Amaryllis, Hippeastrum
Botanisch: Amaryllis belladonna • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Amaryllis. Foto: Wikipedia

Beschreibung Die Amaryllis, allgemein auch Ritterstern genannt, gehört zu den Pflanzen, die uns im Winter mit schönen Blüten erfreuen. Sie wird als Schnittblume mit langen Stielen und als kurzstieligere Topfpflanze verkauft. Sie ist eine Pflanze, die man kaum übersehen kann. Zuerst erscheinen die Blüten, ein oder manchmal auch zwei Stengel mit jeweils vier Trompetenkelchen. Manchmal hat man Glück, und es bilden sich sogar Stengel mit fünf weißrosa oder roten Blüten. Eine Amaryllisblüte wird riesengroß, bis zu 15 cm. Der Duft ist leicht süßlich und am stärksten bei den weißen Sorten.

Die Blätter der Amaryllis folgen erst später. Sie sind bescheiden im Vergleich zu den prächtigen Blüten. Sie sind dunkelgrün, 40-60 cm lang. Im Sommer, wenn die Pflanze sich auf die Ruhezeit vorbereitet, sterben sie ab.

Vor allem die Holländer haben durch Kreuzungen und Züchtungen viele neue Sorten hervorgebracht. Heute werden die Amaryllis-Pflanzen großflächig in Südafrika angebaut und als Trockenzwiebel nach Europa geliefert.

Für den alten lateinischen Namen Hippeastrum gibt es gleich zwei Erklärungen. Die einen leiten ihn vom griechischen "hippeus" = Ritter und "astron" = Stern ab, daher auch der Name Ritterstern. Die anderen behaupten, er käme vom griechischen "hippos" = Pferd, weil die geschlossenen Blüten ein wenig an einen Pferdekopf erinnern.



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Standort Während des Wachstums braucht die Amaryllis viel Sonne, viel frische Luft und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen sollten während der Blüte möglichst nicht über 18 Grad, im Winter nicht unter 16 Grad liegen.
Anzucht Eine Amaryllis kann man am leichtesten durch die sogenannten Brutzwiebeln vermehren. Das sind kleine Zwiebeln, die an den Seiten der Mutterzwiebel sitzen. Sie können vorsichtig abgenommen und in kleine Töpfe mit nährstoffreicher Erde gepflanz werden. Allerdings: Blüten dürfen Sie erst nach zwei bis drei Jahren erwarten.

Eine Vermehrung durch Zwiebelschalen-Stecklinge wie bei Lilien ist möglich, aber schwierig - genauso wie die Vermehrung durch Samen. Die Samen brauchen ein Jahr lang sehr hohe Temperaturen und viel Luftfeuchtigkeit. Das sind Forderungen, die man eigentlich nur in einem Gewächshaus erfüllen kann, aber kaum im Wohnzimmer. Überlassen Sie diese Methode dem Experten.

Pflege Je mehr die Amaryllis wächst, desto mehr Wasser braucht sie. Gedüngt wird bis Ende Juli einmal die Woche. Von September bis Dezember steht sie fast trocken.

Nach der Blüte wird weniger gegossen. Bald beginnt die Ruhezeit. Vom Herbst bis zum Januar/Februar wird der Topf etwas kühler gestellt, bei 16-17 Grad. Gedüngt wird gar nicht mehr und gegossen nur sehr wenig. Ende Januar erscheint ein neuer Blütenschaft.

Umzutopfen brauchen Sie nur alle 3-4 Jahre, nach der Ruhezeit. Nehmen Sie wasserdurchlässige Einheitserde.

Pflanzenschutz Fleckige Blätter und vertrocknete Pflanzenteile deuten auf einen Pilzbefall hin. Schneiden Sie die befallenen Teile ab, und behandeln Sie die restliche Pflanze mit einem Gegenmittel.

Besonders gefürchtet ist der Rote Brenner, der oft die ganze Zwiebel zum Faulen bringt. Solche Pilzkrankheiten entstehen fast immer durch falsche Pflege.

Kleine, weiße Wattebällchen auf den Blättern, Knospen oder auf der Zwiebel zeigen an, dass Wolläuse am Werk sind. Spritzen Sie die Pflanze mit einem Gegenmittel. Ist nur die Zwiebel befallen, können Sie auch eine Spirituslauge zwischen den Häuten einsickern lassen.

Auch Schmierläuse, Blattläuse, Rote Spinnen kommen vor, aber eigentlich immer nur, wenn irgendwelche Fehler gemacht wurden. Ergründen Sie deshalb immer zuerst die Schadensursache, den falschen Standort oder die falsche Pflege, bevor sie Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden.

Hinweise Wenn Sie schon im Dezember eine blühende Amaryllis auf der Fensterbank haben wollen, müssen Sie die Zwiebel selbst antreiben. Das geht relativ einfach, macht Spaß, dauert allerdings einige Wochen.

Beginnen Sie im Herbst: Legen Sie die Zwiebel einen Tag lang in eine Schale mit lauwarmem Wasser. Danach füllen Sie den Topf mit nährstoffreicher, feuchter Erde und setzen die Zwiebel so hinein, dass etwa ein Drittel aus der Erde herausragt.

Jetzt stülpen Sie der Zwiebel einen spitzen Hut aus Pappe oder Papier über (wie die Hyazinthen-Hütchen) und stellen sie etwa 20-26 Grad warm. Gießen Sie sparsam, aber lassen Sie die Erde nicht austrocknen.

Nach vier bis sechs Wochen zeigen sich die ersten grünen Triebe. Nun wird etwas mehr gegossen.

Sind die Triebe etwa 10 cm lang, nehmen Sie den Hut ab und stellen den Topf hell, aber weiterhin warm.

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