Familie-im-Web.de Aktuell Interview Magazin Goldene 50 Haus & Wohnen Festkalender CyberSerien CyberKoch
CyberReisen Lifestyle & Freizeit CyberGarten Beauty CyberMusical Haustiere Haushalt & Tipps
Wellness & Fitness Babys, Kids & Teens Internet Lexikon Fashion Foto & Filmen Film Kino DVD TV Anbieterkennzeichnung

Gutedel
Eine alte Sorte im Trend
Nach den vielen barocken Andachtstropfen der letzten Jahrzehnte sehnt man sich nach heiteren, leichten Weinen, wovon man reuelos ein Gläschen mehr genießen kann. Gutedel sind solche Weine und liegen damit voll im Trend. Kenner schätzen besonders ihre geringe Säure. Es lohnt, diese Weiß- bzw. Roséweine über ihre Heimat hinaus zu entdecken.
Die Rebe, die schon im alten Ägypten angebaut wurde, wächst in Deutschland nämlich nur, aber dafür schon lange, im südlichen Baden, im Markgräflerland zwischen Freiburg und Basel. Schon im Jahre 1780 kam sie dorthin, als Markgraf Carl Friedrich sie vom Genfer See mitbrachte. Chasselas heißt die Sorte international, gedeiht in der Schweiz noch heute und ist manchem im Urlaub als Fendant begegnet.

Früher galt Gutedel als fröhlicher Zechwein, doch es hat sich viel getan. Mit strengem Rebschnitt, schonendem Pressen ohne Maischestandzeiten und kühler Gärung sind sehr moderne und elegante Weine entstanden. Unsere Probe zeigte eine schöne Bandbreite.

Gutedel ist kein üppiger Frontalangriff, sondern spielt mit dezenteren Aromen, die an gedörrte Birnen- und Apfelschnitze erinnern, sowie mit feinen Nuss- und Mandeltönen, bei modernem Ausbau zusätzlich mit dezenten Zitrusnoten untermalt. Im Geschmack zeigen sich Gutedel mild, gute Qualitäten auch trocken leicht cremig und mit einem feinen Südfruchttupfer im Finish. Ein heiter beschwingter Flirt!

Sehr gut gefallen haben uns leichte Kabinett trocken, zum Beispiel Heitersheimer Maltesergarten vom Weingut Zotz in Heitersheim oder Ehrenstetter Oelberg trocken vom Weinkeller Ehrenkirchen. Sehr modern probieren sich die Weine der Winzergenossenschaft Auggen. Kellermeister Andreas Philipp vergärt seine Gutedel betont kühl und lässt sie auf der Feinhefe nachreifen.

Auch kräftige Vertreter, die man lagern kann, machen Spaß, wie Chasslie, ein vollmundiger, länger auf der Hefe gereifter Wein und eine Wortschöpfung aus Chasselas und "la lie", wie in Frankreich die Weinhefe heißt. "In guten Lagen kann Gutedel deutlich Terroircharakter annehmen", betont Dominik Müller, Geschäftsführer im Weinkeller Ehrenkirchen.

Als eleganter Tropfen mit feinem Reifetönen und cremigem Finish präsentierte sich der Sieger des Gutedel Cups 2005: Auggener Schäf Spätlese trocken von der Winzergenossenschaft Auggen, die auch einen großartigen, frischen Gutedel Eiswein präsentierte. Alle diese Weine entstammten dem Jahrgang 2004.

Als schöne Variante probierte sich roter Gutedel, zum Beispiel Kirchhofener Batzenberg. Die rote Gutedel-Traube ist übrigens nur zart kupferfarben, und die Weine schillern dezent rosé.


Zum Weiterlesen
  • Special: Wein
  • Ehrenstetter Winzerkeller
  • Weingut Zotz
  • Winzergenossenschaft Auggen
Eine kleine Gutedel-Probe. Foto: Dieter Simon
Gutedel-Traube. Foto: Dieter Simon
Dominik Müller, Weinkeller Ehrenkirchen: 'Typische Gutedel sind mild und leicht.'. Foto: Dieter Simon
Martin Zotz: 'Man will heute nicht mehr das Dicke.' Foto: Dieter Simon
Leitungsteam der Winzergenossenschaft Auggen. Dort erzeugt man mit Kaltgärung sehr moderne Gutedel. Foto: Dieter Simon

ThemenChannel CyberKoch von Familie-im-Web
Qquelle: Dieter Simon © 1994 - 2011 Dirk Jasper