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Warenkunde 'Birnen'
Birnen ... der pure Genuss
Birnen - nach den Äpfeln die zweite bedeutende Kernobstart hierzulande - gibt es ebenfalls in einer Vielzahl von Sorten. Auf der ganzen Welt zählt man heute rund 1.500 Birnensorten. Sie unterscheiden sich u. a. in Schale, Saftgehalt, Fruchtfleischkonsistenz und Aroma.
Im Sommermonat August beginnen in Deutschland die Birnen zu reifen. Von August bis Oktober haben diese leckeren Früchte Hochsaison. Mit diesen herrlichen Früchten wird der Speiseplan auf besonders köstliche Weise bereichert. Denn Birnen - egal, ob roh verzehrt oder als gekochte Leckerei - versprechen immer puren Genuss.

Birnen kommen in der Regel nicht genussreif, sondern pflückreif auf den Markt, d. h. sie müssen im Haushalt noch nachreifen. So bleibt der Anteil heimischer Birnen am gesamten Kernobstgeschäft stets begrenzt, da die Zeit der Genussreife relativ kurz ist und Birnen, im Gegensatz zu den Äpfeln, nur eingeschränkt lagerfähig sind. Die einzige Ausnahme sind die spät reifenden Wintersorten, die bis in den Sommer hinein gelagert werden können.

Für die Geschmacksausbildung ist der richtige Erntezeitpunkt bei vielen Birnensorten noch wichtiger als bei einer Reihe von Apfelsorten. Der Geschmack wird bestimmt von der Beschaffenheit des Fruchtfleisches, dem Saftgehalt, dem Verhältnis zwischen Zucker und Säure sowie den Gehalt an Würzstoffen. Im Vergleich zum Apfel ist der Säuregehalt der Birnen niedriger, deshalb schmecken sie bei gleichem Zuckergehalt süßer als Äpfeln.

Neben den Essbirnen gibt es übrigens noch die kleinen, harten Kochbirnen, die z. B. im Birnen-Bohnen-Speck-Eintopf zu Ehren kommen.

Wie fast alle Kernobstfrüchte lassen sich Birnen äußerst vielseitig verwenden. Ihr zartes Aroma passt zu den unterschiedlichsten Gerichten der süßen, aber auch der herzhaften Küche. Wohl jeder kennt die halben Birnen, gefüllt mit Preiselbeeren, als klassische Garnitur für Fleisch- und Wildgerichte.

Die saftigen Birnen mit ihrem süß-aromatischen Geschmack sind vor allem als Tafelfrüchte begehrt, eignen sich aber auch vorzüglich zum Einmachen, für köstliche Gelees und Konfitüren ebenso wie für leckere Kuchen und Torten. Eingelegt in Sirup oder mit Zimtstangen zu Birnenmus verarbeitet, bilden sie eine herrliche Beilage zu süßen Pfannkuchen oder Milchreis. Aber auch mit herzhaften Wild- oder Käsegerichten harmonieren sie hervorragend.

Doch Hobby- und Profiköche wissen natürlich, dass sich aus diesen Früchten noch weit raffiniertere Genüsse zaubern lassen - zum Beispiel ein pikantes Birnen-Chutney, ein Birnen-Sorbet oder ein Birnen-Dattel-Strudel. Ein wenig verwirrend, aber zugleich reizvoll ist auch die große Sortenvielfalt.

Die unterschiedlichen Züchtungen zeigen sich in Geschmack, Farbe, Festigkeit, Reifezeit und Verwendungsmöglichkeit sehr variantenreich. Hierzulande sind vor allem die folgenden Sorten vertreten:

  • Die Alexander Lucas-Birne ist an ihrer matt glänzenden, meist braunroten Schale zu erkennen. Ihr Fruchtfleisch ist weiß und sehr saftig. Diese Sorte eignet sich besonders gut als Tafelbirne.
  • Die zitronengelbe Köstliche von Charneu-Birne zeichnet sich durch viel Süße aus und schmeckt am besten roh.
  • Gellerts Butterbirne ist nicht gleich als Birne zu erkennen. Diese Sorte ist stumpfkegelförmig und für den Rohverzehr wie zum Einmachen gleichermaßen gut geeignet.
  • Die Conference wurde im Jahre 1855 auf der "Birnenkonferenz" in Chiswick ausgezeichnet und kam auch so zu ihrem Namen. Sie duftet herrlich und ist besonders saftig.
  • Auch Clapps Liebling wird wegen ihres saftigen Fruchtfleisches besonders geschätzt. Die gelbe Schale besitzt eine feine rote Punktierung.
  • Die Williamsbirne hat eine glatte gelblich-grüne Schale und schmeckt roh hervorragend, eignet sich aber auch gut zum Einmachen und für fruchtiges Gebäck. Aus dieser Sorte wird der berühmte Williamsbirnengeist hergestellt.
  • Bei der Anjoubirne sitzen auf der grünen Schale braune Punkte wie Sommersprossen. Ihre farbenfrohe Schwester, die tiefrote Anjoubirne, stammt aus den USA und beeindruckt sowohl kulinarisch als auch optisch.
Trotz der vielen Unterschiede eignen sich fast alle Sorten zum Kochen und zum Rohverzehr. Eine Ausnahme bilden die kleinen, harten Kochbirnen, die erst beim Garen ihr Aroma entfalten. Letztlich entscheidet der individuelle Geschmack, welche Birnen-Sorte zur Lieblingsfrucht wird.
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