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Warenkunde 'Möhren'
Mit oder ohne Grün?
Mal heißen sie "Möhren", ein anderes Mal "Karotten". In manchen Gegenden nennt man sie "Mohrrüben" und in wieder anderen "gelbe Rüben" oder "Woddeln". Gemeint ist immer dasselbe Gemüse. Wirkliche Kenner wissen jedoch, dass die Karotte mit dem Grün auf den Markt kommt und die Möhre ohne.
Essbare Wurzeln gehören zu den ersten Nahrungsmitteln der Menschen überhaupt. Ihre Heimat wird in Afghanistan vermutet. Wann die Karotte nach Europa kam, ob in wilder oder kultivierter Form, ist umstritten. Bei griechischen Autoren wird sie um etwa 500 v.u.Z. erwähnt, obwohl weder Griechen noch Römer begeisterte Karottenesser gewesen sein sollen.

Der französische Historiker Alain Decaux behauptet, die Karotte sei schon vor der christlichen Zeitrechnung in Gallien kultiviert worden. Für England gilt es als sicher, dass im 12. Jahrhundert die Samen wilder Möhren von denen bevorzugt wurden, denen die Zuchtkarotten nicht zusagten.

Botanisch heißt die Karotte "Daucus carota L.". Sie gehört wie der Sellerie und die Petersilie zu den Doldenblütlern und hat einen zweijährigen Zyklus. Das heißt, sie blüht nach der Aussaat erst im Sommer des folgenden Jahres.

Karotten brauchen einen lockeren und nahrhaften Boden. Zeitig im Frühjahr wird der Samen breitwürfig oder in Reihen ausgebracht. Nach und nach werden die zu dicht gewachsenen Pflanzen verzogen.

In Mitteleuropa wurden Karotten erst im Mittelalter in größerem Umfang angepflanzt. Die Botaniker des 16. Jahrhunderts sprachen von Gelbe Rübe oder "Carote". Das Wort Karotte kam im 16. oder 17. Jahrhundert aus dem niederländischen "karot" nach Deutschland.

Ursprünglich entstammt es dem französischen "carotte", das wiederum dem lateinischen "carota" und dem griechischen "karotón" entnommen wurde. Aus dem alten niederländischen "karot" hat sich später übrigens das "kroot" entwickelt, womit die Rote Bete gemeint ist.

Damit hat das sprachliche Durcheinander aber noch kein Ende. In Deutschland werden mit Möhre auch andere Rübenwurzeln bezeichnet, Pastinak z. B. als Hirschmöhre.

Karotten gibt es in allen erdenklichen Formen und Färbungen: Sie können rund, kurz und stämmig sein oder lang und dünn mit rundlichen oder spitzen Enden. Es gibt sie in gelblich-weiß, rosa, orange-gelb sowie in rot oder purpur.

Die Niederländer züchteten die erste orangefarbene Möhre. Sie kommt heute (ohne Grün) gewaschen auf den Markt, was ihr den Namen Waschmöhre eingebracht hat. Mittlerweile ist die Möhre in ganz Europa verbreitet. Von März bis Mai kommen die Bundmöhren mit dem Grün auf den Markt, im Sommer und im Frühherbst die Waschmöhren.

Eine optimale Möhre hat ein möglichst dünnes Mark (auch Herz genannt), eine möglichst dicke Rinde und ist von möglichst einheitlicher Farbe. Je kräftiger die orange-rote Färbung, desto höher ist der Gehalt an Carotin.

Die Rinde ist der wertvollste Teil der Wurzel. Das Herz ist meistens etwas heller und enthält weniger Zucker, Nähr- und Aromastoffe. Neben der Waschmöhre gibt es noch die dicke Wintermöhre. Sie ist marktwirtschaftlich jedoch nicht von Bedeutung, kommt meistens ungewaschen auf den Markt und landet oft in Eintopfgerichten.

Karotten haben von allen Gemüsepflanzen den höchsten Gehalt an Carotin (Provitamin A). Dies ist u. a. für den Aufbau des Seh-Purpurs notwendig und hat außerdem einen günstigen Einfluss auf Leber und Dünndarm. Der Pflanzenfarbstoff gibt Babys den beliebten Karotten-Teint.

Der Körper wandelt Carotin mit Hilfe von Fett in Vitamin A (Retinol) um. Deshalb sollten Möhrengerichte oder Möhrensafte immer mit etwas Öl oder Sahne verfeinert werden.

Möhren sind auch reich an Vitamin E, C sowie Mineralstoffen und Pektin. Ihr Zuckergehalt ist mit sechs Prozent für Gemüse sehr hoch. Die frühen Sorten enthalten mehr davon als die späteren. die dann iedoch mehr Ballaststoffe haben.

Wie die meisten rot-gelben Obst und Gemüse, gehören Karotten zu den wichtigsten "Radikalfängern". Freie Radikale sind schädliche Substanzen, die auf Körperzellen wirken. Bei Stress, Umweltbelastungen und starker UV-Strahlung treten sie vermehrt auf und können langfristig zu Zivilisationskrankheiten führen. Viel frisches Obst und Gemüse ist dagegen die beste Therapie.

Möhren sind das ideale Kräftigungsmittel bei Frühjahrskuren. Sie wirken - roh oder zubereitet gegessen - blutbildend und antibakteriell. Der hohe Kaliumgehalt wirkt harntreibend. Die Pektine regulieren die Verdauung und sind günstig bei Magenerkrankungen.

Richtig gelagert halten sich Karotten praktisch den ganzen Winter über. Sie brauchen also nicht tiefgefroren werden, auch wenn sie sich sehr gut dafür eignen. Sie mögen kühle Temperaturen (0 - 5 Grad) und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (90 - 95 Prozent).

Bei längerer Lagerung ist es ratsam, das Grün abzuschneiden, denn es entzieht der Wurzel Feuchtigkeit und lässt sie schneller welken. Karotten sollten nicht mit Gurken, Tomaten oder Bohnen zusammen gelagert werden.

Karotten bzw. Möhren sind vielseitig verwendbar. Sie schmecken roh als Salat oder zubereitet in allen erdenklichen Variationen. In vielen Ländern werden daraus begehrte Süßspeisen: In Indien und Israel z. B. süße Eintopfgerichte; bei den Schweizern und den Österreichern Kuchen.

Die Iren nennen die Karotte wegen ihrer Süßkraft poetisch "Honig der Erde". In England und den USA gibt es sogar Karotten-Marmelade, die sehr wohlschmeckend sein soll.


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Möhren. Foto: siepmannH / Pixelio.de
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Möhren. Foto: Wildili / Pixelio.de
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Möhren. Foto: Benjamin Klack / Pixelio.de
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