|
Special: Rumtopf Im Rumtopf den Sommer einfangen! |
Alkohol wirkt in Verbindung mit Zucker konservierend, er macht beispielsweise aus frischen Früchten wohlschmeckende, beschwipste und vielseitig verwendbare Delikatessen. Der Rumtopf ist eine der schmackhaftesten Formen, Früchte mit Zucker und Alkohol haltbar zu machen. Oberstes Gebot bei dieser Art der Konservierung: Sauberkeit, Sorgfalt und Frische. Verwendet werden dürfen nur einwandfreie, reife Früchte, die noch fest sind und keinerlei Druckstellen aufweisen.Ein Rumtopf besteht aus frischen Früchten des jeweiligen Erntejahres, der mit jeder neuen, reifen Frucht aromatischer und reichhaltiger wird. Für die Herstellung eines Rumtopfes oder Früchtetopfes eignet sich am besten Einmachzucker, besonders aromatisch wird er jedoch mit braunem Kandiszucker. Die Früchte, die Sie für den Rumtopf auswählen, sollten reif und makellos sein, nur so sind sie aromatisch und verderben nicht den Rumtopf. Alle Früchte werden gewaschen, geputzt und trockengetupft. So ein Rumtopf ist schon eine teure Angelegenheit. Trotzdem sollten Sie nicht an der Rumqualität sparen und Rumverschnitt einsetzen, denn ein Rumtopf wird ausschließlich mit Hilfe von 54 %igem Rum zubereitet, bei stärkerem Rum wird das Obst hart, bei schwächerem Rum wird es schneller schlecht. Der Rumtopf mag es luftdicht, kühl und dunkel, deshalb den Topf nach jedem Füllen immer wieder gut verschließen und an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Der Rumtopf sollte möglichst nicht aus Glas, sondern aus Steingut oder Porzellan sein, möglichst gradwandig und mindestens 3 Liter fassen. Untersuchen Sie den Topf aber vorher auf Risse und Sprünge, denn dort können sich Gärbakterien aufhalten, die den Rumtopf verderben. Praxistipp: Wenn man kein Keramikgefäß zur Verfügung hat, helfen auch Einmachgläser, die notfalls mit einer Folie dicht verschlossen werden können. Mit den Erdbeeren beginnt die "Schichtarbeit", sie sind die Grundlage des klassischen Rumtopfes. Dazu 500 g Erdbeeren waschen, entstielen und vorsichtig trocken tupfen. Die Früchte in ein größeres Steingutgefäß geben, mit 250 g Zucker bestreuen und zugedeckt eine Stunde ziehen lassen. Dann mit dem Rum begießen, bis er fingerbreit über den Früchten steht. Praxistipp: Legen Sie einen umgedrehten Teller auf die Oberfläche, damit das Obst nicht an der Oberfläche schwimmt und schimmelt. Vor jedem weiteren Auffüllen sollten Sie die Früchte vorsichtig mit einem Löffel umrühren, damit sich der Zucker am Topfboden lösen kann. Und: Den Rumtopf sollten Sie kühl und dunkel aufbewahren! Nach den Erdbeeren folgt den Sommer über so ziemlich alles, was an Früchten im eigenen Garten oder auf Märkten und in Geschäften angeboten wird: Himbeeren und Johannisbeeren, Kirschen (nicht entsteint), Aprikosen und Pfirsiche (abgezogen, entsteint und geviertelt). Auch Renekloden und Zwetschen schmecken im Rumtopf. Sie werden ebenfalls entsteint und halbiert. Ausnahmen: Rhabarber, Stachelbeeren und Johannisbeeren sind für den Rumtopf zu sauer. Himbeeren und Heidelbeeren zerfallen zu schnell und schimmeln leicht. Brombeeren und Äpfel werden im Rumtopf oft hart. Praxistipp: Wenn neue Früchte eingelegt werden, muss bei Bedarf mit Rum nachgegossen werden. In der Regel reicht 1/2 Liter Rum für 3 bis 4 kg Früchte, die reichlich Flüssigkeit ziehen. Die Herstellung des Rumtopfes erfolgt in "Schichten", d. h. für jede Lage sind folgende Mengen wichtig: 500 g Früchte, 250 g Zucker und 1/2 l Rum. Das Obst muss immer gut mit Rum bedeckt sein, falls notwendig, muss etwas Rum nachgegossen werden. Vier Wochen, nachdem die letzten Früchte in den Topf gewandert sind, wird noch eine halbe Flasche Rum nachgegossen. Nach drei bis vier Tagen ist es dann soweit. Traditionsbewusste waren mit dem "Anstich" bis zum 1. Advent. Wenn man nicht bereit ist, den aktuellen Preis für Erdbeeren zu bezahlen, oder keinen Markt in der Nähe hat, der noch Erdbeeren verkauft, oder einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst hat und zu spät auf die Idee gekommen ist, kann man natürlich auch Tiefkühlfrüchte für einen Rumtopf verwenden. Allerdings sollten Sie die Früchte erst vollständig auftauen lassen und die entstandene Flüssigkeit (wenn überhaupt) nicht vollständig verwenden. Die (weiche) Konsistenz der Früchte spielt keine Rolle, da sie beim Einlegen ja sowieso "eingeweicht" werden. Ein Rumtopf hält sich tatsächlich bis zu zwei Jahren - auch wenn das nicht oft vorkommt! Dann ist er zwar dickflüssig, schmeckt aber immer noch hervorragend! Interessante Geschmacksvarianten: Statt Rum kann man übrigens auch Arrak verwenden, und der Zucker lässt sich auch durch Honig ersetzen. Sie können den Rumtopf auch noch verfeinern, indem Sie eine Zimtstange und eine Vanillestange und eine Handvoll Rosinen zufügen. Praxistipp: Wenn in Ihrem Rumtopf Blasen aufsteigen, dann gärt es - entweder war die Wärme zu groß oder der Rum zu schwach. Sie können den Rumtopf retten, wenn Sie 100 g reinen Alkohol aus der Apotheke pro 3 Liter Rumtopf über die Früchte gießen. Dann den Topf wieder verschließen und kühl stellen. Falls der Rumtopf schäumt und vergoren stinkt, ist er nicht mehr zu genießen! Die beschwipsten Früchtchen schmecken nicht nur pur, sondern auch als Beilage zu Süßspeisen, Fruchtsalat, Pudding, Eis und Gebäck - oder pur als Schnäpschen. Ein gedünsteter Apfel wird mit ihnen zu einem edlen Dessert. Außerdem eignen sich Rumtopf-Früchte hervorragend für eine köstliche Füllung von Windbeuteln, Pies und süßen Pasteten. Rumtopf-Früchte passen auch zu Sandkuchen, Pudding oder Wild. Der Rumtopf-Saft, mit Sekt aufgegossen, ergibt einen herrlich spritzigen Longdrink!
Die möglichen Zeiten und die denkbare Reihenfolge für die klassischen Rumtopf-Rezepte:
Interessante Rezepte
Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
|
© 1994 - 2009 Dirk Jasper • Diese Seite drucken:
|