Tür zu, Schlüssel steckt von innen, ausgesperrt. – So etwas passiert häufig und endet oft mit einem Anruf beim Schlüsseldienst. Dieser nimmt die Türöffnung meist nur zu teuren Preisen vor.  Doch wer ist für die Kostenübernahme zuständig, Mieter oder  Vermieter? Das hängt zweifellos vom Anlass für diese Dienstleistung ab.

Kosten für den Schlüsseldienst

Der Anruf beim Schlüsseldienst ist immer mit Kosten verbunden (Bild: fbfoto – pixabay.com)

Situation entscheidet über die Rechnungsübernahme

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Die vorliegende Situation und der Mietvertrag beeinflussen die Übernahme der Kosten für einen Schlüsseldienst.

Wenn der Mieter seine Tür selbst zufallen ließ und den Schlüssel innen vergessen hat, wird er den finanziellen Aufwand für den Schlüsseldienst in der Regel selbst tragen müssen. Bei einem Schlüsselverlust, -diebstahl oder -abbruch kann es sein, dass die eigene Versicherung die Kosten übernimmt, jedoch hängt das von der Art der Versicherung ab. Wenn in einer Mietwohnung das Türschloss plötzlich defekt ist, kommen die Kosten möglicherweise auf den Vermieter zu, doch auch das ist nicht unbedingt zu erwarten. Diese Kostenübernahme durch den Vermieter hängt nämlich vom Mietvertrag ab. Wenn dieser per Kleinreparaturklausel die Kostenübernahme durch den Mieter vorsieht, könnte dieser zur Zahlung verpflichtet sein.

Bevor man also die Serviceleistungen vom Schlüsseldienst in Anspruch nimmt, sollte versucht werden, den Vermieter oder dessen Hausverwaltung beziehungsweise den Hausmeister telefonisch zu erreichen, um die Kostenübernahme zu klären. Wenn der Mieter niemanden auf der Vermieterseite erreicht, muss er deshalb aber nicht auf die Türöffnung durch den Schlüsseldienst warten, schließlich handelt es sich um eine Notsituation. Es genügt der Nachweis per Telefonprotokoll, dass er sich telefonisch rechtzeitig um die Klärung bemüht hat. Der Vermieter muss dann im Nachhinein die notwendigen Kosten übernehmen, wenn der Mieter nicht per Kleinreparaturklausel dazu verpflichtet ist. Bestimmte Klauseln im Mietvertrag dürfen dieses Vorgehen übrigens nicht ausschließen, sie wären rechtlich unwirksam.

Eine Kleinreparaturklausel muss eine Obergrenze für solche Reparaturen enthalten, die beispielsweise bei 200 Euro liegen könnte. Auch müssen die Arten solcher Reparaturen ausgewiesen sein. Vermieter wären auf der sicheren Seite, wenn sie ein durch Verschleiß defektes Schloss mit aufführen würden. Eine Verletzung der Sorgfaltspflicht durch den Mieter, mit der Vermieter die Kosten abwälzen wollen, liegt regelmäßig nicht vor, weil Türschlösser als wartungsfrei gelten. Im Übrigen binden Gerichte bei entsprechenden juristischen Auseinandersetzungen die Rechte des Mieters sehr hoch an.

Wann zahlt eine Versicherung für den Schlüsseldienst?

Es gibt Haftpflicht- und Hausratversicherungstarife, welche die Kosten für einen Schlüsseldienst übernehmen. Die Haftpflichtversicherung kann die Kosten tragen, wenn jemand einen fremden Schlüssel verliert oder abbricht, aber auch wenn der Schlüssel gleichzeitig Wohnungs- und Haustürschlüssel für ein Mehrfamilienhaus ist. Bei einem Verlust müsste die gesamte Schließanlage ausgetauscht werden, was mehrere Tausend Euro kosten kann. Dieser Verlust – auch durch Diebstahl – lässt sich versichern. Wenn so ein Schaden in der eigenen Haftpflichtversicherung eingeschlossen ist, bezahlt der Verursacher zwar zunächst für den Schlüsseldienst, reicht die Rechnung aber bei seiner Versicherung ein. Sollte es sich allerdings um die private Wohnung im Eigenheim handeln, käme nur die Kostenübernahme durch eine Hausratversicherung infrage, die diesen Verlust mit einschließt.


One Response to “Schlüsseldienst: Wer muss für Türschlossaustausch und Co. zahlen?”

  1. Steffen Says:

    Sehr interessant danke!

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