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Erben in Deutschland
Geordnete Verhältnisse
Nur wenige Bundesbürger kennen sich mit dem Thema Erbschaft wirklich aus. Dennoch sollten sich zukünftige Erblasser wie auch Erben mit diesem Sachgebiet gut vertraut machen. Vor allem, um einen möglichen Streit in der Verwandtschaft zu vermeiden.
Reichtum macht nicht immer glücklich, er kann auch Zwietracht säen ? etwa wenn er vererbt wird. Je höher die Erbschaft, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, umso mehr streiten die Nachlassempfänger. Anlässe gibt es genug!

Während in diesem Jahr 233 Milliarden Euro in Form von Erbschaften fließen, werden im Jahr 2020 rund 330 Milliarden Euro vererbt, so die Studie. ?Nur selten sind die Erben ausreichend vorbereitet?, sagt Helmut Achten von der AachenMünchener. Schwierigkeiten sind programmiert.

?Die häufigsten Konfliktherde sind Pflichtteile und die Erbengemeinschaft?, sagt Prof. Klaus Michael Groll, Gründungspräsident des Deutschen Forums für Erbrecht. Die Mehrheit der Deutschen, so ein weiteres Ergebnis der Allensbach-Studie, kennt sich mit dem Thema Erben nicht aus. Hier die wichtigsten Regelungen.

  • Testament: Es gibt drei Möglichkeiten, seinen letzten Willen zu bekunden: einen notariell beglaubigten Erbvertrag, ein notariell beglaubigtes Testament oder, als häufigste Form, das privatschriftliche Testament.

    Wichtig: Das gesamte privatschriftliche Testament und alle Anlagen müssen in der erkennbaren Handschrift des Verstorbenen verfasst sein. Es trägt die Überschrift ?Testament? oder ?Mein letzter Wille? und ist mit Orts- und Zeitangabe sowie Vor- und Nachnamen unter dem letzten Satz unterschrieben. Alle nachträglichen Änderungen müssen ebenfalls handschriftlich verfasst und mit Unterschrift und Datum versehen sein.

    Der Erblasser sollte sein Testament so verwahren, dass es nicht von jemandem, der sich darin benachteiligt fühlen könnte, gefunden und vernichtet werden kann. Am besten hinterlegt er es beim Nachlassgericht.

  • Nachlassgericht: Das Nachlassgericht, das Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen, verwahrt Testamente, ermittelt, wer zur Erbengemeinschaft gehört, und stellt Erbscheine aus, die das Erbrecht einer Person und die Höhe ihres Erbteils bescheinigen.
  • Gesetzliche Erbfolge: Gibt es weder ein Testament noch einen Erbvertrag, gilt die gesetzliche Erbfolge. In Deutschland erbt zunächst der überlebende Ehegatte, zugleich gilt das Verwandtenerbrecht. Die Erbquote des Ehegatten ändert sich mit dem Güterstand und richtet sich danach, welche Verwandten außerdem erbberechtigt sind.

    In einer Zugewinngemeinschaft, dem gesetzlichen und häufigsten Güterstand, gilt: Hinterlässt der Verstorbene Kinder, bekommt der Ehegatte die Hälfte des Erbes, der Rest fällt an den oder die Nachkommen. Sind nur noch Verwandte zweiter oder dritter Ordnung erbberechtigt, erhält der Ehegatte drei Viertel, den Rest bekommen die erbberechtigten Verwandten des Verstorbenen.

    Ehegatten, die in Scheidung leben oder geschieden sind, erben nichts. Eingetragene Lebenspartner erben wie Eheleute.

    Neben dem Ehegatten erben auch die Verwandten erster Ordnung, also die Kinder des Verstorbenen, zu gleichen Teilen. Ist ein Kind schon verstorben, erben als Stellvertreter dessen Kinder. Sie teilen sich den Erbteil, der dem bereits verstorbenen Kind des Erblassers zusteht, zu gleichen Teilen.

    Beispiel: Ein Erblasser hat zwei Kinder, von denen eines bereits verstorben ist, aber zwei Kinder hinterlassen hat. Das überlebende Kind erbt eine Hälfte, die andere Hälfte teilen sich die Enkel. Gibt es keine Verwandten erster Ordnung, erben die Verwandten zweiter Ordnung, also die Eltern und als Stellvertreter deren Nachkommen (Geschwister, Nichten und Neffen des Verstorbenen).

    Gibt es auch hier keine Erbberechtigten, erben die Verwandten dritter Ordnung, also die Großeltern oder deren Nachkommen. Erbberechtigte uneheliche Kinder sind ehelichen Kindern in allem gleichgestellt.

  • Berliner Testament: Oft setzen sich beide Eheleute gegenseitig als Alleinerben ein und bestimmen einen Schlusserben, der nach dem Tod des zuletzt Verstorbenen alles erbt. ?Steuerlich kann das ungünstig sein, da bezüglich desselben Erbes doppelte Erbschaftsteuer droht: beim Tod des ersten und des zweiten Gatten?, sagt Prof. Klaus Michael Groll.
  • Erbengemeinschaft: Die Erbengemeinschaft setzt sich aus allen Erben zusammen. Wenn kein Testament dies genauer regelt, gehört ihnen gemeinsam der gesamte Nachlass zu den festgelegten Anteilen.

    Besteht die Erbengemeinschaft aus den drei Kindern des Verstorbenen, gehört der Nachlass, etwa ein Haus, allen drei gemeinsam ? und nicht jedem zu einem Drittel.

    Prof. Klaus Michael Groll sagt: ?Jeder Miterbe kann mitreden, mitentscheiden, damit aber auch die anderen blockieren, etwa im Rahmen der Verwaltung einer Immobilie.?

  • Pflichtteil: Ehegatten, Nachkommen und Eltern des Verstorbenen haben Anspruch auf den Pflichtteil einer Erbschaft. Sie können ihn geltend machen, wenn sie im Testament zu wenig berücksichtigt, mit Auflagen belastet oder enterbt wurden.

    Er entspricht der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteil muss von den Erben ausgezahlt werden. Wer eine Immobilie erbt und einen Pflichtteil an einen nicht berücksichtigten ungeliebten Nachkommen auszahlen muss, kann in Schwierigkeiten kommen. Dies sollten Erblasser zum Beispiel beim Berliner Testament bedenken.

    Geschwister, Onkel, Tanten und weiter entfernte Verwandte des Verstorbenen haben keinen Anspruch auf einen Pflichtteil.

  • Erbschaftsteuer: Die Steuerfreibeträge für sogenannte Erwerbe von Todes wegen (Erbschaften, Vermächtnisse, geltend gemachte Pflichtteilsansprüche) nach dem 31.12.2008 sind erhöht worden.

    Mit welchem Steuersatz der über den Freibetrag hinausgehende Erwerb versteuert werden muss, richtet sich nach der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs und nach dem Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser.

    Wer zu besonderen Anlässen Geschenke macht, kann gegebenenfalls Schenkungsteuer sparen. Prof. Klaus Michael Groll sagt: ?Weihnachten und Geburtstage sind gute Gelegenheiten, um in der Familie Vermögen weiterzugeben, ohne dass Schenkungsteuer anfällt. Denn ?übliche? Gelegenheitsgeschenke sind steuerfrei.?

  • Schenkungen: Oft wird versucht, mit lebzeitigen Schenkungen den Pflichtteil unliebsamer Personen zu mindern. Jedoch wird alles, was der Erblasser in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod verschenkt hat, bei der Ermittlung des Pflichtteils berücksichtigt, allerdings nicht in voller Höhe.

    Geschenke, die der Erblasser im vorletzten Jahr vor seinem Tod gemacht hat, werden nur zu 90 Prozent hinzugerechnet, im drittletzten Jahr gemachte Geschenke zu 80 Prozent und so weiter.

Wohin mit der Erbschaft? Wenn es sich um eine höhere Erbschaft handelt, fühlen sich viele überfordert. ?Das Geld auf dem Girokonto zu lassen ist eine sehr schlechte Lösung?, sagt Gerret Bäßler-Vogel von der AachenMünchener.

?Wer eine Entscheidung über die Investition des Erbes mit Bedacht fällen möchte, sollte zunächst eine Anlagemöglichkeit wählen, die einerseits Rendite erzielt, andererseits aber keine langfristige Festlegung des Kapitals bedeutet?, so der Experte.

Er empfiehlt eine sehr flexible Rentenversicherung, etwa RenditePLUS, oder ein Festgeldkonto, etwa das Parkdepot, beides Produkte der AachenMünchener.


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Juli 2011. Quelle: AachenMünchener. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich.
Erben in Deutschland. Foto: AachenMünchener
Erben in Deutschland. Foto: Fotolia / AachenMünchener
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Erben in Deutschland. Foto: AachenMünchener
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Erben in Deutschland. Foto: AachenMünchener
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