Gloxinie
Botanisch: Sinningia speciosa • Familie: Gesneriengewächse (Gesneriaceae)
Gloxinie

Beschreibung Wie Samt fühlen sich die Blätter und die großen Glockenblüten der Gloxinie an. Im Winter bleibt nur die Knolle der Pflanze übrig. Aber im Frühjahr treibt sie wieder aus und bekommt neue Blüten.

Die Gloxinie ist ein gutes Beispiel, wie man eine Pflanze durch Züchtungen und Kreuzungen verbessern kann. Neue Farben sind entstanden und Pflanzen mit gefleckten, geränderten und gekrausten Blüten. Nach Europa kam die schöne Brasilianerin schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Ihren botanischen Namen verdankt sie dem Bonner Universitätsgärtner Wilhelm Sinning, den deutschen Namen dem Kolmarer Arzt Peter Gloxin.

Bei der Ursprungsform standen die Gloxinienblüten waagerecht (oder schief) hervor und ähnelten einem Fingerhut. Unsere heutige Knollenpflanze besitzt aufrechtstehende, große Glockenblüten, die in einem Kreis mattgrüner, zungenförmiger, weichbehaarter Blätter stehen. Die Tendenz bei den Züchtern geht zu noch niedrigeren Pflanzen (heute wird sie etwa 30 cm hoch) mit kleineren Blättern und noch größeren Glockenblüten.



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Standort Am besten gedeihen Gloxinien im Halbschatten, pralle Sonne verbrennt ihre Blätter. Im Sommer ist ein warmer Platz, 20 bis 22 Grad gut geeignet. Im Winter lagert die Knolle bei 15 Grad.
Anzucht Wer sich in die Gloxinie verliebt hat, wird mehrere Pflanzen besitzen wollen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Pflanze zu vermehren.

Wenn die Knolle im Frühjahr zu treiben beginnt, kann man sie halbieren. Nehmen Sie dazu ein scharfes Messer und eine harte Unterlage. Wichtig ist, dass jedes Knollenteil Triebe besitzt. Die erkennen Sie am besten, wenn Sie die Knolle vorher gut säubern.

Die Schnittflächen sollten Sie mit Schwefelpuder bestreuen, damit keine Infektionen entstehen. Dann wird jede Knollenhälfte in ein Töpfchen mit einer Erde-Sand-Mischung gepflanzt. In den ersten Wochen müssen sie bei 22-25 Grad stehen.

Die Vermehrung durch Samen ist billig, aber schwierig. Die Samen sind so winzig, dass sie wie Staub aussehen. Verteilen Sie die Samen in einem Vermehrungskasten auf einer feuchten Torfmullmischung und sorgen Sie für eine Temperatur von 22 bis 25 Grad. Manche Gärtner mischen den Samen mit Sand, damit er sich gleichmäßiger verteilen lässt.

Nach der Aussaat (am besten im November - Dezember) müssen die Samen zwei Wochen im Dunkeln keimen. Sind die Keimlinge so groß, dass man sie mit einer Pinzette greifen kann, müssen sie einzeln versetzt werden. Dieses Pikieren wird nach fünf Wochen noch einmal wiederholt. Da die Pflanzen, wenn sie jung sind, einen 14- bis 16-Stunden-Tag brauchen, müssen Sie wahrscheinlich künstliches Licht benutzen.

Durch Blattstecklinge: Füllen Sie einen Kasten mit einer Schicht Kies, dann mit Torfmullerde, darüber kommt 1 cm Sand. Feuchten Sie diese Mischung an. Nun schneiden Sie ein großes, gesundes Blatt von der Pflanze und durchtrennen mit zwei Schnitten die Rippen des Hauptnervs. Heften Sie das Blatt mit Haarnadeln auf der Erde fest, decken Sie den Kasten mit einer Glasscheibe ab und stellen ihn etwa 20 Grad warm. An den Schnittstellen entwickeln sich neue Pflänzchen. Wenn sie Wurzeln besitzen, können sie vorsichtig abgebrochen und extra eingepflanzt werden.

Wenn die Knollen neue Triebe bekommen, kann man auch diese als Stecklinge benutzen. Sie werden direkt in Töpfe mit Erde gesteckt und mit Plastikfolie überzogen, bis sie Wurzeln geschlagen haben.

Pflege Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist notwendig. Stellen Sie einen Verdampfer auf, oder setzen Sie die Pflanze in ein feuchtes Torfbett. Im Frühjahr und Sommer braucht die Gloxinie viel Wasser, ab September immer weniger. Achten Sie darauf, dass die Blätter nicht nass werden. Einmal wöchentlich wird gedüngt, während der Blüte mit einem kalireichen Dünger.

Ein Umtopfen im eigentlichen Sinne gibt es bei der Gloxinie nicht. Die überwinterte Knolle wird im Februar gesäubert und in neue Erde gelegt (in leicht saure Einheitserde).

Pflanzenschutz Eine gesunde Gloxinie hat grüne, kräftige, saftige Blätter, viele Knospen und Blüten.

Hellgelbe oder eingerollte Blätter sind ein Zeichen für zuviel Sonne und zuwenig Dünger.

Blüten und Blätter verfaulen, wenn die Pflanze zu nass steht. Lassen Sie die Erde antrocknen, gießen Sie weniger.

Blattläuse und Spinnmilben verformen die Blätter. Behandeln Sie sie mit Insektenmitteln.

Grauschimmel breitet sich schnell über die ganze Pflanze aus. Erstes Zeichen sind unansehnliche Flecken.

Schlappe Blätter und weiche Stengel zeigen, dass sie zu trocken oder im Zug steht.

Hinweise Stellen Sie die Gloxinien so auf, dass sie von allen Seiten bewundert werden können. Eine Pracht sind mehrere Pflanzen. Achten Sie aber darauf, dass sich die Blätter nicht berühren.
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