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Warenkunde 'Radieschen'
... außen schön und innen scharf!
Das Radieschen ist drauf und dran, der Standardgarnitur Petersilie den Rang abzulaufen oder zumindest mit ihr gleichzuziehen. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass Radieschen - wie die Petersilie - inzwischen das ganze Jahr über zu haben sind.
Im Laufe der Zeit haben die Züchter dem Radieschen zu einem perfekten Outfit verholfen, das die inneren Werte noch unterstreicht. Die kleinen runden Kugeln sind in der Regel glatt, rund und leuchtend rot.

Im Gegensatz zum altehrwürdigen Rettich, der schon beim Bau der Cheopspyramide 2500 v.u.Z. als Stärkungsmittel eingesetzt worden sein soll, ist das Radieschen ein recht junger Spross aus dem Hause der Rettich-Familie. Es kam wahrscheinlich aus Ostasien zu uns und wurde erst nach 1300 in unseren Regionen heimisch. Die Verwandtschaft mit dem Rettich schmeckt man leicht heraus.

Beide Pflanzen enthalten schwefeliges Senföl, ein flüchtiger Stoff, der in der Luft bald "entschwindet". Hinzu kommen die Vitamine A, B1, B2 und C sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium und Eisen. Senföl wirkt positiv auf die Atmungsorgane und regt Galle und Leber an.

Wenn Sie in den Genuss all dieser heilsamen Kräfte kommen wollen, dürfen Sie die frischen Radieschen weder salzen noch durch zeitraubendes Zerkleinern oder Ziehenlassen strapazieren. Beißen Sie einfach in die appetitliche Rundwurzel hinein!

Radieschen werden meist gebündelt, jedes Bund mit mindestens 10 "Köpfen" und mit Laub angeboten. Werfen Sie das Blattgrün nicht in den Abfall, denn auch das Laub ist vitaminreich und schmackhaft. Man kann die jungen, frischen Blätter der Radieschen fein gehackt als Salat zubereiten oder wie ein Kraut in eine Soße oder Suppe streuen.

Neben den gängigen Sorten, kugelrund und rot, gibt es noch Liebhaber-Sorten: zweifarbige in rot und weiß, gelbe oder weiße oder auch ovale und längliche Formen. Die länglichen Weißen nennt man auch "Eiszapfen", sie haben aber eher Liebhaberwert.

Der mit viel Handarbeit verbundene Anbau erfolgt in Deutschland überwiegend in Kleinbetrieben in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im Frühjahr kommen die Radieschen noch vorzugsweise aus dem Unterglasanbau, bis in den November hinein dann aber aus dem Freiland, dabei fällt das Aroma der Unterglasware meist milder aus als bei Radieschen aus Freilandkultur, die auch zu größeren Knollen auswachsen können, ohne pelzig zu werden.

Insgesamt unterscheidet man nach der Erntezeit Treibradieschen, Frühradieschen, Sommerradieschen und Herbstradieschen. Die Sommersorten schmecken etwas kräftiger und schärfer als die zarteren Frühlingsradieschen. Ob die Wurzeln schön knackig sind, erkennen Sie sofort an den Blättern. Sind sie noch frisch, sind es auch die Wurzeln.

Nicht nur wohlschmeckend, sondern eine Augenweide zugleich sind Radieschen z. B. auf einem Quarkbrot mit Schnittlauch oder im grünen Salat. Ganz vorzüglich munden sie auch zu Käse. Auf jeden Fall sind sie viel zu schade, lediglich als Garnierung zu dienen - mögen sie als Röschen geschnitten auch noch so attraktiv aussehen. Diese Dekoration sollte man auf keinen Fall links liegenlassen.

Radieschen können Sie nicht einfrieren, ebenso ist kurzes Erhitzen problematisch, wenn man auch hier und da auf Rezepte für Radieschengemüse stößt, denn dann verblaßt ihre schöne rote Farbe und ihr Geschmack verliert erheblich an dem typische herzhaften Aroma.

Am besten schmecken sie immer noch taufrisch, z. B. auf einem gebutterten, leicht gesalzenen Bauernbrot, im grünen Salat oder als Snack zum Bier. Nur als Garnierung zu dienen, dafür sind sie viel zu schade!

Tipp zur Aufbewahrung im Kühlschrank: Vorher die Blätter abdrehen (um Wasserverluste zu vermeiden), die Radieschen waschen, abtrocknen und in Plastikbeutel füllen - so bleiben sie im Gemüsefach einige Tage frisch und knusprig.


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Radieschen-Ernte. Foto: CMA

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