|
Warenkunde 'Bohnen' Von deftig bis delikat |
"Das interessiert mich nicht die Bohne!" ... ganz im Gegenteil, die Bohnenfamilie ist riesengroß und an Vielseitigkeit kaum zu überbieten! Die Bohnen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit, werden nahezu auf der ganzen Welt angebaut und inzwischen in unzähligen Sorten angeboten.+++ Werbung +++ Auch unsere Grünen Bohnen sind eigentlich Exoten, die erst im 16. Jahrhundert nach Europa kamen, hier rasche Verbreitung fanden und die Dicken Bohnen mehr und mehr verdrängten. Um sich in der großen Bohnenfamilie zurechtzufinden, unterscheidet man zunächst nach Art des Anbaugebietes, also nach Gartenbohnen und Ackerbohnen. Buschbohnen und Stangenbohnen zählen zu den Gartenbohnen, sie werden ihrem Wuchs entsprechend bezeichnet. Buschbohnen sind niedrig wachsend, Stangenbohnen oder Kletterbohnen (auch Hochbohnen genannt) ranken an einem Stützgerüst in die Höhe. Außerdem spielen Größe, Form und Farbe ihrer Hülsen eine Rolle. Und hier zeigt sich die ganze Vielfalt: rund-, oval-, flach-, breit-, gelb-, grün- und sogar blauhülsig. Buschbohnen und Stangenbohnen unterscheidet man weiterhin nach Schnittbohnen und Brechbohnen. Schnittbohnen haben flache Schoten, kräftiges Fleisch, dicke Kerne und einen harten Faden, der vor dem Kochen abgezogen wird. Brechbohnen haben eher runde Schoten, zartes Fleisch und feine Kerne, der Faden wurde zumeist weggezüchtet. Zu den Brechbohnen gehören auch die gelben Wachsbohnen (so genannt wegen ihrer Farbe - gelb wie Bienenwachs), die besonders zart sind und deshalb gern zu Salaten verwendet werden. Die kostbarsten Vertreter sind die Prinzessbohnen oder Delikatessbohnen, sehr geschätzt als delikate Beilage zu edlem Fleisch und Fisch. Die Ackerbohnen, auch unter den Namen Puffbohnen, Saubohnen, Pferdebohnen oder Dicken Bohnen bekannt, werden vor allem in den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein geschätzt. Von ihnen werden lediglich die frischen Kerne verzehrt. Die "Dicken" kommen im Juni und Juli frisch auf den Markt und gelten vor allem im rheinisch-westfälischen Raum als kulinarische Spezialität - ganz jung, mit Speck serviert, sind sie in der Tat eine Delikatesse. Streng genommen (d. h. botanisch gesehen), gehören die "Dicken" trotz ihres Namens nicht zu den Bohnen, sondern zu den Wicken! Buschbohnen und Stangenbohnen werden in ganz Deutschland angebaut, sie kommen aus dem Unterglasbau bereits im Frühjahr, als Freilandware von Juli bis in den Spätherbst frisch auf den Markt. Darüber hinaus stehen sie natürlich rund ums Jahr konserviert oder tiefgefroren zur Verfügung. Bohnen sind richtige kleine Nährstoffpakete, die für wertvolle Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen. In ihnen stecken neben einem hohen Kohlenhydratanteil viele Mineralstoffe und Vitamine, besonders erwähnenswert ist ihr Gehalt an Eisen, Kalium, Calcium, Natrium, Phosphor und Magnesium sowie an den Vitaminen A, B1, B2 und B6 sowie Vitamin C. Charakteristisch ist auch ihr hoher Gehalt an pflanzlichem Eiweiß. Ihr Stärkegehalt sorgt überdies für eine gute und lang anhaltende Sättigung, und die Ballaststoffe bringen den Darm auf Trab. Ihr Fettgehalt ist dagegen gering, Bohnen zählen zu den ausgesprochen fettarmen Nahrungsmitteln. Bohnen lassen sich sehr vielseitig verwenden. Für Gemüsegerichte, Eintöpfe, Suppen und Salate. Roh sind sie nicht genießbar, da die rohen Hülsen das gesundheitsschädliche Phasin enthalten, das durch das Kochen aber völlig zerstört wird. Sie können Bohnen einmachen, sauer einlegen, tiefkühlen (vorher kurz blanchieren) oder mit Salz konservieren. Knackig frisch zu Lammfleisch oder mit durchwachsenem Speck munden sid besonders köstlich. Stangenbohnen schmecken am besten, wenn die Schalen noch sehr schmal und flach und die Kerne winzig sind. Da der ernährungsbewusste Verbraucher heute weiß, wie wichtig gerade Ballaststoffe für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind, kommen die zeitweise ein wenig ins Abseits geratenen Hülsenfrüchte wieder zu neuen Ehren - und beileibe nicht nur als traditioneller Samstags-Eintopf. Interessante Rezepte
Zum Weiterlesen
Quelle: CMA. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich. |
|
ThemenChannel von © 1994 - 2011 Dirk Jasper • Diese Seite drucken:
|