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Special: Spargelzeit Spargel - vitaminreich, vielseitig, viel geliebt |
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Für alles und jedes gibt es ein Museum, warum nicht
auch für Spargel? Im oberbayerischen Schrobenhausen steht der
Spargelturm, in dem man anhand von rund 400 Exponaten vieles
über Geschichte, Anbau, Zubereitung, Kunst und Kultur des wohl
beliebtesten Frühjahrsgemüses erfahren und besichtigen
kann.
In der Abteilung Kunst hängt zum Beispiel das älteste bekannte Spargel-Bild aus der Zeit um Christi Geburt neben einer Kopie des berühmtesten Spargel-Gemäldes von Eduard Manet und einem Original von Ludwig Muhrmann. Um die schwierige Prozedur des Spargelstechens zu erleichtern, wurden im Laufe der Jahrhunderte die verschiedensten Werkzeuge erfunden. Sie sind hier ebenso zu bewundern wie eine edle Spargelzange aus Gold und Silber, die der berühmte Goldschmied Fabergé um 1890 für den russischen Zaren schuf. Wir sind durchaus nicht die ersten Spargelliebhaber der Geschichte. Schon die Ägypter schätzten den Spargel so sehr, dass sie ihn den Toten als Wegzehrung mit ins Grab gaben. Auch die Griechen und Römer sangen dem Spargel Lobgesänge, in Rom gehörten die zarten Stangen zu den teuersten Delikatessen. Sogar auf den Wandgemälden Pompejis kann man den Spargel entdecken. Die Römer brachten wie so vieles auch das geliebte Gemüse auf ihren Eroberungszügen mit nach Gallien und Germanien, wo es jedoch bald wieder in Vergessenheit geriet. Erst im Mittelalter entdeckte man das Luxusgemüse hierzulande neu. Ein Hieronymus Bock beschrieb es in dem Mainzer Kräuterbuch "Hortus Sanitatis" als Delikatesse für Leckermäuler, und 1568 baute Johann Casimir, Leibarzt des Pfalzgrafen vom Rhein, in Stuttgart den ersten Spargel an. Kurze Zeit später legte Karl Ludwig von der Pfalz den Grundstock für die Spargelkultur im Raum Schwetzingen. Das Comeback war von nun an nicht mehr aufzuhalten. Seit der Antike wurde der Spargel auch als Heilmittel verwendet. Daher auch sein botanischer Name: asparagus officinalis - Spargel, in der Medizin verwendbar und in Apotheken erhältlich. Er galt und gilt als "Nierenputzer", eine Wirkung, die auf dem Gehalt an Asparaginsäure und Saponin beruht. In der Medizin spielt Spargel keine Rolle mehr, ernährungsphysiologisch ist er dennoch interessant. Mit 250 g Spargel kann man etwa die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C decken. Zusätzlich sind die weißen Stangen reich an B-Vitaminen und Kalium. Wegen der kürzeren Kochzeit und des höheren Vitamingehalts ist Grüner Spargel noch gesünder. Er enthält reichlich Karotin, Vitamin BI und B2, Niacin, Vitamin C, Kalium, Phosphor und Calcium. Spargel schmeckt frisch am besten und sollte daher nach dem Einkauf möglichst umgehend zubereitet werden. Andernfalls wickelt man die Stangen in ein feuchtes Tuch und legt sie in den Kühlschrank. Ungeschält ist Spargel auf diese Weise etwa zwei bis drei Tage ohne Aromaverlust haltbar. An Gerätschaften braucht der Spargelkoch vor allem einen guten Sparschäler. Fortgeschrittene Spargelkenner werden auch einen speziellen Spargeltopf, entweder hoch und schmal oder flach-oval, bevorzugen. Beim hohen Topf werden die zerbrechlichen Spargel im Siebeinsatz stehend sehr schonend gegart, im flachen Topf liegen die Stangen auf einem ebenfalls herausnehmbaren Siebeinsatz. Der flache Topf hat den Vorteil, dass man ihn außerhalb der Spargelsaison für das Dünsten ganzer Fische oder zum Pochieren großer Fleischstücke verwenden kann. Für die Zubereitung werden die geschälten Spargel - Grüner Spargel wird nicht geschält - gewaschen und vorsichtig mit einer Schnur zu Portionen von 6 bis 12 Stück gebündelt. Man kocht die Stangen bei geringer Hitze in 2 Liter Wasser mit je 15 g Salz und Butter sowie 5 g Zucker je nach Dicke 15 bis 20 Minuten, Grüner Spargel ca. 10 Minuten. Sie sollen noch knackig sein. Kocht man die Spargel stehend, sollte der Sud nur bis zu den Spitzen reichen. Zum Kochen über Wasserdampf legt man den Spargel auf einen Gitterrost und diesen in einen Topf über kochenden Sud. Man kann aber auch Spargelschalen und abgeschnittene Enden auf den Topfboden verteilen und die Stangen darauf geben, so dass sie im Trockenen liegen und im Dampf garen. Zur Abwechslung kann man Spargel aber auch auf andere Weise zubereiten: In Spargelfond oder Hühnerbouillon schmoren, in heißem Wasser oder Fond blanchieren, im Dampfdrucktopf dämpfen, glacieren, frittieren oder überbacken. Dazu den bereits vorgegarten Spargel im Backofen bei sehr starker Oberhitze Überkrusten lassen. Zum Weiterlesen |
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