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Warenkunde 'Kaffee' Woher der Kaffee kommt |
Kaffee ist nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff im Welthandel, Haupt-Devisenquelle vieler Erzeugerländer, attraktive Steuereinnahmequelle und mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 165 Litern liebstes Getränk - nicht nur - der Deutschen. Weltweit werden Tag für Tag über eine Milliarde Tassen geleert.+++ Werbung +++ Die immergrünen Kaffeebäume der botanischen Gattung Coffea stammen ursprünglich aus Afrika. Heute ziehen sich die Anbaugebiete nördlich und südlich des Äquators, etwa zwischen den Wendekreisen des Krebses und des Steinbocks, wie ein breites Band - auch Kaffeegürtel genannt - rund um den Erdball. Wirtschaftliche Bedeutung haben praktisch nur zwei Arten: Coffea arabica und Coffea canephora robusta mit rund zehn bzw. vier Milliarden Pflanzen liefern 98 Prozent des weltweit erzeugten Rohkaffees. Arabica-Kaffee ist sowohl optisch als auch geschmacklich die edlere der beiden Sorten. Er ist im Anbau anspruchsvoller und wird nach der Ernte meist durch die aufwändigere nasse Aufbereitung für den Export vorbereitet. Man baut ihn in Höhen zwischen etwa 600 und 1.200 Meter an. Robusta-Kaffee ist noch kälteempfindlicher als Arabica, weshalb er häufig auch in niedrigeren Lagen und meist näher am Äquator angebaut wird. Er wird gewöhnlich trocken aufbereitet und ist wesentlich preisgünstiger als Arabica-Kaffee. Arabica-Kaffee wächst vor allem an den Berghängen Ostafrikas, Lateinamerikas, Indiens und Papua-Neuguineas. Die wichtigsten Erzeugerländer sind Brasilien, Kolumbien und Mexiko. Hauptlieferanten von Robusta-Kaffee sind Indonesien, Brasilien, Elfenbeinküste und Uganda. Brasilien und Kolumbien erzeugen zusammen fast die Hälfte der jährlichen Kaffee-WeIternte. Der Anteil von Robusta-Kaffee an der Gesamtmenge liegt bei einem Drittel. Spezielle Hochlandkaffees - ausschließlich Arabicas - aus Ostafrika oder Lateinamerika gehören zu den teuersten Spitzenkaffees der Welt und zeichnen sich durch besonders feine Säure und hervorragenden Geschmack aus. Sie werden zu herkunftsbezogenen Premiumkaffees für anspruchsvolle Kaffeegourmets verarbeitet, etwa East African Blend oder Latin American Blend von Nescafé. Unter den Nutzpflanzen gilt Kaffee als "Primadonna". Für erfolgreichen Anbau müssen Temperatur, Wind, Wasser, Sonnenschein und Bodenbeschaffenheit optimal aufeinander abgestimmt sein. Kaffee-Anbau ist stark von klimatischen Einflüssen abhängig; manchmal genügt schon ein leichter Morgenfrost - wie gelegentlich in Brasilien, um Millionen von Kaffeebäumen zu vernichten. Vor allem diese Frostempfindlichkeit beschränkt den weltweiten Anbau auf Gebiete, wo 0 Grad Celsius niemals unterschritten werden. Die meisten handelsüblichen Kaffees sind Mischungen der beiden Hauptsorten unter Verwendung von Kaffee verschiedener Provenienzen, also unterschiedlicher Herkunftsländer. Eine solche Mischung, von den Fachleuten Blend genannt, kann aus bis zu acht oder mehr Kaffeesorten bestehen. Da Kaffee ein Naturprodukt ist, das vielerlei Einflüssen unterliegt, erfordert es großes Können der Röstmeister und Kaffeetester in den Kaffeefirmen, um immer wieder Mischungen mit gleichbleibend hoher Genussqualität herzustellen. Das weltweit beliebteste Getränk sollte dabei jede Anstrengung wert sein. Wann begann die Geschichte des Kaffees wirklich?Äthiopien gilt als die Wiege des Kaffees. Heute noch gedeiht dort Kaffee wildwachsend in ausgedehnten Wäldern, er wird aber auch in bäuerlichen Pflanzungen und zum kleineren Teil auf Großplantagen angebaut. Darüber, zu welchem Zeitpunkt die Geschichte des Kaffees begann, streiten sich noch immer die Gelehrten. Manche Autoren, unter ihnen der Schweizer Geistliche Pierre Etienne Louis Dumant, glauben sogar in der Heiligen Schrift Hinweise darauf gefunden zu haben, dass Kaffee bereits in biblischer Zeit bekannt war und verwendet wurde: so im ersten Buch Mose (XXV, 30) und im Buch Samuel (XVH, 28).Ein weiterer Beleg für die frühe Verbreitung des Kaffees könnte auch die ebenfalls in der Bibel festgehaltene, märchenhafte Geschichte der Königin von Saba sein. "Zu der Zeit, da Salomo - König von Israel - den großen Tempel von Jerusalem baute, hörte die Königin Makeba - Herrscherin von Äthiopien - von der Weisheit und der Macht dieses Herrschers und entschloss sich, ihn zu besuchen. Dazu nahm sie von Axum viele wertvolle Geschenke mit. Salomo empfing Makeba mit großer Gastfreundschaft, und sie blieb für einige Monate bei ihm." So lautet der Anfang der Geschichte, die seit altersher als Bildergeschichte, von koptischen Priestern und einheimischen Künstlern gezeichnet, von Generation zu Generation überliefert wird. Salomo war von Makeba äußerst angetan und gab ihr zu Ehren ein großes Abschiedsfest. Nebenbei hoffte er, damit die wunderbare Frau für sich zu gewinnen und ihr ein Kind schenken zu dürfen. Es gelang ihm schließlich mit Hilfe einer kleinen List: Er versprach Makeba, die im Palast übernachtete, sie nicht gegen ihren Willen zu berühren, und sie musste ihm dafür versprechen, in der Nacht nichts anzurühren, was ihm gehörte. Anderenfalls müsse sie die Nacht mit ihm verbringen. Und so kam es dann auch, nachdem Makeba schlaftrunken und ohne an ihr Versprechen zu denken ihren Durst aus dem Wasserkrug des Königs gestillt hatte. Zum Abschied schenkte Salomo der Königin einen Ring mit den Worten: "Wenn du einen Sohn hast, gib ihm diesen Ring und sende ihn zu mir." Tatsächlich gebar Makeba in Äthiopien einen Sohn mit Namen Menelik, der als erwachsener Mann seinen Vater in Jerusalem besuchte und ihm den Ring zeigte. Aber Salomo sagte: "Warum benötigst du diesen Ring? Auch ohne dieses Zeichen weiß ich, dass du mein Sohn bist." Menelik wurde König von Äthiopien, und er und sein Sohn regierten Äthiopien als die Nachkommen des großen Königs Salomo und Makeba, der Königin von Äthiopien und Saba. Was hat diese Erzählung mit der Geschichte des Kaffees zu tun? Sie weist daraufhin, dass es schon in biblischer Zeit vielfältige Beziehungen zwischen Äthiopien und anderen Ländern, in diesem Fall Israel, gab. Könnte also nicht auch Kaffee unter den Gastgeschenken der Königin von Saba gewesen sein? Bis ins Mittelalter wurde der Kaffee mühsam aus dem Innern des äthiopischen Hochlandes zum Roten Meer transportiert. Erst, als später der Kaffee aus der leichter zugänglichen Gegend um die Hafenstadt Mocha im heutigen Jemen bevorzugt wurde, trat der schwarze Trank seinen Siegeszug um die Welt an, während seine Urheimat Äthiopien in Vergessenheit geriet. Nach wie vor wird in Äthiopien wie zu jener Zeit Kaffee in wildwachsenden Kaffeewäldern oder kleinen bäuerlichen Pflanzungen geerntet. Pro Jahr werden etwa drei Millionen Sack Rohkaffee zu 60 kg produziert, wovon fast zwei Drittel im Land selbst verbraucht werden. Um 1950 begann man auch in Äthiopien, "gewaschene" Kaffees aufzubereiten. Dabei wird zunächst das Fruchtfleisch der frisch gepflückten Kaffeekirschen abgequetscht. Dann kommen die sogenannten Parchments in Gärtanks, bis auch die Reste des Fruchtfleisches abfallen. Die dabei stattfindende Fermentation verfeinert die Qualität des Kaffees. Wegen ihres vollen Geschmacks und besonders würzigen Aromas zählen die gewaschenen äthiopischen Mokkas zu den allerfeinsten Kaffees der Welt. Daher hat der traditionsreiche Kaffeeröster Alois Dallmayr, München, die Produktion gewaschener Kaffees in Äthiopien von Anfang an mit Rat und Tat gefördert. Heute liegt die Jahresproduktion bei rund 350.000 Sack; die feinsten Kaffees davon kauft Dallmayr - rund 100.000 Sack pro Saison. In Äthiopien wird also auch 3.000 Jahre nach der Königin von Saba noch Kaffee-Geschichte geschrieben. Wussten Sie schon, dass ...
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