum trocken über die Festtage stehen zu lassen oder Frostschutzmittel zu verwenden. Beim Einsatz von Glyzerin zeigte der Baum braun-rötliche Verfärbungen. Außerdem bildeten sich im Wasser Schimmelpilze. Die Landwirtschaftskammer rät weiter, den Weihnachtsbaumständer immer mit genügend Wasser zu füllen. Gerade die Fichte reagiert auf fehlendes Wasser mit vorzeitigem Nadelfall. Bei den Versuchen wurde festgestellt, dass die Bäume bis zu einem Liter Wasser in drei Tagen ziehen. Deshalb sollte immer der Wasserstand kontrolliert werden.

Um lange Freude am Weihnachtsbaum zu haben, sollte beim Kauf auf Frische geachtet werden. Ein frisch geschlagener Baum ist an der weißen Schnittstelle zu erkennen. Bei Bäumen, die schon länger gelegen haben, wird die Schnittstelle grau. Deshalb ein Tipp von der Landwirtschaftskammer: Bevor der Baum aufgestellt wird, am besten noch einmal ein Stück von der Schnittstelle absägen, damit der Baum das Wasser besser aufnehmen kann. Auch sollte das Transportnetz erst entfernt werden, wenn der Baum im Weihnachtsbaumständer ausgerichtet wurde. Dann geht das Ausrichten leichter.

Eine Alternative zum Baumständer ist ein Weihnachtsbaum mit Topf. Durch die verbleibenden Wurzeln kann der Baum noch genügend Wasser aufnehmen, um auch unter Wohnraumtemperaturen frisch bis ins neue Jahr zu bleiben. Voraussetzung ist natürlich auch hier das regelmäßige Gießen. Von einem späteren Auspflanzen in den Garten ist aber vor allem bei der Nordmanntanne abzuraten, da sie eine Pfahlwurzel bildet, die bei der Ballenentnahme so stark geschädigt wird, dass keine Anwachsgarantie gegeben werden kann.

Der richtige Schnitt für guten Ertrag
Wer im nächsten Jahr viel Obst in seinem Garten ernten will, der sollte jetzt mit dem Schnitt von Kern- und Beerenobst beginnen, rät die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Obstschnitt sorgt nicht nur für guten Ertrag und Qualität, sondern fördert auch das Abtrocknen der Kronen nach sommerlichen Regenfällen und vermindert die Gefahr von Pilzinfektionen, wie Schorf.

Obstbäume sollten nicht bei Temperaturen von weniger als minus fünf Grad geschnitten werden, weil das Holz dann brüchig ist und Schnittwunden schlecht verheilen. Grundsätzlich gilt: Nicht schnippeln, sondern schneiden. Also lieber eine ganze Astpartie herausnehmen, als mehrere Zweige stutzen. Je mehr Schnittstellen entstehen, desto mehr Wunden hat der Baum. Die Äste müssen so geschnitten werden, dass keine Aststümpfe stehen bleiben. Schnittstellen, die größer als ein 2 Euro-Stück sind, mit einem scharfen Messer glatt schneiden und mit Wundverschlussmittel bestreichen.

Beim Schnitt des Beerenobstes ist darauf zu achten, dass alte Boden- und Basistriebe herausgenommen werden. Das gilt vor allem für Stachelbeeren. Ist in diesem Jahr der Stachelbeermehltau aufgetreten, müssen alle Triebspitzen und schwachen Triebe entfernt werden. Bei Johannisbeeren ist der Ertrag von einer guten Verzweigung abhängig. Deshalb wird der Haupttrieb um ein Drittel gekürzt, damit er sich verzweigen kann.

Stämmchen werden ähnlich behandelt wie Büsche. Damit sie nicht auseinander brechen, die herabhängenden Zweige kürzen und den Stamm an einem Holzpfahl befestigen.

Chicorée-Saison hat begonnen
Jetzt gibt es frischen Chicorée. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mitteilt, werden die rübenförmigen Zichorienwurzeln, aus denen die weißen bis goldgelben, knackigen Sprossen herangetrieben werden, im Herbst geerntet. Vom Feld kommen die Wurzeln etwa zehn Tage ins Kühlhaus, um sie treibwillig zu machen. Die anschließende Treiberei in vollkommen abgedunkelten Räumen dauert drei bis vier Wochen.

Durchschnittlich 15 000 Kilogramm Chicorée können aus einer Ernte von einem Hektar Wurzeln getrieben werden. In Nordrhein-Westfalen liegt die Anbaufläche bei etwa 45 Hektar.

Chicorée ist reich an Provitamin A und Folsäure. Die Sprossen sind besonders kalorienarm, 100 Gramm enthalten nur 16 Kalorien, außerdem sind sie leicht verdaulich. Im unteren Teil des Chicorée sind Bitterstoffe angereichert. Bei der Zubereitung wird dieses Stück keilförmig herausgeschnitten.

Chicorée wird unter Tageslicht grün. Die Sprossen sollten deshalb im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden, wo sie sich bis zu einer Woche halten. Für eine Konservierung ist Chicorée ungeeignet.



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Chinakohl-Ernte. Foto: CMA
Kleeblatt. Foto: Marika Kude / Pixelio
Weihnachtsbaum. Foto: Dirk Jasper
Chicorée-Ernte. Foto: CMA

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Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen © 1994 - 2011 Dirk Jasper