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Warenkunde 'Paprika'
Gesunde Vielfalt
Leuchtend rot, knackig grün oder auch appetitlich gelb und orange. Paprikaschoten kommen inzwischen in vielen Farben und Formen auf den Markt. Paprika, das ist ungarisch und heißt Pfeffer. Doch mit Ungarn hatte dieses Gemüse ursprünglich nichts zu tun. So wird die Heimat des scharfen Gewürzpaprikas in Indien vermutet.
Andere Arten des Nachtschattengewächses brachte Columbus aus Mittel- und Südamerika mit. Während der Gemüsepaprika mit Händlern, Bauern, Gärtnern und Mönchen über Spanien in die ungarische Tiefebene wanderte, kam die scharfe Variante mit den türkischen Kriegszügen ins Land. Paprika (lateinisch capsicum) ist also ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe verschiedener Arten - insgesamt gibt es rund 30.

Paprika gehört zu den wichtigsten Produkten von der niederländischen Landwirte. Hauptabnehmer sind England und Deutschland. Und es kommen neue Märkte hinzu: In den letzten Jahren hat der Export nach Nordamerika, Osteuropa und nach Japan kräftig zugenommen.

Das Angebot dominieren Rot (46 Prozent), Grün (29 Prozent), Gelb (19 Prozent) und Orange (3 Prozent). Der orange Paprika ist deutlich süßer als die anderen Sorten und enthält mehr Karotin. Weiße, lila, braune und violette Früchte werden nur in kleinen Mengen angeboten und hauptsächlich von Gastronomiebetrieben gekauft.

Umfragen in Deutschland und England zeigen, dass für die Verbraucher beim Einkauf Frische, Geschmack, Gesundheit, Farbe sowie der umweltfreundliche Anbau der Früchte wichtig sind.

Leimplatten und Raubmilben Seit 1995 gehört der Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln im niederländischen Paprika-Glashausanbau fast vollständig der Vergangenheit an. Statt dessen setzen die Paprika-Gärtner natürliche Feinde - kleine Insekten, auch Nützlinge genannt - ein, um gegen Schädlinge vorzugehen. Gegen Thripse, den größten Feind der Paprika-Pflanzen, werden zum Beispiel Raubmilben der Gattung Amblyseius oder auch Raubwanzen der Gattung Orius eingesetzt.

Früher wurde gegen diese Schädlinge schon vorbeugend mit chemischen Mitteln während des Pflanzenwachstums vorgegangen, ohne zu wissen, ob überhaupt welche im Gewächshaus sind. Heute sieht die Vorbeugung ganz anders aus. Sie beginnt bereits im Winter, wenn das Gewächshaus noch leer ist. Es werden Leimplatten hineingehängt, die erkennen lassen, ob Thripse vorhanden sind oder nicht.

Der UBA (umweltbewußter Anbau), eine dem integrierten Anbau vergleichbare Methode, hat sich bei den Paprika-Gärtnern immer stärker durchgesetzt. Heute möchte kaum mehr jemand davon abrücken, denn UBA beschert eindeutig auch wirtschaftliche Vorteile. "Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht", sagt Paprika-Gärtner Jan Bös, "die chemische Keule ist wirtschaftlich nicht mehr interessant."

Die Erfolge sind meßbar: Das niederländische Qualitätsinstitut für Agrar- und Gartenbauprodukte (RIKILT-DLO) präsentierte wenige Jahre nach der Einführung von UBA dem eigenen Landwirtschaftsministerium eine Analyse über Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln in Obst und Gemüse. Untersucht wurden Produkte aus den Niederlanden und dem europäischen Ausland.

Es zeigte sich, dass die Rückstände in niederländischen Produkten deutlich niedriger waren. Bei Paprika zum Beispiel überstiegen nur etwa sechs Prozent der niederländischen Proben die Norm. Bei Import-Paprika waren es immerhin 24,6 Prozent. Gut 95 Prozent der Greenery-Paprika-Ernte werden heute nach den UBA-Richtlinien angebaut.

Gesund und vielseitig Paprika ist sehr gesund. Die Früchte enthalten enorm viel Vitamin C, etwa das Zwei- bis Vierfache einer Zitrone. Wer beim Essen auf seine Linie achten und sich trotzdem gesund und vielseitig ernähren will, findet in Paprika ein ideales Produkt. Es hat so gut wie keine Kalorien.

Mit PaprikaPaprika lässt sich eine Menge anstellen. Zusammen mit anderem Gemüse kann man daraus eine herzhafte Ratatouille zaubern; die Schoten schmecken roh als Salat; gebacken ergeben sie eine pikante Vorspeise - und sie können auf jede erdenkliche Art gefüllt werden.

36 der kleinen Schoten der Mini-Paprika ergeben ein Kilogramm. Eine Frucht wiegt nur 28 Gramm. Mini-Paprika gibt es in Rot, Gelb und Grün. Sie sind besonders für den Single-Haushalt geeignet. Bei der Zubereitung von buntem Paprikareis oder Paprikasalat muss nicht mehr die Hälfte der Schoten angeschnitten in den Kühlschrank wandern und dort vor sich hinwelken.

Natürlich eignen sich die Mini-Schoten sehr gut für den gesunden Snack zwischendurch oder als Ergänzung zum Schulbrot. Bei 13 bis 16 Grad sind Mini-Paprika rund zehn Tage haltbar.

Paprika punta oder Süßer Spitzpaprika ist länger, dünner und süßer als normaler Paprika. Die Schoten haben ein sehr mildes Aroma. Das liegt daran, dass sich im Fruchtgehäuse weniger Körner als in anderen Arten befinden. Spitzpaprika gibt es in Rot, Grün oder Gelb. Bei 13 bis 16 Grad bleibt Paprika punta ungefähr zehn Tage lang frisch. Ungekühlt ist er sechs bis sieben Tage haltbar.

Nährstoffgehalt von 100 g frischen roten Paprika
  • Hauptzusammensetzung
    • Wasser 90,40 g
    • Protein 1,00 g
    • Fette 0,40 g
    • Ballaststoffe 1,90 g
    • Mineralstoffe 0,60 g
  • Vitamine
    • Carotinoide 3840,00 µg
    • Vitamin C 140,00 mg
    • Vitamin E 0,80 mg
    • Vitamin B6 0,30 mg
    • Thiamin 0,04 mg
    • Riboflavin 0,10 mg
    • Niacinäquival 1,50 mg
    • Folsäure 21,00 µg
  • Quelle: Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Stuttgart
Paprika. Foto: The Greenery
Paprika. Foto: The Greenery
Paprika. Foto: The Greenery
Mini-Paprika. Foto: The Greenery
Spitzpaprika. Foto: The Greenery

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Quelle: The Greenery © 1994 - 2011 Dirk Jasper