Warenkunde 'Melonen aus Frankreich'
... ein Symbol des Sommers
Nicht nur Chinesen und Ägypter ließen sich die Melone schmecken, denn schon tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung kannten die Chinesen die Melone. Die französische Melone kommt wahrscheinlich aus Afrika. Die Ägypter züchteten schon fünfhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung Melonen. Mit den Seeleuten, die sie zum Durst löschen mitnahmen, kamen sie dann von der ägyptischen Küste über das Mittelmeer.


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Im ersten Jahr nach unserer Zeitrechnung erwähnt Plinius der Ältere die Melone in seiner Geschichte der Natur. Zu dieser Zeit war die Melone dann aber so wenig süß, dass sie wie Gemüse mit Pfeffer und Essig gegessen wurde.

Durch Züchtung wurde sie dann immer süßer und wurde von den Gärtnern der Renaissance in Frankreich unweit der Päpstlichen Paläste von Avignon angebaut. In der Sommerresidenz von Cantalupo galten sie als Delikatesse für die römischen Päpste. Von diesem Ort leitet sich auch der Name der Cantaloup-Melone ab, die dann später in der Charente angebaut wurde.

Was für Päpste gut war, war auch für Könige nicht schlecht. 1495 entdeckte Charles VIII. sein Faible für französische Melonen. Und nicht nur Henri IV. und Katharina von Medici liebten ihren Geschmack, sondern auch der Sonnenkönig Louis XIV. konnte nicht genug von ihnen bekommen.

Was früher ein Privileg für Päpste und Könige war, ist heute ein Genuss für alle. Von Juni bis September finden wir die Melonen auf allen Märkten und die sommerlichen Durstlöscher erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Melonen - gesunde Durstlöscher
Melonen bestehen zu rund 90 Prozent aus Wasser. Sie sind ideale Durstlöscher im Sommer, denn sie haben nur 30 bis 40 Kalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch. Verhältnismäßig hoch ist auch ihr Gehalt an Mineralstoffen, vor allem an Kalium. Dies erklärt die entwässernde Wirkung von Melonen. Hervorzuheben ist auch ihr Gehalt an Provitamin A (bis zu 3,6 mg pro 100 Gramm Fruchtfleisch), der mit zu den höchsten unter den Früchten zählt. Er ist bei den orangefarbenen Sorten noch höher als in Früchten mit grünweißlichem Fruchtfleisch.

Melonen sollten grundsätzlich vollreif und kühl genossen werden, damit sie auch wirklich schmecken und erfrischen. Zum Rohverzehr werden die Früchte halbiert, mit einem Löffel von den Kernen befreit, in Stücke geschnitten und mit Messer und Gabel serviert.

  • Zum Frühstück: zum Beispiel in Kombination mit anderen Sommerfrüchten in Obstsalaten, im Müsli oder auch als Konfitüre auf dem Brötchen
  • Als Getränk: im Cocktail oder als Melonenbowle
  • Als Vorspeise: mit Schinken, gepfeffert und mit Ingwer gewürzt, zu Geflügel-, Krabben- oder Krebssalat, zu geräuchertem Forellenfilet, zu Gänseleberpastete, in Mayonnaise
  • Als Hauptgericht: zum Beispiel zu einem Suprême vom Steinbutt
  • Als Dessert: Ob als Melonensorbet, eiskalte Melonensuppe oder als Dessert mit Portwein, Vin Doux oder Cognac - die Melone ist immer eine Delikatesse
  • Als Digestif: Aus Melonen wird auch Branntwein hergestellt, der bei uns gelegentlich angeboten wird. Manchmal findet man auch Melonenlikör aus der Provence
  • Als Dekoration von Speisen: mit einem speziellen Stecher ausgestochene Melonenkugeln eignen sich sehr gut dafür
Reif und prall gefüllt - bereit zum Genuss
Während der Ursprung der Melone wahrscheinlich im tropischen und subtropischen Westafrika liegt, findet man sie heute sowohl in den gemäßigten Klimazonen als auch in den trocken-heißen Tropen der ganzen Welt. Beispielsweise in Frankreich wird die Melone unter anderem in Gewächshäusern angebaut, die für die Pflanzen ein hervorragendes Mikro-Klima und einen Schutz garantieren.

Im Mai kann hier schon mit der Ernte begonnen werden. Unter Schutz- und Plastikfolien angebaute Melonen sind im Juni reif für die Ernte. Auch auf freien Feldern lassen sich die einjährigen krautigen Gewächse finden. Dort werden die kleinen Pflänzchen auf Plastikfolie gepflanzt, die die Erde erwärmt und Unkräuter fernhält. Die Melonen aus freiem Anbau sind dann ab August oder September im Handel zu finden.

Die Haltbarkeit und Lagerbedingungen der Melonen sind stark vom Typ abhängig. Die Verte Olive, die auch als Weihnachtsmelone bekannt ist, hält sich bei 10 bis 15 Grad bis zu drei Monaten. Galia-Melonen, wenn sie bei 6 bis 8 Grad gelagert werden, halten sich ein bis drei Wochen, und die Charentais-Melonen nur circa zwei Wochen bei kühler Lagerung.

Ein Symbol des Sommers
Das Wort Melone stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Großer Apfel". Die Melone ist jedoch kein Obst, sondern ein Gemüse. Sie gehört zur Familie der Kürbisgewächse, zu der auch Kürbis, Zucchini und Gurken zählen. Da die Pflanze viel Licht und Wärme braucht, wird sie vor allem im Südosten und Südwesten Frankreichs angebaut. Man findet sie aber auch im Loire-Tal.

Von Juni bis September versorgen uns unsere französischen Nachbarn mit dieser Sommerfrucht. Aber je nach Sorte gibt es die ersten Melonen bereits im Mai bzw. noch im Oktober. In Frankreich werden jährlich durchschnittlich 300.000 Tonnen Melonen, davon 74.000 aus der organisierten Produktion, geerntet.

Die Systematik der Melonen mit ihrer großen Form- und Geschmacksvielfalt ist nicht einfach. Aufgrund der Fruchtmerkmale werden drei Hauptgruppen unterschieden: Cantaloupmelone, Netzmelone und Wintermelonen. Die Sorten dieser Gruppen können untereinander gekreuzt werden. In Frankreich findet man hauptsächlich die Charentais-Melone, die Galia-Melone wie auch vereinzelt die Gelbe Kanarische und die Olivgrüne Melone.

  • Charentais-Melone: Die Charentais-Melone macht etwa 90 Prozent der französischen Produktion aus. Die glattschalige Charentais Melone (Charentais lissé) ist ab Ende Mai erhältlich und dominiert den Markt bis Oktober. Trotz ihres Namens wird sie außerhalb der Charente angebaut, vor allem im Südwesten und Südosten Frankreichs sowie im Loire-Tal.

    Ihre Schale ist glatt, leicht grünlich und wird mit der Reifung leicht gelblich, mit schön markierten Rippen. Ihr weiches und orangefarbenes Fleisch ist sehr süß, saftig und charakteristisch parfümiert. Diese Sorte ist sehr empfindlich und nur drei bis fünf Tage haltbar. Gekühlt lässt sie sich bis zu zwei Wochen aufbewahren.

    Die Genetzte Charentais Melone (Charentais brodé), die es von Juli bis September gibt, wird ebenfalls in allen Regionen angebaut. Sie ist ein Mischtyp zwischen der Cantaloup Melone und der Netzmelone. Die runde, mehr oder weniger gerippte Frucht wiegt durchschnittlich ein Kilogramm. Die Schale ist dicker und genetzt, während die Furchen glatt sind. Das orangefarbene Fleisch ist fest und süß, aber weniger parfümiert als das der glattschaligen Charentais Melone.

  • Galia-Melone: Zur gleichen Zeit wie die Charentais brodé findet man auch die Galia Melone. Diese Netzmelone macht rund vier Prozent der französischen Produktion aus. Die Kreuzung aus Ogen Melone und Honey Dew Melone ist eine runde, manchmal leicht abgeplattete Frucht. Die durchschnittlich ein Kilogramm schwere Melone ist leicht genetzt und hat bei Vollreife eine orangegelbe Schale. Ihr weiches, grünliches Fleisch ist sehr süß und parfümiert.
  • Gelbe Kanarische Melone und Olivegrüne Melone: Von Juli bis November findet man zwei Melonen mit einer länglichen Form aus dem Süden Frankreichs.
    • Die Canari, die Gelbe Kanarische Melone, ist langoval bis rundoval mit einer leuchtend gelben, glatten oder gerieften Schale. Die ein bis drei Kilogramm schwere Frucht hat grünlich-weißes, saftiges und süßes Fleisch, das aber wenig parfümiert ist. Sie ist mehrere Wochen haltbar.
    • Die Verte Olive - Olivegrüne Melone - verdankt ihren Namen ihrem grünlichen Fruchtfleisch. Die glatte oder geriefte Schale ist ebenfalls grünlich. Die bis zu vier Kilogramm schwere Melone hält sich bei richtiger Lagerung über mehrere Monate.
Tricks und Tipps
  • Aussehen: Eine gute Melone ist rund, prall gefüllt und hat keine Flecken. Kleine Risse in der Schale sind ein Zeichen für gute Reife, ebenso wie das Ablösen des Stiels.
  • Geruchsprobe: Die Melone sollte einen leichten, angenehmen Duft aufweisen. Riecht sie zu stark, ist die Melone überreif. Um die Reife zu überprüfen, riecht man am besten an der Unterseite.
  • Gewichtsprüfung: Reife Melonen sind schwer, Leichtgewichte unbedingt liegen lassen.

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