Familie-im-Web.de Aktuell Interview Magazin Goldene 50 Haus & Wohnen Festkalender CyberSerien CyberKoch
CyberReisen Lifestyle & Freizeit CyberGarten Beauty CyberMusical Haustiere Haushalt & Tipps
Wellness & Fitness Babys, Kids & Teens Internet Lexikon Fashion Foto & Filmen Film Kino DVD TV Anbieterkennzeichnung

Warenkunde 'Gefriertrocknung'
Lebensmittelkonservierung nach dem Vorbild der Natur
Schon sehr früh versuchten unsere Vorfahren, Lebensmittel haltbar zu machen, zu konservieren. Die ältesten Methoden sind das Trocknen, das Gefrieren, das Räuchern und das Einsalzen. In der Neuzeit kamen die Hitzesterilisation und weitere, allerdings nur industriell einsetzbare Verfahren hinzu.
Das modernste und schonendste Verfahren der Lebensmittelkonservierung ist zweifellos die Gefriertrocknung. Mit Hilfe dieser Technologie gelang es Nescafé in Deutschland 1965, vor rund 40 Jahren also, mit dem ersten gefriergetrockneten löslichen Bohnenkaffee in umweltfreundlichen Gläsern eine neue Epoche in der Geschichte des Kaffees einzuleiten.

Auch die Nahrung der Apollo-Besatzung beim historischen ersten Weltraumflug zum Mond im Jahre 1969 war zu einem wesentlichen Teil gefriergetrocknet - auch hier war Nescafé dabei. Doch eigentlich ist die Gefriertrocknung gar nicht so neu: Schon im 10. Jahrhundert nutzten die Inkas dieses von der Natur geschenkte Verfahren, indem sie die in ihrer Heimat gegebenen besonderen klimatischen Bedingungen nutzten: Kälte und niedrigen atmosphärischen Luftdruck. Sie ließen gefrorenes Fleisch an der Sonne trocknen, um es so zu konservieren.

Das physikalische Prinzip der Gefriertrocknung beruht auf zwei einfachen, allgemein bekannten Phänomenen:

  • Wäsche trocknet im strengsten Winter im Freien auf der Leine. Sie gefriert zunächst, dann verdunstet das Wasser, ohne zuvor nochmals flüssig zu werden. Physiker nennen dieses Phänomen Sublimation.
  • In großer Höhe sinkt der Luftdruck, so dass Wasser wegen der "dünnen" Luft bereits bei Temperaturen von weit unter 100 Grad Celsius kocht.
  • Dies ist die Basis der Gefriertrocknung.

    Nun zur Praxis. Die Gefriertrocknung wird zum Beispiel zur Herstellung von löslichem Bohnenkaffee wie etwa Nescafé Gold eingesetzt. Dabei stellen erfahrene Röstmeister zunächst eine fein abgestimmte Mischung von Rohkaffees aus den bekannten Anbauländern Süd- und Zentralamerikas sowie Afrikas zusammen.

    Anschließend werden die frisch gerösteten Kaffeebohnen gemahlen und mit heißem Wasser aufgebrüht, ähnlich der Zubereitung im Haushalt, jedoch in viel stärkerer Konzentration. Dabei werden durch heißes Wasser alle wertvollen Kaffeebestandteile herausgelöst und es entsteht ein sehr kräftiger, dickflüssiger Kaffeeaufguss.

    In Kältekammern mit Temperaturen zwischen minus 40 und 50 Grad Celsius erstarrt die Flüssigkeit sekundenschnell zu einer flachen Eisplatte, die anschließend zu Kaffee-Eisstücken zerkleinert und gemahlen wird. Das so gewonnene Kaffeegranulat wandert in die Unterdruckkammer, wo im Hochvakuum das als Eis ausgefrorene Wasser verdampft.

    In den typischen goldbraunen Körnchen des fertigen, gefriergetrockneten löslichen Bohnenkaffees sind Aroma und Geschmack eingeschlossen wie in einem Mini-Tresor - bis sie zur Zubereitung einer Tasse Kaffee mit heißem Wasser übergossen werden und sich dabei sofort auflösen.

    Die schonende Kaffeeherstellung nach dem Vorbild der Natur macht die Gefriertrocknung so wertvoll. Nur eines geht bei diesem Konservierungsverfahren verloren: Der unbrauchbare Kaffeesatz. Er wird umweltfreundlich zur Energiegewinnung genutzt.

    Foto: Nestlé
    Foto: Nestlé
    Foto: Nestlé
    Foto: Nestlé

    ThemenChannel CyberKoch von Familie-im-Web
    © 1994 - 2011 Dirk Jasper