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Warenkunde 'Lauch oder Porree' Ein Suppengemüse macht Karriere |
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Er hat etwas von der herben
Würze der Zwiebel und von der Sanftheit zarter Spargelstangen:
der Lauch - oder Porree, wie man ihn auch nennt. Mit diesem
aromatischen Gemüse können Sie Ihren Speisezettel sehr
abwechslungsreich und gesund gestalten. Er schmeckt roh geschnitten
auf dem Butterbrot, eingerollt in Schinken, umhüllt von
Sahnesoße, in der feinen Crèmesuppe oder als leichter
Salat.
Eigentlich schade, dass man Lauch hierzulande so lange Zeit nur als Suppengrün zusammen mit Möhren, Sellerie und Petersilie verwendet - und verkannt - hat. Doch inzwischen hat er sich selbständig und seine eigene Karriere gemacht. Als pikante Auflage für Torte oder Pizza macht er dem Zwiebelkuchen längst Konkurrenz. Auch in der beliebten China-Küche - zum Beispiel als Zutat zu süß-saurem Fleisch - ist er unentbehrlich. Ein vorzügliches Gespann geben Lauch und Käse ab. Als Einlage für rustikale Suppen und Eintöpfe hat er natürlich seine Meriten, doch kann er weit mehr. Porree ist kalorienarm und aufgrund seines hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffen sehr gesund. Schon die alten Römer und Ägypter schätzten ihn. Einst nannte man ihn gar den "Spargel des armen Mannes" - zweifellos ein Kompliment. Und zu den Verehrern dieses Zwiebelgewächses zählen so illustre Leute wie der Dichter Homer und so zwielichtige wie der römische Kaiser Nero, der mit den weißgrünen Stangen seine Stimme poliert haben soll. Wie auch immer, es gibt Beweise dafür, dass schon die alten Ägypter, Griechen und Römer den Porree und seine Verwandten, Zwiebel und Knoblauch, kannten und schätzten. Im Mittelalter galt es dagegen als Sünde wider die Gesundheit, Porree und Zwiebeln roh zu essen, weil man fälschlicherweise annahm, sie würden Krankheiten begünstigen. Und noch im vergangenen Jahrhundert vertrat Alexandre Dumas, französischer Schriftsteller und Feinschmecker von hohen Graden, die Ansicht, Porree schmecke zwar gut, tauge aber allenfalls für rustikale Speisen. Heute wissen wir es besser! Wer Lauch reichlich und regelmäßig isst, hilft seinen Körper zu entschlacken und zu entwässern. Das hält die Taille schlank. 100 Gramm Porree bringen es gerade mal auf 35 Kcal (= 147 KJ). Er enthält wichtige Mineralstoffe - Kalium, Calcium, Phosphor, Natrium und Eisen - und Vitamine der B-Gruppe sowie das Provitamin A und die Vitamine C und E. Die knapp 2 Gramm Rohfaseranteile pro 100 Gramm wirken verdauungsfördernd, seine schwefelhaltigen Inhaltsstoffe heilend, und seinen ätherischen Ölen ist der typische Lauchgeschmack zu verdanken. Porree wird in allen heimischen Gemüse-Anbaugebieten kultiviert. Je nach Erntezeit unterscheidet man zwischen Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winter-Porree. Frühjahrs- und Sommersorten haben durchweg einen längeren Schaft, ihr Laub ist hellgrün; Herbst- und Wintersorten haben dagegen meistens einen kurzen dicken Schaft und dunkelgrüne Blätter. Länge und Dicke des Schafts hängen also von der Anbauzeit ab und sind kein Qualitätsmerkmal, sie haben auch keinen Einfluss auf Geschmack und Nährwert. Praxistipp: Heben sie das Gemüse luftig auf, im kühlen Keller oder auf dem schattigen Balkon - auf keinen Fall neben Aroma empfindlichen Produkten im Kühlschrank. Beim Zubereiten werden zunächst die groben äußeren Blätter von den Porreestangen entfernt und die harten, dunkelgrünen Blattspitzen abgeschitten. Dann den Porree sorgfältig waschen, da sich zwischen den Blättern noch Erde befinden kann. Deshalb die Stangen von den Blattspitzen bis kurz vor dem Wurzelansatz einschneiden, die Stangen auseinander biegen und unter fließendem Wasser abspülen. Die Garzeit in Salzwasser beträgt je nach Dicke 15 bis 30 Minuten. Für Gerichte mit klein geschnittenem Porree eignen sich dicke Stangen, wollen Sie den ganzen Schaft verwenden, sollten sie die langen, dünneren Stangen bevorzugen. Den zarteren Sommerlauch kann man gut roh als Salat verzehren. Lauch wird zumeist in hervorragender Qualität und relativ preisgünstig angeboten. Lauch ist gut lagerfähig, man kann ihn einfrieren (vorher fünf Minuten in kochendem Wasser blanchieren) oder besser noch als Rohkost zusammen mit Äpfeln, Sellerie und Möhren sofort verputzen. Gesundheit pur! Interessante Rezepte |
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