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Was ist das? Wie geht das? Wo gibt's das?
von Martina Frenzel
Leipzig - 06.01.2009: ?Xylo ? was? Das hat sicher was mit Musik zu tun, oder? Klingt nach ?Xylophon'. Das ist doch so ein Musikinstrument, bei dem horizontal liegende Stäbe mit kleinen Holzhämmerchen angeschlagen werden. Richtig?? So in etwa sind die ersten Reaktionen auf unsere Frage, was denn die Xylographie sei.


?Erstaunen ist der Anfang aller Leidenschaft?, schürt Rudolf Rieß, einer der letzten in Deutschland bekannten und tätigen Fachmänner, indes schmunzelnd die Neugier und schweigt. Vorerst. Verweist auf die Eröffnung der neuen Werkstatt im Druckkunstmuseum zu Leipzig und klärt dort alle Interessenten und Unwissenden strahlenden Auges auf über die beinahe schon vergessene Kunst des Xylographen.

Mitte Dezember 2008 war es endlich so weit. Mehr als ein Jahr intensiver, aktiver Vorbereitung und Organisation seitens der engagierten Museumsleiterin Dr. Susanne Richter und ihrem fleißigen Team hat es gebraucht, um dieses mit viel Sachverstand und Liebe eingerichtete neuerliche Kleinod im Museum für Druckkunst zu eröffnen.

Eine voll funktionstüchtige Werkstatt für Xylographie (auch Holzstich, Holzschneidekunst oder Holzschnitt genannt) wird im Beisein des Stifters Rudolf Rieß und seiner Frau Gisela Rieß feierlich eingeweiht und erweitert die ständige Sammlung alter Setz- und Drucktechniken um ein wertvolles Detail.

Mit der Einrichtung dieser Werkstatt leistet das Museum für Druckkunst einen unschätzbaren historischen Beitrag zur Überlieferung dieses im 19. und frühen 20. Jahrhunderts florierenden Handwerks der grafischen Industrie, denn das Handwerk des Holzstechers ist in Deutschland heute inzwischen so gut wie ausgestorben.

Detailliert wie ein Kupferstich, erleichterte der Holzstich, bei dem die gestochenen Bilder neben dem gesetzten Text in einer gemeinsamen Form auf der Buchdruckmaschine produziert werden können, die Herstellung von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen ungemein.

Dank dem heute 74-jährigen gelernten Xylographen Rudolf Rieß bleibt dieses Stück grafischer Tradition auch der heutigen und den nachfolgenden Generationen als erlebbare, lebendige Geschichte erhalten. Die Sammlung, die von ihm aus Nürnberg angekauft wurde, umfasst alle wichtigen Geräte und Werkzeuge dieses Handwerks wie eine Plattenkamera zur Reproduktion von Bildmotiven, eine das Licht bündelnde Schusterkugel sowie eine seltene Tonschneidemaschine, mit der feinste Schraffuren erzeugt werden können. Darüber hinaus zeigt die Werkstatt eine Vielzahl an historischen Bildbeispielen und Originalholzstöcken.

Zur Eröffnung im Dezember 2008 kam extra die Vorsitzende der Stiftung Werkstattmuseum für Druckkunst Leipzig, Verena von Mitschke-Collande, aus München angereist.

Als Mann der Tat rückt sich Rudolf Rieß nach den Dankesreden zur Einweihung seiner neuen Werkstatt in Leipzig (eine noch etwas umfangreichere betreibt er in seiner Heimatstadt Nürnberg noch heute aktiv) die Schusterkugel zurecht, greift zu Grabstichel, Geißfuß und Rundeisen, beugt sich über seine Lupe und beginnt mit fachmännischem Geschick, einer ruhigen Hand und geschultem Auge mit seiner Arbeit.

Wie einst als Jünger Gutenbergs vor mehr als 50 Jahren ...



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Was ist das? Wie geht das? Wo gibt's das?. Foto: Martina Frenzel
Rudolf Rieß im Museum für Druckkunst. Foto: Martina Frenzel
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Mehr Informationen:

Museum für Druckkunst , Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig, Deutschland (GoogleMaps), Festnetz +49 341 231620, www.druckkunst-museum.de.

Geöffnet: montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr

 
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Rudolf Rieß im Museum für Druckkunst. Foto: Martina Frenzel
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Rudolf Rieß im Museum für Druckkunst. Foto: Martina Frenzel
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Rudolf Rieß, Verena von Mitschke-Collande. Foto: Martina Frenzel
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Rudolf Rieß, Verena von Mitschke-Collande, Dr. Susanne Richter. Foto: Martina Frenzel
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