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Vom Beten und Bierbrauen
Die Klosterbrüder der Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy
Das Kloster Saint Rémy in Rochefort (Provinz Namur, Belgien) ist weltweit für sein Bier bekannt. Das dunkle "Rochefort 10", so benannt nach dem Alkoholgehalt laut alter belgischer Messung, gilt nach einer permanenten Internet-Umfrage sogar als das drittbeste Bier der Welt.


Die Mönche von Rochefort hören das gerne, aber sie legen Wert darauf, dass der Sinn des Klosters nicht das Bierbrauen ist. Die Brauerei ist für sie einzig dazu da, das meditative Leben im Kloster zu ermöglichen und soziale Aufgaben zu finanzieren, deshalb beträgt die jährliche Bierproduktion auch nur 18.000 Hektoliter.

Bis heute wird nach alten, meist nur mündlich überlieferten Rezepten gebraut. Die Klosterbrauereien, so auch die von Rochefort, sind jedoch normalerweise nicht öffentlich zugänglich.

Die Tradition des Brauens reicht in Rochefort bis 1595 zurück. Bereits morgens um vier wird die Maische angeheizt. Bis in die 50ger Jahre hinein wurde ausschließlich nach den alten Regeln des Handwerks gebraut, ehe budgetäre Probleme die Abtei zur Modernisierung des Betriebs zwangen. Mönche überwachen sorgsam den gesamten Vorgang, werden jedoch von weltlichen Helfern unterstützt.

Das Trappistenbier Rochefort wird in der Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy in Rochefort in drei Varianten gebraut:

  • Rochefort 6: roter Kronkorken, 33 cl, 7,5 % Alkohol, das älteste Rochefortbier
  • Rochefort 8: grüner Kronkorken, 33 cl, 9,2 % Alkohol, manchmal Spéciale genannt, gebraut seit 1955
  • Rochefort 10: blauer Kronkorken, 33 cl, 11,3 % Alkohol, oft Merveille genannt

Das Trinken dieses Bieres gilt als kleine Kunst: Rochefortbier wird bevorzugt zwischen 12 und 14 Grad genossen. Diese Temperatur ist ideal, um ein frisches Rochefort mit seinen reichen Frucht- und Karamelaromen zu genießen.

DasRochefort wird dabei in zwei Gängen serviert. Erst werden etwa neun Zehntel der Flasche langsam in den Trappistenkelch eingeschenkt und ein klares Rochefort degustiert. Im zweiten Gang wird das ebenfalls schmackhafte letzte Zehntel mit dem vitaminreichen Hefesatz getrunken.

Heute leben in Saint Rémy noch 16 Mönche, die meisten sind schon etwas älter. Die Mönche haben sich in erster Linie der Suche nach Gott verschrieben, einer Suche, die Stille und Zurückgezogenheit verlangt. Doch neben dem Gebet und den spirituellen Studien ist die manuelle Arbeit ein ganz selbstverständlicher Teil ihres Lebens.

Der Tag beginnt um kurz nach drei Uhr morgens. Aufstehen, Waschen, das erste Gebet in der Kirche, um 9.30 Uhr dann die Arbeit, die immer wieder durch Gebetszeiten unterbrochen wird.

Die Zeiten, in denen sich die Trappisten-Mönche von Rochefort mit Zeichensprache verständigten, sind vorbei. Das Schweigegelübde ist zwar noch Teil der Ordensregel, aber es wird pragmatischer ausgelegt als früher. Die Mönche sollen sich beim Reden zurückhalten und sich auf das Nötige beschränken.

Der 58-jährige Frère Pierre redet sehr freimütig darüber, dass der Eintritt ins Kloster keine Entscheidung ist, die man einmal fällt und nie mehr in Frage stellt. Er ringe jeden Tag mit sich, um sich an das Klosterleben anzupassen. Seit 20 Jahren.

Zum Verhältnis Bier und Beten sagt er: "Man muss die Arbeit an ihren richtigen Platz stellen, denn wenn man nicht aufpasst, dann zerstört die Arbeit den Menschen."



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Quelle: Mit Material von SR und Wikipedia. Autor, Redaktion und Verlag sind nicht für die Inhalte externer Webseiten verantwortlich.
Vom Beten und Bierbrauen. Foto: Wikipedia
Rochefort-Sortiment. Foto: Wikipedia
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Vom Beten und Bierbrauen. Foto: Wikipedia
Rochefort-Kelch. Foto: Wikipedia
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