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Warenkunde 'Aprikosen aus Frankreich' Das Ei der Sonne - ein Juwel aus dem Orient |
Die Aprikose hat einen weiten Weg bis in unsere Breiten zurückgelegt. Mehr als 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wurde sie in China angebaut, kam dann über Tibet und Indien auf der Seidenstraße zu uns. Nachdem sie die reichen Römer erobert hatte (die sie aus ihren östlichen Kolonien mitbrachten), betörte sie die Araber. Die sorgten dafür, dass die Frucht im gesamten Mittelmeerbereich, besonders in Südspanien, angebaut wurde.In Frankreich erfuhr sie ihre Anerkennung durch den Hofgärtner La Quintinie, der die Aprikosen-Bäume im Garten von Versailles ansiedelte. Aber man musste bis zum 18. Jahrhundert warten, bis sich ihr Anbau weiter entwickelte. Danach konnte jedoch niemand mehr den Erfolg der Aprikose aufhalten. Sie ergriff Besitz von Getränken, Süßwaren und Desserts, Kompott, Pudding und Likör. Dabei verband sie das Angenehme mit dem Nützlichen, um sich einen Platz in den "guten Häusern" des 19. Jahrhunderts zu erobern. Aber geben wir das Wort erst einmal an Fontanelle, der das "Ei der Sonne" mit Freuden genoss. Dieser zitierte seine eigene Großmutter und proklamierte die Aprikose als "königliche Frucht, derer sich die gedankenlosen Menschen unserer Zeit öfter bedienen sollten." Nicht zu fest, nicht zu weichAprikosen sind Sonnenkinder. Aber einige von ihnen haben es eiliger, in den Regalen zu liegen, so wie die Lambertin Nr. 1. Sie ist schon in den ersten Junitagen auf den Märkten zu kaufen, gefolgt von der Orangered (20. bis 30. Juni), der Goldrich (25. Juni bis 5. Juli), der Rouge du Roussillon (Ende Juni bis 15. Juli), der Orangé de Provence (Juli) und schließlich der Bergeron (Ende Juli).Einmal gepflückt gibt die Aprikose sofort ihr Bestes. Man sollte sie daher fleischig, farbig, gut duftend und weich beim Anfühlen kaufen. Die Aprikosen-Ernte dauert nur knapp drei Wochen. Mehrere Erntegänge durch den Obstgarten ermöglichen es, dem Verbraucher Aprikosen im optimalen Reifestadium anbieten zu können. Von den Produzenten verlangt dies jedoch ein hohes Maß an Erfahrung. Tatsächlich ist die Färbung der Aprikose ein Indikator für ihre Reife. Seit einigen Jahren verfügen Produzenten und Händler über ein Instrument, das ihnen erlaubt, eine gleich bleibend hohe Qualität anzubieten: das "Colorimeter", ein Gerät, das mit Hilfe von 19 Farbabstufungen den Reifegrad der Früchte misst. Aprikosen sollten so schnell wie möglich verzehrt werden, da sie bei ihrer optimalen Reife gekauft werden. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht einfrieren kann. Die entsteinten halben Früchte werden auf eine Platte gelegt und dann, wenn sie von der Kälte hart geworden sind, in Gefrierbeuteln eingefroren. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Früchte aneinander kleben. Den Umsichtigen, die ein wenig Sonne für den Winter aufbewahren wollen, bieten sich dabei drei Lösungen: das Aprikosen-Kompott, die Aprikosen-Konfitüre oder die getrockneten Aprikosen. Sportler und Genießer sind begeistertAprikosen sind reich an den Vitaminen B1 B2 und C, an Ballaststoffen und Pektin ist die Aprikose eine Frucht mit einem hohen Nährwert. Ihr Zucker ist leicht verdaulich. Das macht sie zu einem idealen Imbiss für Sportler, Kranke oder Schwangere.Doch auch helle Köpfe kommen auf ihre Kosten: Die Aprikose bringt ihnen viele Mineralien (darunter Phosphor und Magnesium), die sich positiv auf das Gedächtnis auswirken. Ihr Provitamin A fördert überdies das Sehvermögen; ihre Spurenelemente (Schwefel, Mangan und Fluor) und ihre Ballaststoffe fördern die Verdauung - all das macht die Aprikose wirklich zu einer gesunden Frucht. Als Begleiterin für jede Gelegenheit (sie muss nicht geschält werden und beschmutzt weder Hände noch Kleidung) hat die einfach zu essende Aprikose nichts gegen ein wenig kulinarische Raffinesse, wie dieses Menü mit den Farben der Sonne beweist:
Das 'Ei der Sonne'Die Aprikose liebt die Sonne so sehr, dass sie ihre warme gelbe bis leicht orange Farbe angenommen hat. Sie liebt so sehr die schönen Tage, dass sie von allen Sommerfrüchten als eine der ersten in den Regalen der Läden erscheint, so als könne sie es kaum erwarten, den Urlaubern ihr zartes, weiches und aromatisches Fruchtfleisch anbieten zu können. Bei alledem ist es nicht verwunderlich, dass die Perser die Aprikose "Ei der Sonne" nannten.Mit durchschnittlich 136.000 Tonnen pro Jahr gehört Frankreich zu den größten Aprikosen-Produzenten Europas. Dieser Obstgarten mit seinen Nuancen aus Orange und Rot ist auf drei südliche französische Regionen verteilt: Languedoc-Roussillon (33 Prozent der nationalen Produktion), Rhône-Alpes (56 Prozent), Provence-Alpes-Côtes d'Azur (11 Prozent). Die Zahl der französischen Aprikosen-Sorten ist riesig. Auch wenn sie alle ihre Wiege in den mediterranen Regionen Frankreichs haben, so weisen sie dennoch Besonderheiten auf, die eng mit ihrer Anbauregion verbunden sind. Davon zeugen diese sieben Sorten, die sich den großen Markt teilen:
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