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Warenkunde 'Käse'
Regeln - nicht nur für Gourmets
Käse-Genuss ist zwar keine Geheimwissenschaft, doch es gibt einige Grundregeln, die jeder Käse-Liebhaber beherzigen sollte, wenn es richtig munden soll.
Ganz allgemein gilt, dass ein Käse dort, wo er zu Hause ist, auch am besten seine Qualitäten offenbart. So verschiedenartig und abwechslungsreich die deutschen Landschaften, so vielfältig sind auch die heimischen Käsesorten. Denn Milch - ob von Kühen aus Schleswig-Holstein oder aus dem Allgäu - ist nicht gleich Milch, und somit Käse auch nicht gleich Käse.

Ein Tilsiter aus Norddeutschland weist sicherlich andere Geschmacksnuancen auf als einer aus dem Alpenvorland. Darüber hinaus gibt es Käsesorten, die nur in einer bestimmten Region erzeugt werden, wie z. B. der Wilstermarschkäse oder der Allgäuer Emmentaler. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, die Käse-Spezialitäten so zu genießen, wie es die Einheimischen tun - in Bayern mit Radi und einer kühlen Maß, an Mosel und Rhein mit einem frischen, herben Weißwein.

Der Käse-Genuss beginnt bereits beim Einkauf, d. h. lieber häufiger und mit richtiger Reife kaufen als für den langfristigen Vorrat. Bei Hartkäse und Schnittkäse sollte man Käse wählen, die noch nicht aufgeschnittenn sind, und den Käse nicht in Scheiben, sondern "im Stück" schneiden lassen. Das ist Käse-gerechter. Mit einem Messer oder Beilchen kann sich dann jeder die gewünschte Portion selbst abschneiden.

"In der Not schmeckt der Käse auch ohne Brot", behauptet eine alte Volksweisheit. Dennoch lässt sich das Käse-Vergnügen mit entsprechenden Zutaten noch erheblich steigern. Radieschen, Tomaten oder Weintrauben erfreuen nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge.

Die Garnierung sollte allerdings nicht nur nach farblichen Gesichtspunkten ausgesucht werden. Während z. B. Tomaten und Gurken zu allen Käsesorten passen, verlangen Zwiebeln, Radieschen und Radi eine entsprechend deftige Begleitung wie Romadur, Limburger oder Weißlacker.

Eine ideale Ergänzung zum Käse stellen Früchte aller Art dar. Beeren-Salat mit Camembert - einfach köstlich! Eher Vorsicht ist allerdings bei Gewürzen geboten. Lediglich die Frischkäse vertragen eine kräftige Portion an Kräutern und Gewürzen, wie sie überhaupt dafür geschaffen sind, mit pikanten oder süßen Zutaten gemixt zu werden. Hier gibt es, ganz nach Belieben, unzählige Varianten.

Übrigens: Entgegen landläufiger Meinung sollte man Salzstangen und anderes Salzgebäck nicht zum Käse reichen, eine Ausnahme bilden die milden Laugenbrezeln!

Noch ein Tipp zur Käseplatte: Ordnen Sie die Sorten nach Intensität des Geschmacks im Uhrzeigersinn an - von mild bis pikant. Sonst zwingt etwa der kräftige Tilsiter den zarten Brie in die Knie!


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