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Warenkunde 'Pfirsiche aus Frankreich'
Königinnen des Sommers
Der ursprünglich aus China stammende Pfirsichbaum verkörpert in Asien das Leben und die Erneuerung. Von China aus gelangte er zuerst nach Japan, dann nach Persien, Griechenland und Rom. Seine lateinische Bezeichnung "prunus persicus vulgaris" deutet darauf hin, dass die Römer den Pfirsich in Persien kennenlernten oder dass die Griechen ihn aus Persien mitgebracht hatten.
In Frankreich wurde der Pfirsich ab dem Mittelalter in der Gegend von Paris kultiviert. Als Kenner umgab sich Ludwig XIV. zum Beispiel mit der Belle de Chevreuse, der Belle de Vitry, der Admirable (Bewundernswerten) oder der Téton du Venus (Venusbusen). Insgesamt hatte er etwa vierzig Lieblinge, die liebevoll in den Obstgärten von Versailles gepflegt wurden.

Zu diesen Frauennamen gesellten sich seit der Herrschaft Napoleons andere bedeutungsvolle Namen sowie Gerichte wie der berühmte Pfirsich Melba. Dieser verdankt seinen Namen der berühmten australischen Sängerin Emilie Melba. Ihr widmete der galante französische Meisterkoch Auguste Escoffiers diese köstliche Kreation.

Seitdem hat der französische Pfirsich die Region um Paris verlassen. Heute ist er vor allem im Rhônetal und im Mittelmeerraum zu Hause.

Königinnen des Sommers Heute ist der französische Pfirsich vor allem im Süden zu Hause. Die Hauptanbauregionen liegen im Languedoc-Roussillon (39 Prozent), in der Region Rhône-Alpes (36 Prozent), in der Provence (19 Prozent) und im Südwesten (6 Prozent). Die glatthäutige Schwester des Pfirsichs, die Nektarine, ist nicht etwa eine Kreuzung aus Pfirsich und Pflaume, sondern ist aus einer Mutation des Pfirsichs entstanden. Auch sie findet sich in Frankreich in den Anbauregionen des Pfirsichs (Languedoc-Roussillon 44 Prozent, Rhône-Alpes 30 Prozent, Provence 19 Prozent und Südwestfrankreich 6 Prozent) wieder.

Mit einer Ernte von durchschnittlich 450.000 Tonnen ist Frankreich der drittgrößte Produzent von Pfirsichen und Nektarinen in Europa. Ihr Anbauverhältnis liegt bei 60 zu 40 Prozent. Mehr als 15 Prozent der Früchte werden exportiert, vor allem nach Deutschland, Belgien und Großbritannien. Pfirsiche und Nektarinen sind bezogen auf die Produktion mit 33 Prozent die Spitzenreiter der französischen Sommerfrüchte.

Den Pfirsich erkennt man sofort an seiner flaumigen und samtigen Haut und an seinem gelben oder weißen Fruchtfleisch. Die Nektarine unterscheidet sich durch ihre glatte unbehaarte Haut. Zu unterscheiden ist die Bugnon, deren Fruchtfleisch am Kern haftet, von der Nektarine, deren Stein locker ist.

Die Sortenvielfalt der Pfirsiche und Nektarinen ist groß: Mehr als 300 Sorten sind bekannt, von denen jedoch keine eine Hauptrolle spielt. Alle Sorten findet man nur etwa je zwei Wochen lang in den Regalen.

Beide - Pfirsich und Nektarine - lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: gelbfleischige und weißfleischige Früchte. Die Sorten mit weißem Fruchtfleisch, die 40 Prozent der französischen Produktion ausmachen, sind besonders saftig, aromatisch und zum Teil sehr empfindlich. Die Sorten mit gelbem Fruchtfleisch, deren Anteil bei 60 Prozent liegt, sind groß, süß und aromatisch und haben den Vorteil, unempfindlicher auf Transport und Berührungen zu reagieren.

Pfirsichzeit ist schnell vorbei Französische Pfirsiche gibt es von Anfang Juni bis Ende September. Den Anfang machen Pfirsiche und Nektarinen aus dem Roussillon, gefolgt von denen aus der Provence und dem Languedoc sowie solchen aus der Region Rhône-Alpes und dem Südwesten. Die Vielzahl der Sorten, die sich ständig abwechseln, garantieren eine gleichbleibende Qualität der gereiften Früchte.

Beim Kauf von Pfirsichen und Nektarinen sollte man sich vor allem auf die Nase verlassen, denn der Duft ist der beste Indikator für ihr Aroma. Demgegenüber ist die Farbe kein Auswahlkriterium: Die Früchte können die unterschiedlichsten Farbkombinationen und Farbintensitäten aufweisen. Die gelbe und weiße Färbung des Fruchtfleisches hängt mit dem Vorkommen bestimmter Pigmente zusammen und hat keinen Einfluss auf die Qualität der Früchte (Aroma, Konsistenz usw.).

Der Pfirsichbaum liebt leichte steinige und sandige Böden. Um eine optimale Qualität der Früchte zu garantieren, werden einige große Pfirsiche im Frühling entfernt. Außerdem sorgt eine konsequente Auslichtung der Bäume dafür, dass die Früchte immer ausreichend von der Sonne verwöhnt werden können. Die Ernte erfolgt dann bei optimaler Reife der Früchte in den kühlen Morgen- und Abendstunden - und selbstverständlich von Hand.

Gesundheit und Schönheit Pfirsiche und Nektarinen sind "gesunde Früchte": Sie enthalten viel Wasser und haben nur 46 kcal, pro 100 g. Ihr Reichtum an Vitaminen und Mineralstoffen (Vitamin C, Carotin etc.) ist bemerkenswert. Ganz zu schweigen von ihren Ballaststoffen ...

Hervorragend eignen sie sich für die Babynahrung: Ein reifer enthäuteter und zerdrückter Pfirsich ist besonders verträglich für die Darmschleimhaut der Kleinen.

Pfirsiche und Nektarinen laden zum Genuss pur ein. Aber auch als Kompott oder Konfitüre, mit Butter und Vanillezucker gebraten oder in mit Vanille, Zimt und Lavendel aromatisiertem Sirup pochiert erfreuen sie den Feinschmecker. Nicht zu vergessen in den Kuchen, Soufflés ...

Pfirsiche und Nektarinen sind wahre Alleskönner in der leichten Küche: Ob als Bereicherung im Frühstück, z. B. mit Quark und Pinienkernen, als Krönung von Salaten - grüner Salat mit Meeresfrüchten, Avocado- oder Tomatensalat (mit Muscheln und Selleriestreifen) - oder als Bestandteil von Obstsalaten mit Beerenfrüchten, Aprikosen, Äpfeln, Birnen, Kiwis und Zitronen, verfeinert mit frischen Kräutern (Minze, Estragon, Basilikum), Mandeln oder Pinienkernen.

Mit Likörwein übergössen mögen die beiden Zwillingsschwestern rohen Schinken als Aperitif, weißes Fleisch und Geflügel. Ein besonders gutes Beispiel für diese Liaison ist die berühmte Entenbrust mit Pfirsichen.

Pfirsich und Kälte Werden Pfirsiche oder Nektarinen mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahrt, sollten sie einige Stunden vor dem Verzehr herausgenommen werden, denn nur so können sie ihr volles Aroma entfalten.

Die frischen Früchtchen lassen sich auch einfrieren. Manchmal wird empfohlen, sie in Zitronenwasser zu blanchieren. Anderen Fachleuten genügt es, sie zu halbieren, zu entsteinen und in Gefrierbeuteln einzufrieren. In jedem Fall sind sie jedoch rund neun Monate haltbar.

Eine weitere und nicht weniger appetitliche Möglichkeit ist die, sie für ein gutes Kompott oder eine feine Konfitüre zu verwenden.

Tricks und Tipps
  • Um einen Pfirsich besser schälen zu können, genügt es, ihn 20 Sekunden in heißes Wasser zu tauchen und danach unter kaltes Wasser zu halten.
  • Um ihn zu pochieren, sollte man den geschälten und mit Zitronensaft beträufelten Pfirsich 5 Minuten in einem Sirup aus einem Liter Wasser und einem Kilo Zucker kochen.

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