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| Baumwolle |
| Botanisch: Gossypium herbaceum • Familie: - |
- Beschreibung
- Standort
- Anzucht
- Pflege
- Pflanzenschutz
- Hinweise
| Beschreibung |
Schon 500
vor Christus schrieb der griechische Geschichtsschreiber Herodot:
"Indien ist im Osten tatsächlich das letzte bewohnte Land, und
es gibt dort wilde Bäume, die eine Wolle hervorbringen, die an
Schönheit und Robustheit die Schafwolle weit übertrifft".
Auch den Inkas war die Baumwolle bereits bekannt. Sie ist eine
uralte Kulturpflanze, die bereits vor 3 000 Jahren in Indien und
Amerika angebaut wurde.
Die Pflanzen können einjährig oder mehrjährig sein. Sie sind strauchartig und wachsen ca. 1,50 bis 1,80 m hoch. Die Blüte setzt im Juli/August ein. Die malven- bzw. hibiscusähnlichen gelben Blüten mit rotbraunem Schlund können bis zu 5 cm Durchmesser groß werden. Sieben bis neun Wochen nach der Blüte setzt die Fruchtbildung ein. Die schwarze Kapselfrucht ist etwa taubeneigroß. Nach der Reife platzt sie auf und heraus quillt der mächtige, watteweiche, weiße Baumwollschopf. Im Gegensatz zur feien Natur wird Baumwolle im Zimmer nicht sehr groß. Wenn Sie einen Meter Höhe erreicht, ist das schon eine absolute Ausnahme. Normalerweise bleibt sie niedriger. Kein Mensch allerdings hält Baumwolle wegen des zierlichen Wuchses, der gelappten Blätter oder auch der Blüten wegen. Das wahre Erfolgserlebnis stellt sich erst ein, wenn sich dem stolzen Baumwoll-Besitzer die weißen Wollbüschelchen präsentieren. Die 2-6 cm langen weißen Haare sind eingentlich eine Art Samenwolle, die den relativ großen Samen umhüllen. Sie tauchen aus den verwelkten Blütenblättern auf. Und bald sieht man an der Pflanze (die dann viel an Schönheit verliert), nur noch die fast tennisballgroßen wolligen Fruchtstände. Samen und Samenwolle bedingen das wirtschaftliche Interesse an der Pflanze. Der Rest hat keinen Handelswert, da er keinen Verwendungszweck findet. Ideal ist es, wenn im Zimmer mehrere Pflanzen zusammenstehen, so dass der etwas klägliche Wuchs nicht so sehr ins Auge fällt, dafür aber eine große Menge von Wollkugeln. |
| Standort | Die Baumwollpflanzen können im Zimmer oder an einem geschützten, sonnigen Platz im Garten oder auf dem Balkon aufgestellt werden. |
| Anzucht |
Die
günstigste Zeit für die Aussaat der Baumwolle sind die
Monate Februar/März. Die großen schwarzen Samen werden
gleichmäßig auf die vorbereiteten
Jiffy-7-Nährböden verteilt und mit etwas Torf abgedeckt.
Bei einer Temperatur von ca. 20 Grad keimen die Samen in 3-4 Tagen.
Sofort nach dem Auflaufen der Saat ist die Abdeckhaube zu
entfernen, damit sich die Pflanzen abhärten
können.
Bald müssen die Sämlinge der Baumwolle in größere Töpfe von 12-13 cm Durchmesser umgepflanzt werden. Hierfür ist eine nährstoffreiche Erde zu verwenden. Während des Sommers sind die Pflanzen reichlich zu wässern und wöchentlich einmal mit einer 2%0haltigen Volldüngergabe zu versehen. |
| Pflege |
Während der Blütezeit müssen Sie
regelmäßig und nicht zu selten gießen. Allerdings
sollte die Erde zwischendurch immer mal wieder leicht austrocknen.
Nasse Füße nämlich verträgt Baumwolle nicht.
Geben Sie dem Gießwasser auch einmal in der Woche eine Portion
Flüssigdünger bei. Außerhalb der Blütezeit
können Sie etwas weniger gießen.
Baumwolle gedeiht am besten in einer nährstoffreichen, gutdrainierten Einheitserde. Der Luftaustausch an den Wurzeln muss auch gewährleistet sein. Deshalb darf zum Beispiel auch nie Wasser in der Schale stehen. Umgetopft werden nur mehrjährige Arten, etwa alle zwei bis drei Jahre. |
| Pflanzenschutz |
Baumwolle
wird leider häufig von einer Reihe ernsthafter Krankheiten und
Schädlinge befallen, die sich aber alle bekämpfen
lassen.
Baumwoll-Läuse nennt man eine bestimmte Läuseart, die speziell die Baumwollpflanze befällt. Ihre Eierhaufen sind bedeckt von einer weißen, wollartigen Masse. Am besten bekämpft werden sie, indem man sie mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen betupft. Rote Spinnen müssen, sowie sie auftauchen, mit einem entsprechendem Insektizid bekämpft werden. Bemerkt man den Befall zu spät, ist die Pflanze oft schon völlig verseucht. Abfallende Blüten können die Folge von zu niedrigen Temperaturen und zu häufigem Gießen sein. Lassen Sie die Erde trocknen,und stellen Sie sie wärmer. |
| Hinweise |
Die
Baumwollpflanze stirbt nach der Fruchtbildung ab.
In zwei verschiedenen Erdteilen entdeckte man fast zur gleichen Zeit, dass man die weiße Samenwolle der Baumwolle zu dünnen und vielseitig verwendbaren Fäden verspinnen und verweben konnte. Diese Erdteile waren Amerika und Asien. In beiden endeckte man Baumwollreste, die über 2.500 Jahre alt sind. Später lernte man auch in Europa, mit der Baumwolle umzugehen und sie für allerlei nützliche Zwecke zu verwenden. Vor allem Alexander der Große soll großen Anteil an der Verbreitung der Baumwolle in unserem Teil der Erde gehabt haben. Als man den Wert der Baumwolle erst richtig erkannt hatte, verbreitete sie sich geradezu blitzartig. Und als man im 18. Jahrhundert die Webstühle erfand, wurde diese Entwicklung beschleunigt. Die eigentliche Samenwolle wird zu Baumwollstoffen verwebt. Aber auch den übriggebliebenen Samen kann man noch verwenden. Daraus wird durch Pressung Baumwollsamen-Öl hergestellt, auch als Cotton-Öl bekannt. Dieses Öl benutzt man bei der Margarine-Fabrikation. Die Baumwollsamen-Fladen werden zur Herstellung von Viehfutter genutzt. |
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