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Warenkunde 'Kaffeekultur à la francais'
'Café au lait' ist nicht alles!
In unserer allgemeinen Vorstellung gelten Franzosen als die Weintrinker schlechthin, obwohl der Muntermacher Kaffee bei unseren westlichen Nachbarn populärer ist. Nur Mineralwasser wird dort noch häufiger getrunken.
Neun von zehn erwachsenen Franzosen mögen Kaffee und trinken täglich eine oder mehrere Tassen. Trotzdem sind unsere Nachbarn noch keine Vieltrinker, wie die Statistik weiß: Mit knapp sechs Kilogramm Rohkaffee pro Kopf konsumieren sie nicht einmal halb soviel wie die Finnen oder Schweden und immer noch etwa eineinhalb Kilogramm weniger als die Deutschen. Löslicher Kaffee wird in Frankreich dagegen überdurchschnittlich gern getrunken: Während jeder europäische Erwachsene statistisch 160 Tassen genießt, sind es in Frankreich 180.

Qualität statt Quantität ist wohl das Geheimnis der blau-weiß-roten Kaffee- und Cafékultur. Und es ist durchaus begründet, dass uns Ausländern Frankreich ohne Kaffee unvorstellbar scheint. Augenfälligster Grund dürfte sein, dass dem Besucher überall im Land das Wort Café ins Auge springt, wobei es sich jedoch in den meisten Fällen um Bars und nicht um Cafés nach unserem Verständnis handelt.

Mehr als zwei Drittel des Kaffees genießen die Franzosen in den eigenen vier Wänden, meist zum Frühstück. Der Bol, eine große, henkellose Tasse, gefüllt mit Milchkaffee, und dazu frische Croissants gelten nicht von ungefähr als Synonym für französische Frühstücks- und Kaffeekultur. Immer mehr schätzt man aber inzwischen auch Kaffee als Digestif zur Mittagsmahlzeit.

Café au lait, der morgendliche Milchkaffee, prägt wohl auch die meisten Urlaubserinnerungen. Vor dem geistigen Auge erscheinen zwei dampfende Kannen, eine mit tiefschwarzem Kaffee, eine mit per Dampfdüse erhitzter Milch, dazu ein Stück Baguette mit Marmeladenklecks. Alles serviert auf einer Papiertischdecke, die nach dem Essen als Notizpapier für die "addition" dient und zuletzt zusammengerollt weggetragen wird.

Frankreichfans und alle, die sanften, milden Wohlfühlkaffee mögen, können übrigens auch zu Hause jederzeit französischen Milchkaffee genießen: Nescafé Café au lait in der praktischen Dose ist bereits fertig gemischt. Man braucht das Milchkaffeepulver lediglich mit heißem Wasser zu übergießen und hat so schnell und ohne umständliche Zubereitung typischen "Café au la francais".

Die Franzosen trinken tagsüber ihren Kaffee meist schwarz als Café noir oder als Lungo - mit Wasser verdünnt. Milder ist der Café creme mit Sahne. Außerdem gibt es eine Reihe köstlicher Spezialitäten, von denen einige internationale Berühmtheit erlangt haben: Café Granite ist starker, süßer Kaffee, den man gefrieren läßt, anschließend zerstößt und mit Mokkalikör übergießt. Café Orange ist eine Mischung aus Schlagsahne, Orangenlikör und Zucker, mit heißem Kaffee aufgefüllt. Mazagran wiederum besteht aus zerstoßenem Wasser-Eis, das mit Maraschino-Kirschlikör und starkem Kaffee aufgegossen wird. Flambiert werden serviert Café Royal - mit Weinbrand - sowie Café Brûlot - mit Kirschwasser.

Auch in Frankreich schätzt man traditionell die stimulierende Wirkung von Kaffee auf Geist und Sinne. Man nennt ihn auch boisson intellectuel - Getränk der Intelligenz. In der Tat trafen sich früher in den Pariser Kaffeehäusern, wie dem berühmten Café Procope, Literaten, Künstler, Staatsmänner und Philosophen, um zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln - bis hin zur Französischen Revolution. Große Kunstwerke entstanden, und nicht selten bezahlten Künstler wie Gauguin oder Cezanne ihre monatliche Kaffeerechnung mit einem Gemälde.

In Deutschland übernahm man später als Folge des über Jahrhunderte starken Einflusses französischer Kultur und aus Wertschätzung der französischen Lebensart für die zuvor als Kaffeehaus bekannten Lokale die französische Bezeichnung Café.


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