Warenkunde 'Endivien'
Blattgemüse mit Pfiff
Die Endivie ist eine veredelte Zuchtform der Zichorie und deshalb nicht mit den anderen Blattsalaten (Luctuca) verwandt, sondern mit Chicorée und Radicchio, auch wenn das auf den ersten Blick nicht unbedingt so erscheint. Ihre Heimat erstreckt sich vom Mittelmeergebiet bis nach Zentralasien hinein.


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Alle Endivien-Arten haben einen herzhaft-würzigen, angenehm bitteren Geschmack. Dieses Aroma unterscheidet sie von allen anderen Kopfsalatarten. Endivien eignen sich daher hervorragend für die Zubereitung pikant-delikater Salate.

Endivien kommen im Sommer aus dem heimischen Freilandanbau frisch auf den Markt. Die Erntezeit und Angebotszeit reicht praktisch vom Mai bis in den Dezember hinein, denn das knackige Blattgemüse kann auch ein paar Grade Frost vertragen. Im Frühjahr werden Endivien im Unterglasbau kultiviert, so dass sie fast rund ums Jahr Saison haben. Die bekanntesten Vertreter der Endivie sind:

  • Winterendivie: die hierzulande wohl bekannteste Form ist eine besonders krause und feste Salatpflanze
  • Eskariol: auch Glatte Endivie genannt; sie besitzt nur leicht gekrauste, breite Blätter mit gezahnten Rändern
  • Römischer Salat: auch als Sommerendivie bekannt; er hat glatte, geschlossene Blätter, ist heller als die Winterendivie und wirkt schon eher wie eine Variante des Kopfsalates
  • Frisée: er gilt als der Feinste in der Familie; er ist kraus und besonders zartblättrig und fällt im Geschmack mild aus
  • Batavia: Salatblätter mit braunroten Blattenden
Endivien kommen meist mit 500 bis 800 g Gewicht pro Salatkopf auf den Markt, die Treibhausware ist etwas leichter. Die Verbraucher bevorzugen Endivien mit einem hellen und zarten Herzen, deshalb werden die Endivien-Köpfe einige Wochen vor der Ernte oben zusammengebunden. So wird das Licht ausgeschlossen und das Chlorophyll der Herzblätter abgebaut, sie bleiben hell, zart und mild im Geschmack. Allerdings haben die äußeren grünen Blätter einen höheren Nährstoffgehalt.

Alle Endivien-Sorten zeichnen sich durch einen hohen Gehalt (etwa doppelt so hoch wie bei Kopfsalat) an Vitaminen (Provitamin A, B1, B2, B6 und C) sowie Mineralstoffen (Kalium, Phosphor, Natrium, Eisen und Calcium) aus. Der Kaloriengehalt ist dagegen nicht erwähnenswert, 100 g Endivie bringen es gerade mal auf 14 Kalorien.

Erwähnenswert ist noch ihr Milchsaft mit dem darin enthaltenen Bitterstoff Inulin, dem sie ihren würzig-herzhaften Geschmack verdanken, der an Chicorée erinnert. Dem Bitterstoff wird eine galle- und harntreibende sowie appetitanregende Wirkung zugeschrieben.

Achten Sie bei der Zubereitung darauf, dass die Endivien-Blätter erst gewaschen und dann klein geschnitten werden. In umgekehrter Reihenfolge könnte ein großer Teil der wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen!

Bei uns werden Endivien fast nur roh als Salat gegessen. In anderen Ländern genießt man sie aber auch gekocht als delikates Gemüse. Für einen Salat werden die äußeren groben Blätter gut gewaschen, trocken geschleudert, danach in schmale Streifen geschnitten und mit kräftig gewürzten Marinaden oder Dressings angerichtet. Wer den bitteren Geschmack nicht mag, kann ihn durch kurzes Wässern der Blätter in handwarmem Wasser mildern oder durch die Zugabe von etwas Zucker neutralisieren.

Gerade sein herzhaft-würziger, manchmal leicht bitterer Geschmack macht den Krauskopf so attraktiv für bunte Salatmischungen jeder Art, denn dieses reizvoll-herbe Aroma unterscheidet ihn von allen anderen Kopfsalatarten. Die Endivien-Arten zeichnen sich durch ihren pikanten Bittergeschmack aus und geben gemischten Salaten damit eine interessante Note. Sie schmecken deshalb nicht nur vorzüglich als eigenständiger Salat.

Sie schmecken nicht nur vorzüglich als eigenständiger Salat, sie sind auch eine ideale Grundlage für bunte Kombinationen. Sie sind eine ideale Grundlage für bunte Kombinationen mit Tomaten, Paprika, Gurken, Oliven, Thunfisch, Sardellen und Eiern. Wegen ihres herben Geschmacks vertragen sie sich wunderbar mit Früchten wie Äpfeln, Birnen, Orangen und Ananas - und natürlich mit vielen Käsesorten.

Da die Endivien nicht so rasch welken, kann man sie sehr gut zum Garnieren von Vorspeisen, Fleisch-, Fisch- und Käseplatten verwenden. Zu ihnen passen besonders gut auch kräftige Zutaten, wie Thunfisch, Sardellen, Speck und gekochte Eier. Gedünstet mit ausgelassenem Schinkenspeck ergeben Endivien auch ein delikates Gemüse.

Alle Sorten enthalten einen Bitterstoff, der Appetit anregend wirkt und den Gallefluss fördert, in den grünen Außenblättern ist er am stärksten konzentriert.

Praxistipp: Die etwas derben Blätter der Endivie werden zarter, wenn man sie mit heißem ausgelassenen Speck übergießt!


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Endivien-Ernte. Foto: CMA
Endivien-Ernte. Foto: CMA

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