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Martina Frenzel: Bericht aus Leipzig Druckkunst-Museum ? Vom Setzkasten zur Druckzeile |
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In der
Stadt des Buches gibt es jede Menge Menschen, die sich für
ebendiese brennend interessieren. Und viele von ihnen möchten
die gesetzten Lettern nicht nur lesen und kaufen können, sie
möchten auch wissen, wie ein Buch entsteht, wie es bis in die
Buchhäuser gelangt, was sich verbirgt hinter der
geheimnisvollen Welt der ?Schwarzen
Kunst?.
Dieser Aufgabe widmet sich das Druckkunst-Museum Leipzip in der Nonnenstraße 38 bereits seit mehr als 12 Jahren. Inzwischen weltberühmt in der Fachwelt, bietet es in seiner Gesamtheit anschaulicher und beGREIFbarer Darstellung der DruckKunst Einmaliges. Der Besucher kann nicht nur staunen ob der handwerklichen Fingerfertigkeiten und des Geschicks eines Setzers oder über die kraftaufwendigen Arbeiten, die ein Drucker beherrschen und ausführen musste. Er wird zudem inspiriert und aufgefordert, selbst Hand anzulegen bei der Prozedur der Herstellung eines ganz persönlichen Schriftstückes. Dies und die eindrucksvolle Präsentation altehrwürdiger Ausstellungsstücke macht es zu einem ?lebendigen? Museum ? zu einem zum ?Anfassen?. Dem wachsenden Interesse der Museumsbesucher Rechnung tragend, eröffnete das Druckkunst-Museum Leipzip im Herzen der Stadt einen neuen, repräsentativen und in seiner Art einmaligen Museumsshop am Markt 7 (vormals in der Mädlerpassage gelegen). Hier werden selbst gestaltete und gefertigte Postkarten, Bücher, Drucke, Grafiken und Sammlerstücke aus Beständen des Museums ebenso zum Kauf angeboten wie original erhaltene Setzkästen oder Einzelmatrizen der verschiedensten Schrifttypen. "Klein aber ausgewählt und fein" ist das Motto des Museumsshop in unmittelbarer Nachbarschaft des Weinstocks. Es nötigt den neugierig-interessierten Besucher förmlich zum Betreten dieses liebevoll und mit viel Engagement eingerichteten Kleinodes. Traditionen bewahren und zu erhalten ? dazu braucht es engagierte und tatkräftige Initiatoren. Wo so viele Verantwortliche in der Zwischenzeit den Leipziger Traditionen den Rücken gekehrt haben, wissen die Betreiber und Mitarbeiter des Druckkunst-Museums Leipzip und des dazugehörigen Museumsshops darum und sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie bewahren und präsentieren diese auf eindrucksvolle Art und Weise im Herzen der Buchstadt Leipzig. Leipzigs traditionsbewusste Bürger werden es ihnen danken. Ferienkurse im Druckkunstmuseum kommen super an ?Einen Sack Flöhe hüten ist einfacher?, schmunzelt Thomas Mädler, seines Zeichens Mitarbeiter im Satzbereich des Druckkunst-Museum Leipzip in Plagwitz. Unter seiner Anleitung können Kindern während der Ferienzeit zum Beispiel in der Lehrsetzerei eigenhändig und direkt aus dem Setzkasten heraus Druckzeilen setzen und auch gleich drucken. Sie experimentieren mit Schriften aus den verschiedensten Kulturkreisen, bekommen erklärt, wie eine historische Druckpresse funktioniert oder lernen, Hieroglyphen auf Papyrus zu malen. Ein Riesenspaß für die kleinen Gutenbergjünger.?Die Idee, für Kinder ab sieben Jahren Sommerferienkurse im Druckkunst-Museum Leipzip anzubieten, stieß auf eine große Resonanz?, resümiert die ehemalige Museumsleiterin Dr. Lieselotte Kugler diese gelungene Ferienaktion. Die angebotenen Workshops für die Kids zu Themen wie ?Auf den Spuren der alten Ägypter?, ?Schreiben wie im Mittelalter?, ?Auf den Spuren Gutenbergs? oder ?Wir bauen unsere Zeitung?, kommen bei den Jungen und Mädchen aus den verschiedensten Leipziger Grundschulen super an und wecken stets großes Interesse und viel Begeisterung. In Vorbereitung ist eine weitere Aktion der motivierten Museumsleiterin für jugendliche Auszubildende in der Druckbranche. Alte Traditionen wieder erlebbar machen und diese damit den jungen Leuten von heute in einem Gang durch die Geschichte wieder nahe zu bringen ? das hat sich das Druckkunst-Museum Leipzip auf die Fahnen geschrieben. In speziellen Fachkursen gehen die jugendlichen Drucker oder Buchbinder von heute unter professioneller Anleitung auf einen informativen Spaziergang durch die Geschichte der Druckkunst. Ferien und Traditionsbewusstsein zum Anfassen ? zwei tolle Initiativen, die dank engagierter Sponsoren wie zum Beispiel auch dem Porsche-Werk Leipzig möglich gemacht werden konnten und die mit Sicherheit eine Fortsetzung erfahren werden. Zu den Bildern rechts: Den Knirpsen der 1. bis 3. Klasse aus der 74. Grundschule in Leipzig Angerkrottendorf gefiel der Ferienausflug ins Druckkunst-Museum Leipzip in der Nonnenstraße sichtlich. Die kleinen Gutenbergjünger versuchten sich unter fachmännischer Anleitung von Museumsmitarbeiter Thomas Mäder im Schriftsetzen direkt aus dem Setzkasten, was ihnen besonders gut gefiel.
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