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Warenkunde 'Meerrettich' ... die scharfe Vitaminwurzel |
"Er muss in die Zung' beißen, wenn er dieses nicht tut und der Zunge gelind und gut tut, so ist er nicht gut", heißt es in einem alten Kräuterbuch über den Meerrettich, auch Kren genannt. Die bis zu 6 Zentimeter dicken und bis zu 60 Zentimeter langen, rübenartigen Wurzeln der Meerrettich-Pflanze sind zweifellos die geschmacklich schärfsten unter den Rettichwurzeln.+++ Werbung +++ Wundersame Geschichten sind mit dem Meerrettich verbunden. Schon die alten Ägypter schrieben ihm geheimnisvolle Kräfte zu. Und eine alte Volksweisheit besagt: "Jeden Tag ein Löffel voll Meerrettich mit Honig hilft gegen Erkältungskrankheiten". Meerrettich ist also Gewürz, Gemüse und Heilmittel zugleich. Sein scharfer Geschmack und intensiver Geruch rühren von den ätherischen Ölen her, die im Meerrettich enthalten sind. Dank dieses Reichtums an natürlichen Senfölen entfaltet er seine antibiotische Wirkung, daher auch sein Beiname "deutsches Penicillin". Überdies enthält er wertvolle Mineralstoffe und Vitamine, darunter das Provitamin A und die Vitamine B1, B2 und B6. Sein Vitamin C-Gehalt ist sogar doppelt so hoch wie der einer Zitrone. So können wir gerade in den Wintermonaten unseren Vitaminhaushalt mit Meerrettich wunderbar auffüllen. Über die Herkunft des Namens gibt es übrigens verschiedene Versionen. Eine besagt, Meerrettich leite sich nicht von "Meer", sondern von "Mähre" ab, worauf auch die angelsächsische Bezeichnung horse-radish hinweist. Aber wie dem auch sei, heute erfreut sich der scharfe Vitaminprotz großer Beliebtheit. Als Frischartikel findet Meerrettich allerdings nur eine relativ kleine Käuferschicht, obwohl er frisch gerieben ein besonders pikantes Gewürz zu Salaten, Gemüsen, Soßen, Fleisch- und Fischgerichten abgibt. Ob als "Rachenputzer", mit Sahne, Apfel oder Preiselbeeren verfeinert - zu Wurst, Fleisch, Fisch oder für Soßen und Salate bietet er die ideale Ergänzung. Hervorragend schmeckt er zu Lachs, Räucherforelle, Ochsenbrust und Fleisch-Fondue. Das Aroma von frisch geriebenem Meerrettich ist wesentlich stärker ausgeprägt als bei dem konservierten Meerrettich in Dosen oder Tuben, wobei rund 95 Prozent der Ernte industriell verarbeitet werden. Von frischem Meerrettich sollte man aber immer nur so viel abschaben, wie gerade benötigt wird, weil sich die ätherischen Öle schnell verflüchtigen. Damit der geriebene Meerrettich nicht braun wird, fügt man ihm etwas Milch, Mehl oder Zitronensaft zu. Interessante Rezepte
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