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Warenkunde 'Kohlrabi'
Tolle Knolle mit wertvollem Laub
Der Kohlrabi verdankt seinen Namen zwar der weit verzweigten Kohlverwandtschaft, aber ansonsten hat er mit Kohl oder Rübe im Aussehen und Geschmack wenig gemein. Weder Kopf noch Blume, weder Blätter noch Wurzeln sind das, was als Kohlrabigemüse zubereitet wird, vielmehr ist es der Stiel der Pflanze, der sich zu einer fleischigen Knolle verdickt.
Die Römer haben das Gemüse botanisch schon richtig eingeordnet, sie nannten es caulorapa, die Stängelrübe, denn seine als Knollen bezeichneten Früchte, die über der Erde wachsen - darum auch Oberrübe genannt -, entstehen durch einen Verdickung des Stängels. So kamen die zart-weiß-grünen bis blau-violetten Knollen zu ihrem schönen deutschen Namen Kohlrabi.

Hierzulande ist er ein besonders geschätztes Gemüse. Die Deutschen kultivieren den Kohlrabi-Anbau wie kein anderes Land in Europa, sie sind die größten Erzeuger und Verbraucher dieser schmackhaften Knollen. Kohlrabi brauchen feucht-warmes Klima, um zart und saftig zu werden, und kurze Transportwege vom Feld zum Markt, um es auch zu bleiben.

Kohlrabi hat praktisch das ganze Jahr über Saison: von Februar bis Mai als Treibhaus-Kohlrabi aus dem Unterglasanbau, der besonders zart und mild im Geschmack ausfällt, von Mitte Mai bis November der kräftiger und würziger schmeckende Freiland-Kohlrabi.

Kohlrabi gedeihen übrigens ausgezeichnet im Unterglas-Anbau - von Februar bis Mai -, wo sie auch reichlich grüne Blätter hervorbringen, die, was den Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen betrifft, noch wertvoller sind als die Knollen. Deshalb sollten Sie das Laub bei der Zubereitung nicht wegwerfen, sondern die großen, knackigen Blätter mitgaren und die kleinen, zarten frisch gehackt wie Kräuter über Salate, Gemüse oder Suppen streuen.

Wenn er natürlich auch in anderen Ländern kultiviert wird, ist Kohlrabi doch ein typisch deutsches Gemüse. Deutschland ist sowohl der größte Erzeuger wie auch Verbraucher dieses Gemüses in Europa. Nach einer erneuten Ausdehnung der Anbauflächen, vor allem in den westlichen Bundesländern, erreichte der deutsche Kohlrabi-Anbau immer wieder einen neuen Rekordumfang. Inzwischen hat die "Stängelrübe" auch in Italien und Spanien eine gewisse Bedeutung erlangt, die Ernte ist aber in erster Linie für den Export nach Deutschland bestimmt.

Anbau und Vermarktung von Kohlrabi stellen hohe Ansprüche, denn er braucht feucht-warmes Klima, um zart und saftig zu werden, und kurze Transportwege vom Beet zum Markt, um es auch zu bleiben. So gedeiht er ausgezeichnet unter Glas, wo er besonders schmackhafte Knollen hervorbringt und reichlich grüne Blätter, die Vitaminspender. Darum Kohlrabi möglichst immer mit Laub kaufen. Frisch und klein gehackt können Sie es als Würze zum Salat geben, unter das Gemüse mischen oder mit der Kochbrühe als Suppe verwerten.

Die Kohlrabi schmecken leicht süßlich, ein wenig nussartig und eigentlich gar nicht nach Kohl. Der Freiland-Kohlrabi - Hauptsaison ab Mai bis Oktober - zeichnet sich durch einen besonders kräftigen und würzigen Geschmack aus. Treibhaus-Kohlrabi ist meistens zarter und saftiger im Fleisch. Die unterschiedliche Schalenfarbe hat dabei aber keinen Einfluss auf das Aroma. Kohlrabi werden meist nach Stück und nicht nach Gewicht verkauft. Bevorzugen Sie lieber die kleineren Knollen, sehr große können holzig sein!

Bei der Zubereitung werden die Knollen leicht abgebürstet, gewaschen und vom Wurzel- zum Blattansatz hin geschält. Bei sehr jungen, zarten Knollen genügt es, am Wurzelansatz eine Scheibe abzuschneiden und dann die Haut abzuziehen. Kleine Knollen können Sie im Ganzen garen, ältere und große Knollen vorher zerteilen, würfeln oder stifteln und in wenig Salzwasser und Fett ca. 15 bis 20 Minuten garen. Gefüllte Kohlrabi werden 45 bis 60 Minuten geschmort.

Kohlrabi eignen sich hervorragend für Suppen, Füllungen, Eintöpfe und Aufläufe. Warm zubereitet passen sie gut zu Fleischgerichten aller Art. Man kann sie aber auch roh zu Salaten verwenden, z. B. mit Nüssen, Möhren, hart gekochten Eiern und vielen frisch gehackten Kräutern.


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Kohlrabi-Ernte. Foto: CMA
Kohlrabi-Ernte. Foto: CMA

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