Warenkunde 'Weintrauben aus Frankreich'
Ein Vergnügen in Weiß und Blau!
Die Weintraube ist eine der ältesten Früchte und nach dem Apfel die zweite Frucht, die in der Bibel erwähnt wird. In China war die Weintraube bereits 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung bekannt. Auch in Ägypten, wo sie als Symbol des Lebens in den Gräbern der Pharaonen zu finden war, oder im antiken Griechenland mit seinem Dionysoskult wurde sie verehrt.


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In Frankreich wurde die Weintraube erstmals während der römischen Eroberung angepflanzt. Aber man musste bis zum 16. Jahrhundert warten, bis die Weintraube eine andere Berufung als die des Weines erhielt. Es war Franz I., dem sie in Frankreich ihren ersten Erfolg als Tafeltraube verdankt. Als Geschenk von Saliman dem Herrlichen erfuhr die in Fontainebleau angepflanzte Chasselas-Traube als Dessert des Königs eine große Ehrung.

Dennoch blieb die Produktion der Tafeltraube bis ins 20. Jahrhundert örtlich begrenzt und auf einen kleinen Abnehmerkreis beschränkt. Die Suche der Weinbauern nach immer neuen Absatzmöglichkeiten sowie die Verbesserung der Transport- und Handelswege verhalfen diesem Familienobst zu einem großen Aufstieg.

Vergnügen in Weiß und Blau
Beim Anblick der weißen und blauen Trauben wird man einfach schwach und genießt sie wegen ihrer dicken süßen und saftigen Beeren. Von je her galt diese wertvolle Frucht als ein Zeichen für Überfluss.

Wärme und Sonnenreichtum verpflichten. Und so ist es wieder zumeist der Süden Frankreichs, der die optimalen Bedingungen für Tafeltrauben erfüllt: Vom Mittelmeer bis zum Atlantik gedeihen die Weinberge auf den Böden dieser Landstriche.

Bei einer Produktion von knapp 100.000 Tonnen gibt es ein Spitzentrio, das die Produktion anführt: die Muscadet de Hambourg mit 31 Prozent der nationalen Produktion, die Chasselas (23 Prozent) und die Alphonse Lavallé (22 Prozent).

Insgesamt teilt sich die Produktion von Tafeltrauben in zwei große Gebiete auf:

  • Das Gebiet Rhône-Méditerranée (Provence, Languedoc, Roussillon, Rhône-Alpes), das 70 Prozent der Produktion umfasst: Allein das Departement Vaucluse um Avignon repräsentiert 49 Prozent der französischen Produktion, das Departement Gard im Languedoc 9 Prozent.
  • Das Gebiet Südwesten (Midi-Pyrénées, Aquitaine): Hier befinden sich mit 21 Prozent der französischen Produktion die Hauptanbauregionen im Departement Tarn-et-Garonne.
Von Geschmack und Farbe
Cardinal und Ribol - beides Weintrauben mit großen Früchten und dickem Fruchtfleisch, Danlas und Idéal, die wahren Geschmackswunder, Ora und Isa ... sie alle sind Beispiele für die Traubenvielfalt Frankreichs. Aber unter allen Tafeltrauben, die in Frankreich seit dem letzten Jahrhundert angebaut werden (ihr Anbau ist relativ jung, weil er erst durch die Weinkrise am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist), machen drei Sorten den Löwenanteil der Produktion aus:
  • Muscadet de Hambourg: Diese Traube kommt ursprünglich aus dem Departement Vaucluse und fällt durch ihre Geschmacksintensität auf: Nicht weniger als 106 Charakterisierungen wären nötig, um die Aromen der Muscadet zu beschreiben, so reich sind sie an Veilchen-, Rosen-, Johannisbeer-, Himbeer- ... und sogar an Kakaogeschmack. Ihr Hauptaroma ist jedoch das des Muskats.
  • Chasselas: Von ihr als einer weißen Traube zu reden, wäre abschätzig. Denn sie verführt mit ihren goldenen, kleinen runden Beeren und ihren blumigen und fruchtigen Düften. Das Fruchtfleisch schmeckt nach Kirschen und Nüssen.
  • Alphonse Lavallée: Diese blaue Sorte hat große, typische mediterrane Trauben mit großen, runden und viel versprechenden Beeren, die nach Karamel und Rinde riechen. In ihrem festen und fleischigen Fruchtfleisch und ihrer saftigen Konsistenz verbirgt sich eine Aromenvielfalt aus Vanille, Rosmarin, grünen Mandeln und sauren Bonbons. Man findet diese Traube an den Hängen des Luberon und des Languedoc.
Zwei der französischen Tafeltrauben-Sorten tragen das Gütezeichen AOC (Appellation d'Origine contrôlée), das für die geschützte Herkunft und eine hohe Qualität steht:
  • AOC Muscadet Ventoux: Mitten im Herzen der Provence, an den Hängen des Mont Ventoux wird sie gepflückt. Man erkennt sie leicht an ihrer charakteristischen blauschwarzen Farbe. Kenner wählen sie wegen ihres Muskataromas, ihres harmonischen süßsauren Geschmacks und wegen ihres zarten Fruchtfleisches, das selbst empfindliche Gaumen erfreut.
  • AOC Chasselas de Moissac: Die in den Midi-Pyrénées nahe der Stadt Chasselas angebaute und geerntete Chasselas AOC de Moissac ist mehr als nur eine Frucht. Erkennbar an ihren goldenen Trauben und ihren kleinen leuchtenden Beeren, wird sie wegen ihrer Vielfalt an süßen Aromen und der Frische ihres knackigen Fruchtfleisches geliebt.
Alles beginnt in den Ferien
Das frühreifste Mitglied der Tafeltrauben-Familie ist die Prima, die bereits ab Mitte Juli erhältlich ist, gefolgt von Cardinal und Lival im Juli und August. Dann folgen die Chasselas von Mitte August bis September und die Alphonse Lavallée. Der Genuss der wohl reichsten und aromatischsten Tafeltraube, der Muscadet, bietet sich von August bis November an.
Diese Beeren verdienen besondere Beachtung
Reife Tafeltrauben erkennt man an ihren festen Beeren, die nicht zu eng aneinander liegen und eine einheitliche Größe und Farbe aufweisen. Sind sie dann noch mit einer feinen pudrigen Schicht überzogen? Um so besser, denn diese natürliche, feine Wachsschicht schützt die Frucht vor Hitze und Regen. Ihre Existenz ist also kein Zeichen von Verfall, sondern zeigt im Gegenteil, dass die Frucht nicht behandelt wurde und in der Blüte ihrer Frische ist.

Von der europäischen Konkurrenz angestachelt, haben die Anstrengungen der französischen Weintrauben-Produzenten zu immer neuen Sorten geführt. So sind in den letzten vier Jahren in den französischen Weinbergen bestimmte Tafeltrauben in Erscheinung getreten, deren Reben an mannshohe Leitern gebunden werden.

Der Anbau erfordert ein wahres Expertentum an Wissen, Erfahrung und Gespür der Produzenten, um die Wachsschicht und das perfekte Aussehen der Traube zu erhalten.

Die Größe (im Winter), das Anspalieren, die Bewässerung, das Entlauben und schließlich das Pflücken von Hand sind die großen Etappen, die in jeder Saison mit derselben Leidenschaft bewältigt werden. So verlangt die Produktion der Chasselas-Trauben beispielsweise zwischen 1.000 und 2.000 Arbeitsstunden pro Hektar.

Die Weintraube ist ein empfindlicher Schatz. Man sollte sie in kleinen Mengen kaufen, um sie immer frisch genießen zu können. Sofort nach dem Einkauf sollten die verdorbenen Beeren entfernt werden. Bleibt einmal keine Zeit, sie sofort nach den Kauf zu verschlingen, kann man ihren Geschmack maximal fünf Tage im mittleren Fach des Kühlschrankes bewahren. Wichtig ist, die Weintrauben zuvor in eine gelöcherte Papiertüte oder Plastiktüte zu geben und sie eine Stunde vor dem Verzehr herauszuholen.

Gesundheit in Traubenform
Man schätzt die Weintrauben wegen ihres hohen Gehaltes an B-Vitaminen, die die Umwandlung von Kohlehydraten im Körper verbessern, und wegen ihrer Mineralstoffe (Eisen, Natrium, Calcium, Magnesium, Phosphor). Eine weitere Stärke liegt in ihrer harntreibenden (durch ihren hohen Wasser- und Kaliumgehalt) sowie abführenden Wirkung (durch Ballaststoffe).

Ihre remineralisierenden Eigenschaften sind bereits seit der Antike bekannt. Hier war die Weintraube außerdem ein Arzneimittel gegen hohes Fieber und Angina. Auch wenn ihre therapeutische Wirkung heute nicht mehr nachgewiesen werden kann, ist und bleibt die Tafeltraube ein entschlackender und regenerierender Leckerbissen.

Weintrauben passen hervorragend zu Geflügel (besonders zu Brathähnchen), zu weißem Fleisch (Schwein oder Kalb) und natürlich zum Dessert: Mit Quark und Honig, in Pudding, oder - mit Rum und einem Löffel Crème fraîche - zu Crêpes runden sie jedes Essen ab.

Tricks und Tips
  • Um Weintrauben zu häuten oder zu entkernen, sollte man sie einige Sekunden in kochendes Wasser geben und dann unter kaltem Wasser abschrecken. Danach lässt sich die Haut leicht mit dem Messer abschälen.
  • Will man Weintrauben einfrieren, genügt es, sie in eine Mischung aus Zucker und Zitrone zu tauchen.
  • Um ihnen ein bereiftes Aussehen zu verleihen, taucht man sie am besten in leicht geschlagenes Eiweiß, wälzt sie danach in Streuzucker und lässt sie trocknen.

Zum Weiterlesen
Weintrauben aus Frankreich. Foto: Sopexa
Weintrauben aus Frankreich - Muscadet de Hambourg. Foto: Sopexa
Weintrauben aus Frankreich - Alphonse Lavalée. Foto: Sopexa
Weintrauben aus Frankreich - Chasselas. Foto: Sopexa
Weintrauben aus Frankreich - Muscadet de Hambourg. Foto: Sopexa

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