|
Warenkunde 'Rosenkohl' Brüsseler Kohl, Brüsseler Sprossen, Chou de Bruxelles |
Rosenkohl zählt zu den feinsten Wintergemüsen, die wir kennen, und deshalb wird er auch gerne zu einem festlichen Braten gereicht. Überhaupt tanzt er ein wenig aus der Reihe seiner Artgenossen, nicht nur wegen seines charakteristischen Eigengeschmacks, sondern auch wegen seiner außergewöhnlichen "Größe".Die hell- bis dunkelgrünen "Röschen" - das sind die Triebknospen am Stängel, die kleinen Kohlköpfen ähneln - werden nämlich nur etwa walnussgroß. Erst im 19. Jahrhundert begannen Gemüsebauern in der Umgebung von Brüssel - daher heißt er in vielen Gegenden auch Brüsseler Kohl oder Brüsseler Sprossen (Chou de Bruxelles) - mit der Zucht dieser bis zu einem Meter hohen Kohlpflanze namens Rosenkohl. Rosenkohl verlangt einen guten Boden und ziemlich viel Arbeitsaufwand, denn Rosenkohl wird nach wie vor von Hand gepflückt. Da die Röschen keine lange Lagerung vertragen, müssen sie stets frisch vermarktet werden. Die Haupterntezeit liegt im Spätherbst und Winter. Tiefgefroren ist Rosenkohl das ganze Jahr über erhältlich. Der kleine Kohl ist zwar etwas kalorienträchtiger als seine Vettern, dafür aber ein sehr wertvoller Vitamin- und Mineralstoffspender. So ist er besonders reich an Vitamin A, B1, B2 und C und enthält doppelt so viel Kalium und Eisen wie beispielsweise der Weißkohl. Ähnlich wie Grünkohl entwickelt Rosenkohl erst nach der ersten kurzfristigen Frosteinwirkung seine besonderen Vorzüge. Er ist dann zarter, aromatischer und leichter verdaulich. Das gilt allerdings nicht für die frühen Sorten. Rosenkohl wird üblicherweise in Salzwasser (besser noch in Fleischbrühe oder Hühnerbrühe) gedünstet. Dabei sollte man möglichst wenig Flüssigkeit verwenden und ihn nur kurz garen (rund 15 Minuten reichen), damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Die Garzeit lässt sich weiter reduzieren, wenn man die Strünke kreuzweise leicht einschneidet. In jedem Fall sollten die Röschen noch Biss haben, wenn sie auf den Teller kommen. Durch Zugabe von Milch lässt sich der Kohlgeschmack abmildern. Feingehackte, angebratene Zwiebeln verleihen ihm eine besonders aparte Note. Mit Muskatnuss und Basilikum gewürzt, mit etwas Butter oder Sahne übergossen, passt Rosenkohl hervorragend zu Fleischgerichten, Wildgerichten und Geflügelgerichten. Richtig "aufmotzen" können Sie den "Kleinen" übrigens, wenn Sie ihn zusammen mit karamellisierten Maronen servieren - ein besonderer Gaumenschmaus in der Weihnachtszeit. Der Verkauf von Rosenkohl erfolgt lose oder in Netzen. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Knospen geschlossen sind und keine gelben oder gar welken Außenblätter haben, und bedenken Sie, dass Sie mit rund 20 Prozent Abfall rechnen müssen. Aber das sollte Sie nicht davon abhalten, das wertvolle Feingemüse in der kalten Jahreszeit häufiger auf den Tisch zu bringen. Interessante Rezepte
Zum Weiterlesen |
|
ThemenChannel von © 1994 - 2009 Dirk Jasper |