Warenkunde 'Zwiebeln'
Rundum würzig und gesund
Speisezwiebeln sind als Gemüse wie als Gewürz gleichermaßen beliebt - mild oder scharf, je nach Bedarf. Sie verleihen jedem Gericht das gewisse Etwas. Man unterscheidet Gewürzzwiebeln und Gemüsezwiebeln. Gewürzzwiebeln enthalten mehr Lauchöl und schmecken daher schärfer. Beide werden im September gerodet.


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Deutschland ist ein Zwiebelland. Jährlich werden rund 260.000 Tonnen Speisezwiebeln aus heimischem Anbau geerntet, geputzt, sortiert und bedarfsgerecht für den Markt abgepackt.

Das Zwiebelsortiment ist in Form, Farbe und Größe sehr vielfältig. Es gibt flache, ovale, längliche, plattförmige und kugelförmige Sorten. Die meisten von ihnen haben eine gelbfarbene bis braunfarbene, einige auch eine weiße oder rote trockene Schale. Innen sind sie saftig und weiß, mit einem Durchmesser bis zu 10 cm. Nach wie vor spielen hierzulande die Speisezwiebeln oder Küchenzwiebeln die größte Rolle. Mit ihrem kräftigen Geruch und Geschmack sind sie Gemüse und Gewürz zugleich.

Man unterscheidet nach der Aussaatzeit zwischen Winterzwiebeln und Sommerzwiebeln. Sobald der Boden im März frostfrei ist, werden die Sommerzwiebeln ausgesät. Ab August bis Ende September sind sie erntereif. Im August erfolgt dann die Aussaat der Überwinterungszwiebeln.

Eine besondere Variante bilden die jungen Lauchzwiebeln oder Grünzwiebeln, auch Frühlingszwiebeln genannt, die man mitsamt ihrem frischen Laub sehr gut roh verzehren kann, auf dem Butterbrot, zu Quark und Salaten. Die Schalotten, im Aufbau und physiologischen Verhalten den Speisezwiebeln sehr ähnlich, eignen sich wegen ihres feinen Aromas besonders gut zum Würzen von Salaten und Saucen.

Die kleinste Abart der Speisezwiebel sind die zarten Silberzwiebeln oder Perlzwiebeln, die vorwiegend zum Einlegen verwendet werden. Sie sind unentbehrlich für die Herstellung von Mixed Pickles und ideal als pikante Beilage zu vielerlei Speisen.

Bleiben noch die großen, milden Gemüsezwiebeln. Lecker gefüllt z. B. mit Hackfleisch sind sie als Hackfleischzwiebeln ein kulinarisches Vergnügen. Da sie hohe Wärmeansprüche stellen, werden sie vorzugsweise in südlichen Ländern kultiviert.

Ob gedünstet, geschmort, gebacken, geröstet oder fritiert, ob als Suppe, Soße, Salat oder Gemüse, als Kuchen oder Pizza, solo oder kombiniert mit anderen Gemüsen: Mit Zwiebeln lassen sich sehr abwechslungsreiche Gerichte zubereiten - von süßlich-mild bis beißend-scharf.

Der charakteristische Zwiebelgeschmack und der würzige Geruch werden besonders durch den Gehalt an schwefelhaltigen ätherischen Ölen bestimmt. Diese Aromastoffe können aber auch die Schleimhäute so reizen, dass beim Zwiebelschneiden Tränen fließen.

Aber gesund sind sie allemal. Seit uralten Zeiten werden sie als Heilmittel geschätzt. Sie sind appetitanregend und verdauungsfördernd, stärken die Herztätigkeit und senken den Blutzucker. Schon immer wurden Zwiebeln zur Behandlung einer breiten Skala von Krankheiten empfohlen, angefangen bei Kreislauf- und Stoffwechselstörungen bis hin zur Heilung von Wunden und Insektenstichen.

Ihre antibakterielle Wirkung stärkt die Leistungsfähigkeit des Organismus und macht ihn weniger anfällig. Darum hat die scherzhafte Bezeichnung der Zwiebel als "Dr. h.c. Bolle" durchaus ihre Berechtigung!


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Zwiebel-Ernte. Foto: CMA
Zwiebel-Ernte. Foto: CMA

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