Warenkunde 'Salz'
Jodmangel vorbeugen durch Verwendung von Jodsalz
Etwa jeder dritte Deutsche ist von Jodmangel betroffen und läuft Gefahr, an einem Jodmangelkropf zu erkranken. Da in unseren breiten Trinkwasser, pflanzliche und tierische Lebensmittel - mit Ausnahme von Seefisch - kaum Jod enthalten, ist eine ausreichende Versorgung in der täglichen Ernährung nur durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz möglich.


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Nach den langjährigen Erfahrungen in verschiedenen Ländern mit dieser Jodprophylaxe sowie aus medizinischer Sicht bestehen keine Bedenken gegen die Verwendung von Jodsalz und den Verzehr von damit hergestellten Lebensmitteln.

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das unserem Organismus täglich in geringen Mengen mit der Nahrung zugeführt werden muss. Es wird zur Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt, die wiederum die körperliche und geistige Entwicklung sowie viele Stoffwechselvorgänge steuern.

Eine lebenslange ausreichende Jodversorgung ist deshalb äußerst wichtig, vor allem aber in der Kindheit und während Schwangerschaft und Stillzeit. Unsere Lebensmittel sind jodarm, weil die Böden in unserer Region nur noch wenig Jod enthalten. In größeren Mengen kommt Jod nur im Meer vor, weshalb Seefisch als nahezu einziges Lebensmittel ausreichend Jod aufweist.

Der Jodbedarf richtet sich nach dem Lebensalter und liegt nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) pro Tag bei etwa 100 bis 140 Mikrogramm (= Millionstel Gramm) für Kinder bis 9 Jahre, bei 180 bis 200 Mikrogramm für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie bei 230 bis 260 Mikrogramm für Schwangere und Stillende.

Kinder nehmen jedoch üblicherweise nur 30 bis 40 Mikrogramm, alle anderen Personengruppen nur etwa 70 bis 80 Mikrogramm durch die Ernährung auf. Das tägliche Defizit von etwa 100 bis 120 Mikrogramm Jod bei Erwachsenen gilt es auszugleichen.

Gesundheitliche Folgen durch Jodmangel
Jodmangel kann eine Reihe von Gesundheitsstörungen hervorrufen, zum Beispiel:
  • Verzögerung der geistigen und körperlichen Reifung bei Säuglingen und Kindern bis zum Schulalter
  • Unterfunktion und krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf)
  • Veränderungen des Schilddrüsengewebes
  • Antriebsschwäche
  • Müdigkeit
  • verminderte Leistungskraft
  • Darmträgheit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme bei normaler Kost
  • Anfälligkeit für Infektionen
In Deutschland zählen Kropf-Operationen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Viele davon wären bei ausreichender Jodversorgung unnötig. Um die tägliche Jodversorgung zu sichern, empfiehlt die DGE:
  • zweimal wöchentlich Seefisch verzehren,
  • zum sparsamen Salzen jodiertes Speisesalz (Jodsalz) verwenden,
  • Backwaren, Käse, Fleisch, Wurst und Fertigprodukte kaufen, die mit Jodsalz hergestellt werden (auf Etiketten achten oder in Fachgeschäften Verkaufspersonal befragen),
  • bei Außer-Haus-Verzehr nach mit Jodsalz zubereiteten Speisen fragen.
Schon vor Jahren sind deutsche Nestlé-Tochtergesellschaften der Aufforderung des Bundesgesundheitsministeriums und der DGE-Empfehlung, Jodsalz einzusetzen, gefolgt. So werden fast alle Maggi-, Thomy- und, Herta-Produkte nur noch mit Jodsalz hergestellt.
Keine medizinischen Bedenken gegen Jodsalz
Ein Gramm Jodsalz enthält etwa 20 Mikrogramm Jod. Bei einem Tageskonsum von fünf Gramm Salz werden etwa 100 Mikrogramm aufgenommen. In Verbindung mit der Jodzufuhr aus anderen Quellen wird der tägliche Jodbedarf somit gerade gedeckt. Meersalz ist übrigens kein Ersatz für Jodsalz, da der Jodgehalt nicht ausreicht.

Wichtig: Schwangere und Stillende sollten alle Möglichkeiten der Jodzufuhr zu ihrer eigenen Versorgung und der ihres Kindes nutzen.

Von allen nationalen und internationalen Institutionen auf dem Gebiet der Medizin und der Ernährung gibt es keine Bedenken gegen die Verwendung von Jodsalz und den Verzehr von damit hergestellten Lebensmitteln. Die Aufnahme einer zu hohen Menge Jod ist durch Jodsalz praktisch nicht zu erreichen.

Nach DGE-Informationen können selbst Menschen mit einer sogenannten Jodallergie oder einer Schilddrüsenüberfunktion - nach Abstimmung mit ihrem Arzt - unbesorgt Jodsalz verwenden.

Laut Arbeitskreis Jodmangel wird eine Überfunktion der Schilddrüse erst durch mehr als 300 Mikrogramm Jod pro Tag ausgelöst, die durch Jodsalz erreichbare Zufuhr von etwa 100 Mikrogramm ist also prinzipiell risikolos. Diese Einschätzung wird durch die langjährigen Erfahrungen in Ländern mit guter Jodversorgung bestätigt.


Zum Weiterlesen
Traditionelles Salz-Säckchen. Foto: Bad Reichenhaller
Wenn Salz, dann Jodsalz

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