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Warenkunde 'Bordeauxwein aus dem Médoc'
Eine Frage des guten Geschmacks
In keiner anderen Weinregion der Welt werden so viele qualitativ hochwertige Weine erzeugt wie im Bordeaux. Weinkenner schätzen unter den Roten des Bordeaux besonders die Weine aus dem Médoc. Ob er nun für die Lagerung im Keller bestimmt ist, um für den großen Augenblick heranzureifen, oder für den sofortigen Genuss zum Abendessen - ein Médoc enttäuscht nie.
Die Weinbauregion Médoc weist alle klimatischen Voraussetzungen auf, die für die Erzeugung großer Jahrgänge von Bedeutung sind: eine lange Reifezeit, in der die Trauben den bestmöglichen Reifegrad erreichen und Böden, die sowohl Feuchtigkeit als auch Wärme optimal speichern können. Die berühmten Graves des Médoc, ein Mischboden aus Sand und Kies, und zahlreiche Kleinklimata, die sich durch den Einfluss des Atlantiks und der Gironde bilden, sind ideale Bedingungen für den Weinbau.

Dazu kommt all das, was das französische Wort terroir bezeichnet und die über Jahrhunderte gesammelten Kenntnisse der französischen Weinbauern, angefangen bei der Traube am Rebstock bis hin zum kostbaren Tropfen im Glas.

Ein vielfältiges Angebot Das vielfältige Angebot an Médoc-Weinen rührt von den unterschiedlichen Böden der Region und einer geschickten Assemblage der verschiedenen Rebsorten her. Die würzigen Trauben der Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot sind die bedeutendsten der Médoc-Region. Daneben gibt es kleinere Anbauflächen mit den Sorten Cabernet Franc und Petit Verdot.

Durch die kunstvolle Verbindung mehrerer Rebsorten kommt die einzigartige Qualität jeder einzelnen Traube voll zur Geltung. Körper und Alterungsfähigkeit der fruchtigen Sauvignon, das Bukett der Cabernet Franc, die Farbe der Petit Verdot und die Reife und Weichheit der Merlot-Traube.

So hat jede einzelne der acht Appellationen dieser Region - Médoc, Haut-Médoc und die Gemeindeappellationen Saint-Estèphe, Pauillac, Saint-Julien, Moulis-en-Médoc, Listrac-Médoc und Margaux - ihren ganz eigenen individuellen Charakter. Zusammen umfassen sie das ganze Spektrum von den subtil jungen bis hin zu den reifen vollmundigen und körperreichen Weinen.

Im Médoc ist die Bedeutung des Crus, des "großen Weins", noch stärker als anderswo an den Weinberg und das Gut gebunden. Der Cru ist das Siegel, die private Marke, das Erbe des Winzers, dem er traditionsbewusst weitergegeben wurde. So hat diese Region 60 renommierte und klassifizierte Grands Crus, 400 Crus Bourgeois, 300 kleinere Güter und Crus Artisans sowie viele Marken von Winzergenossenschaften und Händlern zu bieten.

Harmonie von Wein und Speisen Im Médoc genießt man die jüngeren oder leichteren Weine traditionell zu weißem Fleisch wie Geflügel, Kalb oder Milchlamm. Sie sind aber auch hervorragende Begleiter von Fisch und Wurstwaren. Die gehaltvolleren und älteren Weine trinken die Médocains gern zu rotem Fleisch, wie dem berühmten "Rindfleisch à la bordelaise", zu Wild, Pilzgerichten oder Gänseleber.

Zum Nachtisch mit Käse oder roten Früchten harmoniert ein Wein aus dem Médoc übrigens auch ausgezeichnet. Ganz gleichgültig, was auf Ihrem Menüplan steht, exotische Köstlichkeiten oder Hausmannskost, eine gute Flasche Wein macht mehr daraus.

Erlaubt ist natürlich, was schmeckt, hier jedoch einige Beispiele einer besonderen Harmonie von Gerichten und den acht Appellationen des Médoc, dabei wird Ihnen mit "Warum?" gleichzeitig die Begründung unserer Feinschmecker mitgeliefert!

Speise Médoc-Appellation Warum?
Gegrilltes, Wild, Käse, Pastete Médoc vielfältig, alle gut abgerundet und charaktervoll
Pasta, Eintopf, gebratenes Gemüse Haut-Médoc lebendig und körperreich
Huhn oder Lamm Pauillac Cabernet Sauvignon mit dem Aroma der schwarzen Johannisbeere
Steak oder Roastbeef Moulis-en-Médoc kräftig genug, um mit starken Aromen zu konkurrieren
gebratenes Huhn, Lasagne Margaux feine Eleganz, die perfekt mit einfachen Gerichten harmoniert
französischer Käse, rotes Fleisch Saint-Estèphe kräftige Weine, die exzellent altern
Parma-Schinken Listrac-Médoc samtig und vollmundig
Ente und Beeren Saint-Julien aromareich und kräftiger Abgang
Die Weinbauregion Médoc in Zahlen Auf einer Rebfläche von 15.400 Hektar - das sind 15 Prozent der Gesamtfläche von Bordeaux-Rotweinen - produziert das Médoc Weine von Weltruhm. Die Region bringt jährlich rund 115 Millionen Flaschen Rotwein auf den Markt.

Knapp die Hälfte dieses Volumens geht in den Export, davon wiederum über 60 Prozent in Länder der Europäischen Union. Bei den Drittländern spielen Japan, die USA und die Schweiz eine bedeutende Rolle. Der geschätzte Umsatz der Weinregion Médoc beläuft sich auf jährlich rund 900 Millionen Euro. Damit werden im Médoc 27 Prozent des gesamten Umsatzes von Rotweinen und Weißweinen aus Bordeaux erzielt.

Deutschland war im Jahr 2000 mengenmäßig der wichtigste Abnehmer von Médoc-Weinen. Rund 76.000 Hektoliter des berühmten Rotweins flossen im vergangenen Jahr in die Bundesrepublik. Den Löwenanteil stellten mit über 60.000 Hektoliter die großen regionalen Appellationen Médoc (48 Prozent) und Haut-Médoc (33 Prozent). Diese machen immerhin über 80 Prozent der gesamten Médoc-Produktion aus.

Doch auch die kleineren Gemeindeappellationen Pauillac (6 Prozent), Margaux (4 Prozent), Saint-Estèphe (3 Prozent), Saint-Julien (2 Prozent), Listrac (2 Prozent) und Moulis (2 Prozent) und erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Sie erreichten im Jahr 2000 ein Exportvolumen von knapp 15.000 Hektolitern im Wert von über 30 Millionen Euro.


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Bordeauxwein aus dem Médoc. Foto: Sopexa
Bordeauxwein aus dem Médoc: Landschaft des Médoc. Foto: Sopexa
Bordeauxwein aus dem Médoc: Cabernet Sauvignon - die Traube des Médoc. Foto: Sopexa
Bordeauxwein aus dem Médoc: Die acht Appellationen des Médoc. Foto: Sopexa
Bordeauxwein aus dem Médoc: Landschaft des Médoc. Foto: Sopexa

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