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Warenkunde 'Kohl'
Kohl - immer aktuell!
Urahn der heute weit verzweigten Kohlfamilie war ein eher schmächtiges Kraut: der Wildkohl. Griechen und Römer kultivierten ihn bereits im 4. Jahrhundert v.u.Z. Historische Aufzeichnungen belegen, dass Wildkohl schon vor mehr als 2.500 Jahren an den Küsten Kleinasiens, des östlichen Mittelmeerraumes, Frankreichs und Englands beheimatet war.
In Deutschland wird Kohl erstmals im Mittelalter (9. - 15. Jahrhundert) erwähnt, wobei seit dem 11. Jahrhundert Weißkohl und Rotkohl unterschieden werden.

Rotkohl verdankt seine Farbe übrigens einer Laune der Natur. Durch einen nicht mehr nachvollziehbaren Entwicklungssprung (Mutation) bildete die Pflanze vereinzelt Anthocyan, einen rotvioletten Farbstoff. Heute weiß man, dass diese sekundären Pflanzenstoffe bzw. bioaktiven Substanzen, die die Pflanzen in Form von Farbe, Geschmack und Duft zum Wachstum und Selbstschutz entwickeln, auch beim Menschen Schutzfunktionen ausüben können.

Die zahlreichen Nachfahren des Wildkohls haben es zu beachtlicher Vielfalt gebracht mit abgeflachten, kugelrunden und kegelförmigen Köpfen. Ihr Gewicht kann ein halbes, aber auch über 10 Kilo betragen. Rotkohl bescheidet sich mit 1 bis 3 Kilo. Eine spezielle Saison für Weißkohl und Rotkohl gibt es eigentlich nicht. Aus beiden konnte frühe, mittelfrühe und späte Sorten wie der Herbstkohl und Dauerkohl gezüchtet werden.

Das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas liegt in Dithmarschen. Es bringt den höchsten Ertrag und die schwersten Köpfe hervor. Denn das gemäßigte, feuchte Seeklima dieser Landschaft hinter den Deichen der Nordseeküste und der schwere, gehaltvolle Marschboden bieten ideale Voraussetzungen für den Kohl mit seinem hohen Nährstoff- und Wasserbedarf.

Mahlzeiten aus diesem vielseitigem Gemüse, das praktisch rund ums Jahr zur Verfügung steht, sollten also keineswegs nur im Winter als deftiger Eintopf auf den Tisch kommen. Gerade die ersten zarten Sorten im Frühjahr und Sommer sind bestens für knackfrische Salate geeignet.

Dazu den Kohl fein hobeln, zwei Minuten blanchieren, kalt abschrecken und in einer pikant gewürzten Kräutermarinade durchziehen lassen. Als feines Gemüse dünsten Sie die blanchierten Kohlschnitzel in mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Muskat aufgekochter Sahne gar. Danach das Gemüse leicht binden und Petersilie unterziehen. Das Blanchierwasser können Sie wie Gemüsebrühe weiterverwenden.

Noch ein wichtiger Hinweis: Durch den Kochvorgang büßt Kohl nicht wie andere Gemüsesorten sein Vitamin C ein. Sondern durch Erhitzen entsteht im Kohl aus Ascorbigen zusätzliches Vitamin C.


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