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Purer Genuss in drei Varianten
Süßrahm-, Sauerrahm- und mild gesäuerte Butter
Während die mild gesäuerte Butter in ganz Deutschland beliebt ist und am häufigsten gekauft wird, bevorzugt man im Norden die Sauerrahmbutter und im Süden die Süßrahmbutter. Egal welche Sorte, Butter ist Genuss pur und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Gezielt verwendet, betonen die drei Buttersorten den Eigengeschmack von Speisen besonders gut.
Woher kommen die Unterschiede? Nachdem das Milchfett (Rahm) von der Flüssigkeit (Buttermilch) getrennt und der gewonnene Rahm pasteurisiert wurde, muss er erst einmal einige Stunden reifen. In dieser Zeit entstehen die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Butter.

Während die Süßrahmbutter ohne Zusatz von Milchsäurebakterien reift, werden der Sauerrahmbutter schon vor der Reifung die speziell gezüchteten Bakterien zugesetzt. Die mild gesäuerte Butter wird zunächst auch wie eine Süßrahmbutter behandelt, bevor nach der Reifung Milchsäurebakterien oder Milchsäure eingearbeitet werden.

In den letzten Schritten werden aus den Rahmkügelchen Butterkörnern und die restliche Flüssigkeit aus der Butter geknetet.

Geschmackliche Besonderheiten Welche Geschmacksrichtung die Butter durch die Reifung erhalten hat, ist unverkennbar im Namen verankert. Die Unterschiede lassen sich am besten so beschreiben:

Süßrahmbutter riecht und schmeckt leicht süßlich und rahmig. Außerdem ist ein leichter Kochgeschmack und Kochgeruch für sie typisch. Die mild gesäuerte Butter hat, wie der Name schon sagt, einen reines und mild säuerliches Aroma. Dagegen weißt die Sauerrahmbutter einen deutlich wahrnehmbaren, reinen und säuerlich aromatischen Geschmack und Geruch auf.

Wer die Unterschiede nicht kennt, fragt sich an dieser Stelle, ob man sie tatsächlich schmecken kann. Ja - gewusst wie, werden die feinen Unterschiede der Buttersorten erkennbar.

Butter-Geschmackstest Geschmack wird hauptsächlich auf der Zunge, aber auch im Rachen, im Wangen- und Gaumenbereich wahrgenommen. Hier werden nur süß, salzig, bitter und sauer erkannt. Dies alleine macht noch keinen Buttergeschmack.

Das Aroma eines Lebensmittels setzt sich aus dem Geschmacksinn und dem Geruchsinn zusammen. Das Schmecken bezeichnen Sensoriker als den inneren Weg der Aromawahrnehmung, das Riechen als den Äußeren.

Eine leichte Übung zeigt das Zusammenspiel dieser beiden Wege deutlich auf: Eine Zimt-Zucker-Mischung wird auf einem Teelöffel bei zugehaltener Nase in den Mund genommen. Zunächst schmeckt die Mischung nur süß. Wird die Nase geöffnet, schießt der typische Zimtgeschmack geradezu in dem Mund.

Auf ebenso einfache Art können die drei Buttersorten ?erschmeckt" werden. Wesentlich ist dabei frische Butter. Da Butter sehr schnell andere Gerüche aufnimmt, wenn sie nicht abgedeckt ist, kann sich der Geschmack schnell verfälschen.

Von der frischen Butter wird mit einem Teelöffel ein Stückchen abgenommen und im Mund zum Schmelzen gebracht. Ob nun süß mit Kochgeschmack oder mild-säuerlich bis säuerlich, der direkte Vergleich der drei Sorten macht die feinen Unterschiede deutlich.

Exkurs in die Sensorik Geschmacks- und Geruchssinn spielen bei Butter natürlich eine sehr große Rolle. Sensorik ist aber noch mehr. Sie ist das Prüfen von Lebensmitteln mit allen Sinnen: Geruchssinn, Geschmackssinn, Gesichtssinn, Hautsinn und Gehörsinn.
  • Gesichtssinn: Aussehen der Butter: Auge und Sehnerv gehören zum Gesichtsinn. Mit diesem Sinn werden Farbe, Oberflächenbeschaffenheit, Form und Helligkeit wahrgenommen. Butter muss ein gleichmäßiges Aussehen besitzen, mattglänzend und cremefarbig bis mattgelb sein. Die Oberfläche muss geschlossen und glatt, die Wasserverteilung sehr gut und die Butter somit geschmeidig und streichfähig sein.
  • Hautsinn: Butter im Mund fühlen: Die mechanische Einflüsse auf die Körperoberfläche und der Temperatursinn gehören neben dem Schmerzsinn zum Hautsinn. Das Mundgefühl, die Textur und die haptischen (den Tastsinn betreffende) Eindrücke zählen wiederum zu den mechanischen Einflüssen und sind für die Prüfung von Butter wichtig. Als Milchfett hat Butter einen Schmelzpunkt nahe der Temperatur im Mund. Daher schmilzt sie angenehm im Mund.
  • Gehörsinn: Dieser Sinn beinhaltet alle wahrnehmbare Geräusche beim Beißen, Kauen oder Öffnen einer Packung. Dieser Sinn kommt beim Essen von Butter am Wenigsten zum Tragen.
Einsatz der Buttersorten Die feinen Geschmacksunterschiede sind auch das Geheimnis des Einsatzes der Buttersorten in den verschiedensten Gerichten. Da Butter den Eigengeschmack der Gerichte hervorhebt, ohne ihn zu überdecken, kann durch die gezielte Verwendung der Sorten ein süßlicher, milder oder deftigerer Geschmack unterstrichen werden.

Wie der Name schon sagt, ist Süßrahmbutter für alles was süß schmeckt bestens geeignet. Ob Süßspeisen, Torten und Feingebäck oder auch zu süßen Brotaufstrichen wie Honig ist sie die erste Wahl. In der warmen Küche passt Süßrahmbutter zum Beispiel sehr gut zu Frühlingskartoffeln, Erbsen und Möhren. Zudem eignet sich Süßrahmbutter besonders zum Aufmontieren von Saucen, da sie beim Erhitzen gut bindet und nicht zu schnell ausflockt.

Für alle herzhaften Gerichte ist die Sauerrahmbutter zu bevorzugen, wie zu Wurst- und Käsebroten. In der warmen Küche unterstützt Sauerrahmbutter mit ihrer herzhaft säuerlichen Note den Geschmack von beispielsweise Rindergulasch, Kalbsbraten, Suppen oder Eintöpfe hervorragend. Sauerrahmbutter eignet sich auch für herber schmeckende Backwaren mit Nüssen und Schokolade.

Die mild gesäuerte Butter vereint die beiden anderen Sorten in einer leicht säuerlichen Note mit der rahmigen Konsistenz. Für alle Gerichte, die milder, aber dennoch herzhaft sind, ist diese Butter daher zu empfehlen. Kombinationen mit mildem Käse oder Fleischwurst auf Bauernbrot oder säuerlich süßen Brotaufstrichen und Marmeladen sind ideal. Mild gesäuerte Butter ist auch eine perfekte Ergänzung zu Ragouts oder Aufläufen.

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    Quelle: © 1994 - 2011 Dirk Jasper