Interessant im Juli
Nützliches, Wichtiges & Interessantes von den Experten!
In jedem Monat gibt es Meldungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die für Garten, Natur, Umwelt und Terrasse wichtig, hilfreich und nützlich sind. Wir fassen sie hier zusammen und ergänzen sie jeweils durch aktuelle Meldungen, die bei uns eintreffen.


+++ Werbung +++
Blau-violett blüht Phacelia
Zwischen gelben Getreidefeldern und grünen Maisschlägen fallen jetzt besonders einzelne violettfarbene Blütenteppiche auf. Bei den blau-violett blühenden etwa 60 Zentimeter hohen Pflanzen mit feingliedrigen stark behaarten Blättern handelt es sich um Büschelschön, botanisch Phacelia, ein Wasserblattgewächs.

Landwirte haben es im April oder Mai zur Begrünung ihrer Stilllegungsflächen ausgesät. Phacelia ist für Insekten, besonders Bienen, eine wertvolle Nahrungsquelle, deshalb wird sie auch Bienenfreund und Bienenweide genannt.

Für Landwirte bringt Phacelia viele ackerbauliche Vorteile. Büschelschön sorgt für eine schnelle, intensive Bodenbedeckung und verhindert eine Verunkrautung der Felder. Die Pflanze fördert die Bodengare sowie die Krümelstruktur des Bodens und eignet sich auch hervorragend zur Vorbereitung einer Mulchsaat von Mais und Zuckerrüben im nächsten Jahr.

Als Zwischenfrucht, nach Getreide im August oder September gesät, blüht Phacelia allerdings nicht mehr. Die nicht winterharten Pflanzen sterben nach dem ersten stärkeren Frost ab und bieten im Winter einen perfekten Schutz für den Boden.

Heimvorteil für Saisongemüse
Saisongemüse frisch geerntet, direkt aus der Region, hat viele Vorteile. Durch kurze Transportwege enthalten Freilandsalate und Gemüse, wie Kohlrabi, Spinat oder Blumenkohl, entsprechend mehr Vitamine als die Lebensmittel, die lange mit dem LKW unterwegs sind. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Gemüse liegt in Deutschland bei knapp 90 Kilogramm. Etwa die Hälfte des Verbrauchs entfällt davon auf Frischgemüse.

Spitzenreiter auf der Gemüsehitliste ist die Tomate. Sie rangiert mit 16,6 Kilogramm Pro-Kopf-Verzehr nach wie vor mit großem Abstand an der Spitze. Mit eingerechnet sind verarbeitete Tomaten, davon werden 9,7 Kilogramm verbraucht. An zweiter Stelle stehen Rot- und Weißkohl mit 6,4 Kilogramm, gefolgt von Möhren und Rote Bete mit 5,9 Kilogramm. Platz vier teilen sich Gurken und Zwiebeln, je 5,8 Kilo, vor Kopf- und Eissalat.

Sekundäre Pflanzenstoffe, die bioaktiven Substanzen, sind in der Lage, das Risiko für Herz- und Kreislauf- sowie Krebserkrankungen zu senken. Sie werden vor allem dann gefördert, wenn das Gemüse entsprechend seiner natürlichen Wachstumsperiode reifen kann.

Die Frische eines Salates erkennt der Kunde immer an den knackigen Blättern und einer weißen Schnittfläche am Strunk. Ganz frisch kommt das Gemüse auf den Tisch, das direkt beim Bauern gekauft wird. Adressen von landwirtschaftlichen Betrieben, die ihre Produkte direkt ab Hof vermarkten gibt es im Internet.

Pilz bedroht Buchsbäume
Buchsbäume haben es zurzeit schwer: Die Landwirtschaftskammer beobachtet verbreitet ein Absterben von Buchsbaumtrieben. Die Ursache der Erkrankung ist der Pilz Cylindrocladium buxicola. Die Sporen werden durch Wind verbreitet und dringen in die Triebe und Blätter ein.

Vor allem nach einem Rückschnitt der Gehölze gibt es besonders viele Eintrittspforten an den Pflanzen. Die Folge sind braune Blattflecken und Strichelungen an den Trieben sowie das anschließende Absterben ganzer Triebe, Äste und Pflanzen.

Der Erreger Cylindrocladium buxicola wurde vor einigen Jahren erstmals in Deutschland an Buchsbäumen gefunden. Derart massive Schäden wie zurzeit wurden jedoch bisher nicht beobachtet. Einen ähnlich großen Befall gab es 1997 und in den Folgejahren in Großbritannien. Der Erreger Cylindrocladium braucht stets genug Feuchtigkeit, um seine Sporen zu produzieren und sich zu verbreiten.

Die Braunfärbung der Blätter als erstes Befallssymptom ist schwer zu erkennen. Wenn die Blätter abfallen und die Triebe absterben, ist der Befall bereits weit fortgeschritten. Dann hilft nur noch ein kräftiger Rückschnitt der befallenen Partien. Erkrankte Pflanzenteile müssen sorgfältig entsorgt werden, das gilt auch für herabgefallenes Laub.

Auch die oberste Erdschicht sollte entfernt werden, da der Pilz mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Besonders anfällig ist die Sorte Buxus sempervirens Suffruticosa. Die Infektion ist an Blattnässe gebunden. Wo die Möglichkeit besteht, sollten Buchsbäume vor zu viel Feuchtigkeit geschützt werden.

Die Experten des Pflanzenschutzdienstes gehen davon aus, dass sich der Pilz bereits in den letzten zwei Jahren in vielen Gebieten Deutschlands stark etablieren konnte. Zurzeit gibt es kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel, das gegen diesen Pilz wirkt.

Jetzt ist Kartoffelkäfer-Zeit
Die Kartoffelkäferlarven sind wieder aktiv. Die bekannten Käfer mit den zehn gelb-schwarzen Streifen sind im Frühjahr meist zur Stachelbeerblüte das erste Mal zu sehen. Auf die Blattunterseite legt das Käferweibchen etwa 20 bis 50 Eier. Bei günstigen Temperaturen von mehr als zwölf Grad dauert es bis zum Schlupf etwa zehn Tage.

Zurzeit findet man nicht nur auf Kartoffeläckern, sondern auch in Hausgärten hungrige Larven. Haben die gefräßigen rot-schwarz gestreiften Larven erst einmal mit dem Fraß begonnen, kann der Gartenfreund täglich zusehen, wie seine Kartoffelpflanzen ihre Blätter verlieren.

Was kann man im Garten gegen die gefräßigen Käfer tun? Die einfachste und sicherste Methode ist das Absammeln und Vernichten der Käfer, die im Frühjahr zur Eiablage in den Garten einwandern. Schüttelt der Hobbygärtner die Stauden, so fallen die verdutzten Käfer auf den Boden und können entfernt werden.

Diese Methode verspricht für den Sommer eine Zeit lang Ruhe vor Kartoffelkäfern, aber es besteht die Gefahr, dass Käfer später noch aus Nachbars Garten zuwandern. Besonders Gärten, in denen im vergangenen Jahr ein starker Befall mit den gefräßigen Käfern zu beklagen war, sollten in diesem Sommer stärker kontrolliert werden.

In einem kleinen Hausgarten haben es die Käfer nämlich besonders einfach: Sie müssen nur von ihrem Überwinterungsquartier im Boden an die Oberfläche krabbeln und schon sind sie mitten im Kartoffelkäferparadies.

Auch gegen die Eiablage lautet die Devise: Absammeln. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, denn die Gelege des Kartoffelkäfers unterscheiden sich nur in der Farbe von den Gelegen der Marienkäfer. Während der Kartoffelkäfer orange-rötliche Eiablagen hinterlässt, sind die Eiablagen der Marienkäfer eher gelblich. Die Eigelege an der Blattunterseite sollten einfach zerdrückt werden. Hierbei ist Gründlichkeit gefragt, denn ein Käferweibchen kann innerhalb von zwei Monaten 400 bis 2.000 Eier legen.

Noch in den 50er Jahren wurde der Kartoffelkäfer für Propagandazwecke genutzt. Damals startete die Führung der DDR auf Plakaten und in Medienberichten eine Kampagne gegen die Ami- oder Colorado-Käfer, die als Saboteure der sozialistischen Landwirtschaft in amerikanischen Diensten bezeichnet wurden.

Kühe trinken nicht über den Durst
Nicht nur Menschen, auch Tiere haben bei sommerlichen Temperaturen einen enormen Durst. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beträgt der tägliche Wasserbedarf einer Kuh, die 20 Liter Milch pro Tag gibt, etwa 60 Liter.

Frisch und sauber sollte das Tränkewasser für die Kühe auf der Weide sein und ständig verfügbar. Jedes Tier muss jederzeit in der Lage sein, seinen Durst zu stillen. Drei- bis zehnmal am Tag bedient sich die Kuh an der Wasserbar. Sie hat einen "enormen Schluck am Leibe", da sie durchschnittlich 10 l Wasser in einer halben Minute aufnimmt.

Kann die Kuh ihren Wasserbedarf nicht decken, führt das zur Stresssituation. Stress in Zusammenhang mit Wassermangel und warmer Witterung bedeutet eine große Belastung für Organismus und Stoffwechsel der Tiere. Die Kühe fressen weniger und geben weniger Milch. Tränkewasser muss für die Tiere in unbegrenzter Menge angeboten werden, denn anders als der Mensch trinken sie nicht über den Durst.

Rüben halten Mittagsschlaf
Viele Zuckerrübenfelder sehen zurzeit traurig aus. Die Rüben lassen die Blätter hängen, teilweise liegen sie sogar platt am Boden. Vertragen die Rüben die Hitze nicht? Die Experten sagen 'Nein'.

Die Zuckerrübe, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, fühlt sich auch bei heißem Wetter noch relativ wohl. Sie hat sehr tiefe Wurzeln und kann Wasser auch aus tieferliegenden Bodenschichten nutzen.

Damit sie bei der Hitze nicht unnötig Energie verbraucht, geht sie tagsüber in Schlafstellung, indem sie die Blätter hängen lässt. Nachts richten sie sich in der Regel wieder auf.

Balkonpflanzen sind keine Sumpfpflanzen
Wenn Sommerblumen in Balkonkästen und Kübelpflanzen, aber auch Topfpflanzen, ständig nasse Wurzeln haben, wenn das Gießwasser in den Töpfen steht, haben Bodenpilze aus der Gattung Pythium ein leichtes Spiel, meldet der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer.

Auch wenn in Gemüsebeeten oder auf Rasenflächen nach Gewittergüssen das Wasser einige Stunden steht, können diese Pilze die Pflanzen befallen. Die Sporen von Pythium-Arten benötigen fließendes Wasser, um zu den Wurzeln zu schwimmen. Der Stängelgrund und die Wurzeln werden von den Erregern zerstört. Sie färben sich braun-schwarz und der Transport von Wasser und Nährstoffen zu den oberirdischen Pflanzenteilen ist nicht mehr möglich.

Der Gärtner bemerkt den Befall mit Bodenpilzen sehr spät. Er wird erst auf den Schaden aufmerksam, wenn die Pelargonien-Pflanzen welken, wenn Gemüsekeimlinge umfallen oder Pflänzlinge einen kümmerlichen Wuchs zeigen und absterben.

Durch die weit verbreitet auftretende Pythium-Fäule werden vor allem März-, April- und Mai-Aussaaten gefährdet. Aussaaten ab Ende Juni und im Juli bleiben oft weitgehend von der Krankheit verschont.

Besonders bei Petersilie und anderen Gemüsekeimlingen sind die Probleme groß, wenn kein Wechsel der Anbaufläche vorgenommen wurde. Wer ab Februar in geheizten Räumen in Schalen aussät, ist erfolgreicher, weil sich Pflänzchen mit einer ausreichenden Größe nach der Vereinzelung stärker gegen die Bodenpilze wehren können.

Wer in Balkonkästen und Kübeln mit einer Drainageschicht dafür sorgt, dass das Wasser nach Gewittergüssen abfließen kann, braucht sich nicht vor der Pythium-Fäule zu fürchten.

Bemerkt der Gärtner den Pilzbefall früh genug, kann manchmal ein schnelles Umtopfen die Neubildung von Wurzeln anregen und die Pflanzen dadurch vor dem Absterben retten.

Trübe Aussichten für den Teich
Viel Sonne und hohe Temperaturen begünstigen das Algenwachstum in vielen Gartenteichen. Dafür verantwortlich sind in der Regel eine übermäßige Anreicherung mit sich zersetzender organischer Substanz und Sauerstoffmangel.

Erste Gegenmaßnahme ist das Abfischen der Algen. Auch eine Beschattung des Teiches ist hilfreich gegen Algenwachstum. Deshalb sollten einige Schwimmpflanzen, wie Wasserhyazinthen (Eichhornia azurea), Wassersalat (Pistia stratiotes) oder Algenfarn (Azolla filiculoides), auf der Teichoberfläche schwimmen.

Auch Wasserpflanzen mit Schwimmblättern, wie die Seerose, dienen dem gleichen Zweck. Allerdings sollten sie nicht die gesamte Teichoberfläche bedecken, denn auch Unterwasserpflanzen, die Sauerstoff produzieren, benötigen Licht zum Leben. Zu diesen Pflanzen gehört zum Beispiel das Tausendblatt (Myriophyllum-Arten) und die Wasserpest (Lagarosiphon major).

Zusätzlichen Sauerstoff bringt man durch ein Wasserspiel in den Teich. Wertvolle Helfer gegen Algen und Trübungen im Gartenteich sind Wasserflöhe (Daphnia) und Hüpferlinge (Cyclops). Sie halten sich jedoch nur, wenn keine Fische im Teich leben.

Die Pflanzen und die Beckenwände werden von Wasserschnecken gereinigt; davon gibt es verschiedene Arten. Fische, insbesondere Goldfische, die auf der Suche nach Nahrung am Grund des Teiches gründeln, wühlen ständig Trübteilchen auf. Das Füttern der Fische ist nicht notwendig und führt nur zu übermäßigem Nährstoffeintrag.

Sommerzeit - Hochkonjunktur für Wespen?
Im Sommer haben die Wespen Hochkonjunktur. Sollte es einmal eine Auseinandersetzung mit Wespen geben, geben die Experten ein paar Tipps im richtigen Verhalten zwischen Mensch und Insekt.

Wespen, die auf Nahrungssuche sind, reagieren nicht aggressiv, sondern weichen als scheue und ängstliche Insekten vor der drohenden Hand zurück. Da sie andererseits immer wieder von den verlockenden Düften angezogen werden und sich deshalb andauernden Schlag- und Fangversuchen ausgesetzt sehen, wehren sie sich dann mit ihrem Stachel.

Wer hingegen Wespen in Ruhe lässt, wird auch von ihnen nicht belästigt. Die Experten empfehlen, Ruhe zu bewahren und das Verhalten der Wespen zu beobachten, damit die Tiere nicht aus Versehen gequetscht werden oder beim Trinken in den Mund geraten. Übrigens sind Wespen sehr nützliche Tiere, denn sie vertilgen Ungeziefer wie Mücken und Fliegen.

Im Freien sollte nicht aus einem Glas getrunken werden, ohne vorher hineingeschaut zu haben. Gläser können abgedeckt werden. Eltern sollten ihren Kindern im Freien keine süße Limonaden oder gesüßte Tees zu trinken geben. Die süßen Düfte aus den Mündern der Kinder ziehen Wespen an und provozieren Stiche im Mundbereich.

Gleiches gilt für die wie bunte Blüten markierten Marmeladenmünder, die sich den Wespen wie Wirtshausschilder darstellen. Wer hier mit einem Waschlappen für konfitürenfreie Zonen sorgt, hat schon gegen einen Wespenstich vorgebeugt.

Wespen sind aber auch, was die Futtersuche angeht, sehr lernfähig. Der Frühstückstisch, auf dem Wurst, Käse und Marmelade einladend offen angeboten werden, wird zu einer festen Station auf ihren Suchflügen. Konfitürengläser sollten also direkt nach Gebrauch geschlossen werden und Wurst gehört wie auch Käse in ein Behältnis.

Wenig hilfreich ist es, Flaschen mit gärenden Säften als Wespenfallen aufzuhängen. Zum einen müssen die Tiere hier qualvoll sterben und zum anderen ziehen diese Düfte nur immer wieder aufs Neue weitere Wespen an. Ein bewährtes Wespenabwehrmittel ist dagegen Nelkenöl.

Wer allerdings trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen von einer Wespe oder einer Biene gestochen wird, sollte die Einstichstelle sofort kühlen. Eine allergische Reaktion ist nicht gleich bei einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle zu befürchten.

Erst wenn abseits davon Symptome auftreten, etwa ein Juckreiz im Fuß bei einem Stich in den Arm, ist Vorsicht angezeigt und es sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gleiches gilt bei einem Stich in den Mund.

Samen sammeln
Damit es bis weit in den Herbst hinein im Garten üppig blüht, müssen alle welken Blüten an Stauden und Sommerblumen abgeschnitten werden, darauf weisen die Experten hin. Geschieht dies nicht, bildet sich Samen, der den Pflanzen viel Kraft raubt.

Wer Spaß an der eigenen Zucht hat, sollte die eine oder andere welke Blüte aber stehen lassen, bis der Samen reif ist. Diesen keimfähigen Samen erntet man und sät ihn im nächsten Jahr wieder aus. Die eigene Samenernte spart nicht nur Geld, sie macht auch Spaß und kann sogar spannend sein.

Wenn man von so genannten Hybridsorten, die aus einer Kreuzung zweier besonders schöner, gesunder und leistungsfähiger Sorten entstehen, Samen aussät, können die daraus wachsenden Pflanzen völlig anders aussehen als die Mutterpflanze, von der der Samen stammt. Das liegt an den Erbeigenschaften, die das jeweilige Samenkorn mitbekommen hat.

Zum Abschneiden der Samenstände oder Samenkapseln benötigt man ein scharfes Messer oder eine Rosenschere. Ein Teesieb ist hilfreich, um feinen Samen von trockenen Samenhäuten zu trennen. Einfach ist zum Beispiel die Samenernte bei Ringelblumen, Mohn, Sonnenblumen, Wicken, Kapuzinerkresse und Lupinen. Geerntet wird grundsätzlich bei trockenem, sonnigem Wetter. Wichtig ist die Samenreife der einzelnen Pflanzen. Wenn die Körner dunkel und trocken sind, ist meist Erntezeit.

Ringelblumensamen erntet man, indem man den gesamten Fruchtstand abschneidet und einzelne Samen mit den Fingern ablöst. Mohnsamen ist reif, wenn sich die Kapsel öffnet, indem der obere Deckel abfällt. Vögel lieben Sonnenblumensamen, deshalb bindet man um die gesamte Blume ein dünnes Gewebetuch, bis sich die Samen selbstständig lösen.

Die Reife bei Wicken und Lupinen zeigt sich, wenn die Schoten dunkel gefärbt und trocken sind. Kapuzinerkresse-Samen fällt im reifen Zustand von den Pflanzen ab. Ihn muss man schnell aufsammeln, damit er nicht feucht wird. Als Verpackungsmaterial dienen Papiertüten oder kleine Filmdosen.

Am besten lässt man den Samen noch einige Tage auf Papier ausgebreitet trocknen, bevor man ihn in Tüten oder Dosen verpackt und mit Sortennamen und Erntedatum versieht. Die meisten Samen sind etwa drei Jahre keimfähig, wenn sie kühl, dunkel und trocken gelagert werden.

Erdbeeren rechtzeitig pflanzen
Kaum ist die Erdbeer-Ernte im eigenen Garten vorbei, muss der Hobbygärtner schon ans nächste Jahr denken. Wer möchte nicht im nächsten Sommer Erdbeeren aus dem eigenen Garten genießen? Dann sollten jetzt neue Pflanzen für das nächste Jahr gesetzt werden.

Galt früher die Faustregel, Erdbeeren bis spätestens 10. August zu pflanzen, empfiehlt es sich, bezogen auf das heutige Sortiment, Neupflanzungen schon zum 1. August abzuschließen. Anderenfalls fällt der Ertrag im Folgejahr deutlich ab, um so mehr, je später gepflanzt wird.

Nach dem Anwachsen und der Ausbildung tiefreichender Wurzeln werden im Herbst noch einige Blätter gebildet. Nach Angaben der Experten ist der Ertragsrückgang bei späterer Pflanzung darin begründet, dass die Erdbeeren im Herbst durch die kürzeren Tage angeregt werden, die Blütenstände für das nächste Jahr anzulegen. Darum blühen zu früh gepflanzte Erdbeeren zu reichlich, während zu spät gepflanzte sich kaum verzweigen und nur wenige Blütenstände entwickeln.

Auch eine Stickstoffdüngung kann die Anlage der Blütenstände nicht wieder ausgleichen. Die Erdbeerpflanze lebt vom Nährstoffvorrat des Bodens und braucht deshalb keine zusätzliche Stickstoffdüngung. Wer zu spät pflanzt, wird im folgenden Sommer wenig ernten, auch wenn er viel gedüngt hat. Dann gibt's viel Laub, aber wenige Früchte.

Erdbeerpflanzen sind anfällig gegenüber Viruskrankheiten, die ebenfalls den Ertrag stark beeinträchtigen können. Überträger sind vor allem die einzeln sitzenden Knotenhaar-Blattläuse im Herbst. Daher sollte auf die Vermehrung aus eigenen Beständen verzichtet und für die Neuanlage Pflanzgut aus der Profi-Vermehrung verwendet werden.

Die gängigste Erdbeersorte zurzeit ist Elsanta. Wer schon früh Erdbeeren ernten will, sollte sich für Elvira entscheiden. Tenira, Korona und Polka sind mittelfrühe Sorten, wobei Korona und Polka zu den dunkel- und kleinfruchtigen Sorten zählen. Die Experten empfehlen, diese Sorten nur einjährig anzubauen.

Blumen zum Selbstpflücken
Jetzt blühen sie wieder, die bunten Blumenfelder, die Bauern zum Selbstpflücken für Verbraucher angelegt haben. Einladend stehen die Sommerblumen in bunten Reihen nebeneinander und verwandeln sich, je nach persönlichem Geschmack, in einen individuellen Strauß für das eigene Heim oder als Geschenk für Freunde.

Diese Blumen sind keine Billigware. Sie sind preiswert, aber nicht kostenlos. Viel Handarbeit und Geschick gehört dazu, ein solches Feld anzulegen und zu pflegen. Bezahlt wird je nach Dicke des Blumenstraußes oder nach Stückzahl, zum Beispiel für Lilien oder Sonnenblumen, an einer Kasse direkt am Feld.

Ehrlichkeit beim Bezahlen und das Vertrauen der Anbieter in ihre Kunden sind wichtige Voraussetzungen für das Funktionieren dieses Angebotes. Egal, ob die Sträuße aus Ringelblumen, Löwenmäulchen, Leberbalsam und Zinnien oder aus Klassikern, wie Rittersporn, Astern, Dahlien oder Kornblumen, bestehen, eines ist sicher: Selbst geschnittene Blumensträuße garantieren Frische und lange Haltbarkeit.

Tomaten haben Hochsaison
Tomaten sind ein echter Sommerhit. Ob rund, länglich, klein, groß, gelb oder rot - sie enthalten wertvolle Mineralstoffe und Vitamine, aber wenig Kalorien. Mit 18 Kalorien pro 100 Gramm sind sie ein schlankes Gemüse. Tomaten stärken das Immunsystem und schützen vor Krebs und Herzinfarkt.

Schönheit von innen liefert das Gemüse durch Spurenelemente, wie Eisen, Kupfer und Zink, die die Zellbildung fördern, das Bindegewebe festigen und die Haut verjüngen. Zu Recht liegt sie deshalb auf Platz 1 der Gemüse-Top-Ten in Deutschland. Mehr als 16 Kilogramm werden jährlich pro Person verzehrt - frisch oder in verarbeiteter Form.

Runde Riesen auf dem Acker
Riesige, runde Strohballen liegen zurzeit auf den Stoppelfeldern. Ein großes Exemplar kann bei einer Breite von 1,20 Meter 150 bis 180 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Zunahme der runden Riesen auf dem Acker im Verlauf der vergangenen Jahre ist auf die Arbeitszeitersparnis zurückzuführen.

Die je Hektar anfallende Strohmenge entspricht im Durchschnitt der 1,2-fachen Kornmasse. Bei einem Kornertrag von acht Tonnen je Hektar erntet der Landwirt durchschnittlich neun Tonnen Stroh. Der Mähdrescher erledigt die bei der Getreideernte anfallenden Arbeiten in einem Arbeitsgang. Zuerst wird das Getreide gemäht, anschließend werden die Körner aus den Ähren entfernt und das Korn vom Stroh getrennt.

Nach der Reinigung werden die Körner im Korn-tank des Mähdreschers gesammelt. Ist dieser ausreichend gefüllt, kommen die Körner auf Transportfahrzeuge und werden abtransportiert. Das Stroh hingegen verbleibt noch auf dem Feld. Dazu wird es entweder zur Einarbeitung lose auf dem Acker verteilt oder zu Ballen gepresst.

Während die Bergung von kleineren Strohballen oft mit Handarbeit erfolgt und hierfür mehrere Arbeitskräfte nötig sind, kann die Bergung der großen Rundballen von einer Arbeitskraft bewältigt werden. Hierzu nimmt der Landwirt die Ballen mit der Frontgabel des Treckers auf und transportiert sie zur Lagerstätte. Die Ballen werden in Betrieben mit Schweine- und Rinderhaltung als Einstreu verwendet. So können die Ballen im Stall einfach, wie ein Teppich, abgewickelt und anschließend mit der Gabel verteilt werden.

Aus Nordrhein-Westfalen wird auch viel Stroh nach Holland exportiert, wo es mit Pferdemist vermischt als Nährboden für Champignons genutzt wird. Die 12 bis 15 Kilogramm schweren kastenförmigen Kleinballen sind leichter zu transportieren und vor allem bei Pferde- und Kleintierhaltern besonders beliebt.

Ackerbaubetriebe verwenden das geerntete Stroh auch gern zur Düngung. Hierfür wird das zerkleinerte Stroh breitflächig auf dem Feld verteilt und anschließend mit dem Boden vermischt. Durch die Strohdüngung führt der Landwirt dem Boden organische Substanz und die darin enthaltenen Nährstoffe zu. So verbessert sich die Struktur des Bodens. Außerdem wird die Erosionsgefahr vermindert, was dem Umweltschutz dient.

Schnecken - Albtraum eines jeden Gärtners
Bei der feuchten Witterung fallen unzählige Schnecken unterschiedlichster Arten über junge Salatpflanzen, Kräuter oder Kohlpflanzen her und können über Nacht durch ihren unsäglichen Appetit, Pflanzen völlig zerstören. Auch bleiben Zierpflanzen, wie beispielsweise Funkien, Studentenblumen, junge Sonnenblumen oder Dahlien, vor den gefräßigen Räubern nicht verschont. Vor allem naturnahe Gärten in der Nähe eines Waldes oder Wiesen in der Nachbarschaft, machen das Problem zu einer echten Herausforderung.

Neben den mehr oder weniger erfolgreichen alternativen Möglichkeiten zur Bekämpfung, von Bierfallen, Schneckenzäunen, Fangpflanzen, ausgelegten Brettern oder Kartons bis hin zum nächtlichen Absammeln der Tiere, ist eine gezielte und effektive Bekämpfung mit so genannten Schneckenkorn-Präparaten am erfolgreichsten. Die verbreitete Meinung, Schneckenkornpräparate wären schädlich für Nützlinge, wie zum Beispiel Igel, Vögel oder Blindschleichen, werden durch zahlreiche Versuche amtlicher Prüfungsbehörden entkräftet.

Es hat sich gezeigt, dass eine Mischung von Präparaten mit unterschiedlichen Wirkstoffen besonders erfolgreich ist. Die Mischung besteht aus einem Präparat mit dem herkömmlichen Wirkstoff Metaldehyd und einem Präparat mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat. Dies ist durch die unterschiedliche Attraktivität der Lockstoffe auf die verschiedenen Schnecken-Arten besonders wirkungsvoll. Selbst die überhand nehmende, eingeschleppte Spanische Wegschnecke kann nicht widerstehen.

Der Bekämpfungserfolg kann noch gesteigert werden, wenn die Schneckenkornmischung in den späten Abendstunden, vor allem nach Regengüssen, erfolgt. Die Behandlungen sollten nicht nur auf die zu schützenden Flächen, sondern auch auf die angrenzenden Bereiche ausgedehnt werden, um eine Zuwanderung zu unterbinden. Eine wiederholte Ausbringung, nach Gebrauchsanweisung, in wöchentlichen Abständen, sichert den Erfolg.

Beerenobst - bärenstarker Schutz für die Gesundheit
Die Erdbeersaison läuft so langsam aus. Obstliebhaber müssen deshalb jedoch nicht auf leckere heimische Beeren verzichten. Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren sollten jetzt frisch vom Strauch auf den Tisch.

Himbeeren werden dank spätreifender Sorten bis zum ersten Frost gepflückt. Auf etwa 120 Hektar werden sie in NRW geerntet. Die Ernte roter Johannisbeeren läuft zurzeit auf Hochtouren. Hauptsorte ist Rovada. Sie eignet sich hervorragend zur Verarbeitung, aber auch sehr gut zum Frischverzehr. In NRW stehen auf etwa 150 Hektar Johannisbeeren, wovon 50 Hektar zur Verarbeitung angebaut werden.

Ebenfalls auf Hochtouren läuft die Heidelbeerernte, die in diesem Jahr allerbeste Qualitäten hervorbringt. Heidelbeersträucher stehen auf etwa 60 Hektar. Begonnen hat jetzt auch die Brombeerernte, auf 20 Hektar.

Das gesamte Beerenobst liefert einen bärenstarken Schutz für die Gesundheit. Allen Beerensorten gemeinsam sind ihre auffallenden Farben, von kräftig rot bis blau-violett. Dem menschlichen Organismus leisten diese Farbstoffe aus der Gruppe der Flavonoide sowie auch die für das Aroma mitverantwortlichen Phenolsäuren wertvolle Dienste.

Studien belegen, dass diese Pflanzeninhaltsstoffe auch entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Sie verhindern das Verklumpen von Blutplättchen und wirken sich günstig auf den Blutfluss aus. Beerengenuss kann damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und zur Vorbeugung gegen Krebs beitragen.

Hinzu kommt, dass Beeren kaum Kalorien haben. Um möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten, sollten die Beeren verlesen und vorsichtig im stehenden Wasser gewaschen werden. Nach dem Abtropfen werden sie von den Stielen gestreift und das Grün entfernt.

Erste Hilfe für kranke Pflanzen
Wie werde ich die Wühlmäuse in meinem Rasen los? Wie befreie ich meine Zimmerpflanzen von Thripsen? Welche Schäden richten Schildläuse an Ziergehölzen an? Wie kann ich meine Kartoffeln und Tomaten vor der Krautfäule schützen? Übersteht mein Johannisbeerstrauch den Befall mit dem Johannisbeersäulenrost?

Quälende Fragen für Hobbygärtner. Antworten auf häufig gestellte Fragen an den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen finden Hobbygärtner jetzt im Internet beim Pflanzenschutzdienst in der Rubrik Haus- und Kleingarten.

Wer auf Nummer Sicher gehen und seine kranken Pflanzen vom Profi untersuchen lassen möchte, findet in der Rubrik Diagnose von Krankheiten Auftragsformulare und eine Anleitung für eine sachgerechte Probenentnahme und Probeneinsendung ans Labor des Pflanzenschutzdienstes.

Die hilfreiche Einrichtung kommt gegen eine geringe Gebühr allen Pilzen, Bakterien, Viren oder Schädlingen an Gemüse, Kräutern, Zier- und Zimmerpflanzen auf die Spur.

Abenteuer Maisfeld - Hinein ins Labyrinth
Zur Feldbegehung der besonderen Art locken in diesen Tagen originelle Labyrinthe. Pflanzenirrgärten aus Mais, Hanf oder Sonnenblumen laden zu einem Such-Besuch ein. Eine Idee, die aus den USA importiert wurde, bereitet Kindern und Erwachsenen viel Spaß.

Die Idee, Irrwege mit Pflanzen zu gestalten, ist nicht neu: Wer kennt nicht die alten Barockgärten mit ihren Labyrinthen aus Buchenhecken, Buchsbaumhecken oder Rosenhecken? Und wer hat noch nicht getestet, wie wohl der rechte Weg hinauszufinden ist?

Einige Irrgärten aus lebenden Pflanzen haben bereits geöffnet, andere öffnen in diesen Tagen. Die Preise schwanken zwischen einem Euro für Kinder und vier Euro für Erwachsene. Die Irrgärten sind oftmals nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Besucher können ohne Voranmeldung ein Labyrinth ansteuern. Für größere Gruppen, wie zu Kindergeburtstagsfeiern oder Schulausflügen beziehungsweise Betriebsausflügen, ist eine telefonische Anmeldung sinnvoll.

Da die Labyrinthe auf Ackerland angelegt sind, empfehlen sich festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Oftmals werden rund um die Labyrinthe kulturelle Veranstaltungen, Informationen zur Landwirtschaft oder Spielmöglichkeiten für Kinder angeboten, so dass die Besucher etwas Zeit mitbringen sollten.

Dieser Mutprobe können sich jetzt Groß und Klein auf den mehr als 20 Bauernhöfen in Nordrhein-Westfalen stellen. Bilder und Adressen der Maislabyrinthe des Jahres 2007 gibt es im Internet.



+++ Werbung +++

Hofvermarktung. Foto: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Runde Riesen. Foto: Günter Kortmann / Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
60 Liter Wasser pro Tag brauchen Kühe. Foto: Günter Kortmann / Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

ThemenChannel von
Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen © 1994 - 2011 Dirk Jasper