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Warenkunde 'Spitzkohl'
Der 'Edelmann' in der Kohlfamilie
Er ist kein Wirsing und kein Weißkohl, der Spitzkohl ist etwas Besonderes, sozusagen der Edelmann innerhalb der weit verzweigten Kohlfamilie. Ein Gemüse für Gourmets und die früheste Kopfkohlart, die auf dem Gemüse-Frischmarkt zu finden ist. Und als besonders feiner Vertreter macht er sich auch entsprechend rar, seine Angebotszeit reicht nur von Mai bis Juli!
Seinen Namen verdankt der Spitzkohl seiner Form. Im Gegensatz zum runden Weißkohl wächst er spitz und kegelförmig in die Höhe. Spaßvögel nennen ihn auch den "Zuckerhut", in Frankreich heißt er chou pointu. Die großflächigen, bläulich-grünen Blätter, die ungleich zarter ausfallen als beim robusten Weißkohl, umhüllen den Kohlkegel wie ein Cape.

Sein Kohlaroma gibt sich dezent-zurückhaltend. Ein bisschen schmeckt er nach Wirsing, ein bisschen nach Blumenkohl und Nüssen, und leichter verdaulich ist er auch. Dank seiner feineren Konsistenz eignet er sich hervorragend für Salate und Rohkostgerichte sowie delikate Gemüse. Er verträgt sich gut mit milden Sahne- und Buttersoßen, mit Früchten, aber auch mit deftigen Zutaten, wie er überhaupt kulinarisch genauso vielseitig einsetzbar ist wie sein kräftiger Verwandter.

Langes Schmoren oder Kochen mag er aber gar nicht. Es genügt, die Blätter in Streifen zu schneiden und kurz in kochendem Salzwasser zu überbrühen. Dann kann man sie in wenig Butter oder Sahne kurz dünsten. Oder man kocht ihn am Stück etwa 10 Minuten und schneidet ihn anschließend klein. Auf jeden Fall sollte er noch Biss haben.

Seine üppigen Blätter bieten sich geradezu an für leckere Füllungen mit Hackfleisch oder Gemüse, dazu werden sie vorher blanchiert. Spitzkohl ist nicht lange lagerfähig, deshalb - wie immer in solchen Fällen - unsere Empfehlung, das Gemüse möglichst frisch zu genießen!

Der Spitzkohl stammt vermutlich aus China und wurde erst vor rund 150 Jahren bei uns heimisch. Missionare brachten ihn nach Europa. Übrigens: Sein enger Verwandter, der Weißkohl, bringt in Süddeutschland im Stuttgarter Raum ebenfalls spitze Köpfe zustande, das berühmte Filderkraut, das in erster Linie zu Sauerkraut verarbeitet wird.

Das Filderkraut, wenn auch eine besonders wohlschmeckende Variante, ist aber alles in allem doch "kohliger" und schlägt mehr "Vater" Weißkohl nach - also keine wirklich ernst zu nehmende Konkurrenz für den edlen Spitzkohl.


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Spitzkohl-Ernte. Foto: CMA
Spitzkohl-Ernte. Foto: CMA

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