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Katja Ebstein
Biografie
"Ich fühle mich weder als Liedersängerin, noch als Popsängerin, sondern ganz einfach als Sängerin. Ob ich nun Chanson, Gospel, Klassik oder Musical singe, Kabarett mache oder andere musikalische Genres interpretiere: Ich bin ein Mensch, der sich singender Weise Gehör verschafft."

Am 9. März 2005 wurde Katja Ebstein 60 Jahre alt. Das schönste Geburtstagsgeschenk hatte sie sich bereits schon selbst gemacht: Witkiewicz, ihre neue CD, die zwei Tage vorher erschien. Das nach ihrem Mädchennamen betitelte Studioalbum ist nicht nur ihre erste Veröffentlichung seit acht Jahren, es ist auch eines ihrer bislang persönlichsten Werke.

Diese Allroundkünstlerin, die auch als Theater- und Fernsehschauspielerin etliche Erfolge feiern konnte und in ihrer 35-jährigen Bühnenkarriere kaum ein musikalisches Fach ausgelassen hat, scheint hier ihre ganze Erfahrung in die Waagschale zu werfen. Dabei stellt die Berliner Künstlerin mit der klaren, charaktervollen und unverkennbaren Stimme ihre Vitalität eindrucksvoll unter Beweis.

Auch an politischem Biss, der sie als engagierte Persönlichkeit stets begleitet, hat sie keinen Deut eingebüßt. Im Gegenteil. Herausgekommen ist ein Album, das zwar aus unterschiedlichsten Kreativ-Quellen gespeist wird, sich aber ausnimmt wie aus einem Guss.

Produziert hat das Album Dieter Falk, mit dem Katja Ebstein bereits in den Achtzigern zusammengearbeitet hat. Schon damals war er Pianist ihrer Band und hat auch diesmal sämtliche Klavier- und Keyboardparts übernommen. Zudem konnte er nun seine Erfahrungen als renommierter Produzent (Patricia Kaas, Marshall & Alexander, Roger Chapman, Pur etc.) einbringen.

Lediglich bei den aufregenden Neubearbeitungen von Die schlesischen Weber, der Vertonung des Gedichts von Heinrich Heine, sowie bei Wunder gibt es immer wieder, dem wohl bekanntesten Hit ihrer über 30 Alben umfassenden Diskographie, wurde Ekki Maas (Erdmöbel) als zusätzlicher Produzent mit ins Boot geholt. Im Vordergrund stehen jedoch die vielen neuen Lieder, die sich im weiten Feld des Chansons ansiedeln.

Die Karriere von Katja Ebstein begann im Jahr 1970 mit dem Grand-Prix-Song Wunder gibt es immer wieder, der ebenso den dritten Platz belegen konnte wie ein Jahr später der Titel Diese Welt. Die Welt der jungen Sängerin, die ihre Hits in sieben Sprachen sang und im Verlauf der Siebziger große internationale Erfolge mit weltweiten Nr. 1 Chartsplatzierungen feierte, bestand aber auch schon immer aus einem starken sozialen und politischen Engagement.

So unterstützte sie seinerzeit Willy Brandt bei seinem Wahlkampf, protestierte später öffentlich gegen AKWs und Golfkrieg und machte sich auch im Kampf gegen AIDS stark. Ob UNO-Flüchtlingshilfe, UNICEF oder Welthungerhilfe, Katja Ebstein engagiert sich, wo sie kann. Ein besonderes Anliegen sind ihr Kinder, sodass sie Ende der Neunziger die "Aktion Umwelt für Kinder - Hilfswerk für umweltgefährdete junge Menschen" mitbegründete.

Und im 2004 Jahr rief sie, quasi als Dach dieses Engagements die Katja-Ebstein-Stiftung ins Leben, die weltweit notleidende Kinder zu unterstützen hilft.

Auch künstlerisch geht Katja Ebstein immer neue Wege. Nachdem sie 1980 mit Theater, Theater mit Platz 2 in Den Haag den dritten Grand-Prix-Erfolg in ihrer Karriere verzeichnen konnte, zeigte sie in den folgenden Jahren - nomen est omen - ihr vielseitiges Talent vor allem auf Theaterbühnen.

Dabei glänzte sie nicht nur mit Kunstliedern, literarischen Rezitationen und Kabarettprogrammen, sondern übernahm auch Hauptrollen in Theaterstücken wie Heinrich Manns Professor Unrat (am Ernst Deutsch Theater in Hamburg) und Bertolt Brechts Dreigroschenoper, Musicals (Chicago, Sweet Charity) und wirkte in zahlreichen Fernsehserien mit. Ihre literarischen Bühnenprogramme umfassen ihre Lieblingsautoren Heinrich Heine und Bertolt Brecht, sowie zeitgenössische Frauenlyrik.

Auch ihrer Heimatstadt Berlin widmet sie ein eigenes Lied- und Literatur-Programm, das sich nach wie vor enormer Beliebtheit erfreut. Witkiewicz markiert nun die Rückkehr einer der vielleicht poetischsten Künstlerinnen in die zeitgenössische Musikszene.


Discografie
Katja Ebstein. Foto: Jim Rakete
Katja Ebstein. Foto: Jim Rakete
Katja Ebstein. Foto: Jim Rakete
Katja Ebstein. Foto: Jim Rakete
Katja Ebstein. Foto: Jim Rakete
Katja Ebstein: Witkiewicz

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